(tsch) Davon träumen viele: Alles stehen und liegen lassen, in ein fremdes Land gehen und ganz von vorne anfangen. Die Heldin dieses Films, die amerikanische Schriftstellerin Frances Mayes (Diane Lane), tut es, kauft eine baufällige Villa in Italien und richtet sich ihr Leben völlig neu ein. Das ist gut für sie - und schlecht für den Zuschauer. Denn viel mehr hat das US-Melodram "Unter der Sonne der Toskana" (2003), das nun von Sat.1 in Erstausstrahlung gezeigt wird, nicht zu bieten.
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Die Schriftstellerin Frances Mayes (Diane Lane) ist frisch geschieden und todunglücklich. Um ihr zu helfen, überlässt ihr die beste Freundin Patti (Sandra Oh, inzwischen dank "Grey's Anatomy" ein Star) eine Tour in die Toskana. Beim Stadtbummel in Cortona fällt Mayes eine Immobilienanzeige auf, und als sie an der Villa vorbeifährt, steigt sie spontan aus dem Bus aus und unterschreibt kurz darauf den Kaufvertrag. Schon bald lebt und richtet sie sich in dem schmucken Städtchen ein. Bei einem Trip nach Rom steigt ihr dann eine Gruppe Italiener nach.
Diese Klischee-Vollbedienung wird dann nur noch getoppt von Marcello (Raoul Bova), einem schmalzig-schmierigen Neapolitaner wie aus dem Bilderbuch. Natürlich verliebt sich Mayes in ihn, was natürlich in einer "leidenschaftlichen Nacht" endet. Da Marcello aber einer dieser typischen Südeuropäer ist, erwischt ihn Frances bald mit einer anderen. Wie durch ein Wunder wird nach ihrer Rückkehr in die Toskana doch noch alles gut: Schließlich taucht ein amerikanischer Traumprinz auf, in den sich Frances verliebt - und mit dem sie endlich glücklich werden darf.
Zu klischeehaft sind Italien und seine Bewohner gezeichnet, zu eindimensional die Geschichte, zu vorhersehbar die Handlung, zu dünn die Dialoge, zu uninspiriert die Vorlage der Schriftstellerin Frances Mayes, die das alles so oder so ähnlich tatsächlich erlebt haben will und nicht umhin konnte, darüber ein ganzes Buch zu schreiben ("Das Paradies heißt Bramasole"), das prompt zum weltweiten Bestseller wurde.
Diane Lanes neuestes Projekt ist wieder eine Romanverfilmung, diesmal aus der Feder von Erfolgsschriftsteller Nicholas Sparks, dessen herrlich kitschige Liebesgeschichten in schöner Regelmäßigkeit von Hollywood verfilmt werden. Für "Nights in Rodanthe" tat sich Diane Lane erneut mit Richard Gere zusammen - schon in "Untreu" spielte sie an seiner Seite. Und auch diesmal steht die Filmliebe der beiden unter keinem guten Stern: Lane verkörpert eine unglücklich verheiratete Frau, die Geres Herz im Sturm erobert. Die deutschen Kinozuschauer müssen noch bis Oktober auf die Romanze warten.
Jasmin Herzog
Frances (Diane Lane) blüht in ihrem neuen Leben auf. (Buena Vista International Inc.)
In der Toskana findet Frances (Diane Lane) zu sich selbst. (Buena Vista International Inc.)
Positano in Süditalien: Frances (Diane Lane) und Marcello (Raoul Bova) sind verliebt. (Buena Vista International Inc.)
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