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Das Herz ist ein dunkler Wald
Das Herz ist ein dunkler Wald(tsch/cg) „Das Herz ist ein dunkler Wald“ mutet wie eine klassische Tragödie an. Das Zweitwerk der jungen Regisseurin Nicolette Krebitz („Jeans“) setzt sich mit einem sehr schwierigen und ernsten Stoff auseinander. Trotz einiger starker Szenen und prominenter Besetzung bleibt das Drama jedoch zu unrealistisch und verkünstelt: Zahlreiche Abschweifungen und symbolisch aufgeladene Phantasiesequenzen beschweren das Szenario und machen es dem Zuschauer schwer, sich in das Familiendrama einzufühlen. Die musikalische Untermalung des Films ist ebenfalls überladen. Von Oper bis Techno: alles drin, Hauptsache radikal. Ohne diese aufgesetzte Künstlichkeit wäre die sonst intelligente Beziehungstragödie „Das Herz ist ein dunkler Wald“ mit Sicherheit besser gelungen. Anzeige Auf eigenartige Weise ist die Schauspielerin Nicolette Krebitz zu so etwas wie dem Independent-Star des deutschen Films geworden. Auch ohne die ganz wichtigen Kino-Produktionen schaffte es die vielerorts verehrte Berlinerin auf Plattencover einer englischen Pop-Band (New Order) oder wurde mit einer liebevollen Doku-Hommage bedacht ("Mädchen am Sonntag", 2005). 2001 verschwand sie erstmals hinter die Kamera, als Drehbuchautorin und Regisseurin ihres Nouvelle-Vague-geschulten Experimentalfilms "Jeans". 2007 folgte mit "Das Herz ist ein dunkler Wald" eine weit reifere Arbeit. Die radikale Beziehungstragödie hatte in deutschen Kinos trotz blendender Presse nur wenig Erfolg und erscheint nun auf DVD. Mit Nina Hoss und Devid Striesow in den Hautprollen griff Nicolette Krebitz auf eine bewährte Kombination zurück. Schon in Christian Petzolds "Yella", der nur zwei Monate vor "Das Herz ist ein dunkler Wald" Premiere feierte, lieferte das Duo eine ähnlich beklemmende Großleistung ab. Thomas (Striesow) und Marie (Hoss) leben mit ihren zwei kleinen Kindern am Hamburger Stadtrand. Durch einen Zufall kommt die vernachlässigte Hausfrau einer Doppelexistenz ihres oft verreisten Mannes auf die Spur: Thomas hat noch eine andere Frau, einen anderen Sohn, ein anderes Haus. Je tiefer Marie in die unfassbare Lebenswirklichkeit ihres untreuen Gatten vordringt, desto rauschhafter verfinstert sich der Film. Bei einem Maskenball auf einem Schloss, will Marie Thomas zur Rede stellen. Doch im künstlichen Ambiente verwischen die Grenzen zwischen Realität und surrealer Fiktion, zwischen Authentizität und Falsch-Spiel. Was als eindringliches Ehedrama beginnt, lässt Krebitz virtuos in eine poetische Kunsttragödie übergehen, die sie verstörend und böse an den antiken Medusa-Mythos anlehnt. Neben einer Fotogalerie und dem Audiokommentar von Nicolette Krebitz bietet der Bonusteil der DVD ein gut 15-minütiges, sehr schönes Making Of, in dem außer den Hauptdarstellern und der Regisseurin auch Produzent Tom Tykwer zu Wort kommt. Das 16:9-Bild überzeugt bei durchschnittlichen Schärfewerten mit intensiver Farbwiedergabe. Das Dolby Digital 5.1 klingt angemessen solide. Jens Szameit bewertungsbox
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Credits: |
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