(tsch) Der Fall "Walküre" und kein Ende. Schon zweimal wurde der Kinostart der Stauffenberg-Verfilmung mit Tom Cruise verschoben. Erst eine Panne bei der Negativentwicklung, dann, so wurde aus Hollywood vermeldet, seien Historiker entsetzt gewesen, und schließlich bemängelten auch noch Filmexperten Drehbuch und Dramaturgie, sodass sogar noch einige Szenen nachgedreht werden - in Südafrika, wie die Onlineausgabe des US-Magazins "Variety" berichtete. Laut offizieller Homepage wird "Walküre" dann am 5. Februar 2009 in die Kinos kommen und damit hierzulande einige Tage früher starten als in den USA. Dann wird man sehen, ob all die Aufregung gerechtfertigt war und sich all die Mühen gelohnt haben. Dass Cruise ein fantastischer Schauspieler ist, muss er ohnehin keinem mehr beweisen. Mit "Geboren am 4. Juli" (1989) wiederholt die ARD nun zu später Stunde ein Zeugnis seiner Kunst.
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Es ist die Geschichte des Ron Kovic, eines jungen Amerikaners voller Haß und Vorurteile. Patriotisch erzogen, rückt er den Wunsch, seinem Land zu dienen, in den Mittelpunkt seiner Träume. Vietnam als bewaffnete Selbstbefriedigung. Doch als gebrochener Mann kehrt er zurück. Seine Karriere endete nach einer Kugel im Rückgrat im Rollstuhl. Zurück in den Staaten beginnt die Sinneswandlung des Soldaten von einst. 1976 traf er den Regisseur Oliver Stone ...
Der erzählte zehn Jahre später die Erlebnisse des Ron Kovic biografisch nach. "Geboren am 4. Juli" wurde zum Sinnbild des Anti-Kriegs-Films und mithin auch zum größten schauspielerischen Erfolg des Tom Cruise, der die Rolle perfekt verkörperte, durch Filme wie "Top Gun" bis dorthin allerdings eher den zweifelhaften Ruf eines oberflächlichen Mimen und Mädchenschwarms innehatte.
Der Film beginnt mit der Jugend des Ron Kovic, mit dessen Erziehung zum typisch amerikanischen Jugendlichen - der Stolz aufs Vaterland erhält seine Nahrung aus dem Hass auf die kommunistischen Regierungen. Kovic zieht in den Krieg. Doch nach seiner Rückkehr konfrontiert ihn seine eigene Behinderung mit der Sinnlosigkeit des Hasses. Nach und nach schließt er sich den Protestbewegungen der Veteranen an und spricht schließlich als deren Führer auf dem Parteitag der Demokraten.
Wenn auch der Sinneswandel des Ron Kovic in Stones 18-Millionen-Dollar-Film ab und an etwas zu pathetisch geraten ist, so ist "Geboren am 4. Juli" doch einer der bemerkenswertesten Anti-Kriegs-Filme überhaupt. Dabei bezieht sich die Kritik des Regisseurs am Ende nicht alleine auf den Krieg als solchen, sondern vor allem auf Möglichkeit der geistigen Verführung junger Menschen durch die Obrigkeit.
Alexander Franck
Der desillusionierte Veteran Ron (Tom Cruise) engagiert sich vehement gegen den Vietnam-Krieg. (ARD / Degeto)
Im Lazaratt muss Ron (Tom Cruise, rechts) lernen, mit seiner schweren Verwundung umzugehen. (ARD / Degeto)
In dem heruntergekommenen Veteranen Charlie (Willem Dafoe, vorne) findet der traumatisierte Ron Kovic (Tom Cruise, rechts) einen Seelenverwandten. (ARD / Degeto)
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