logo
Anzeige
Super Smash Bros. Brawl

Gewaltbereite Rasselbande

Bei "Super Smash Bros. Brawl" vergessen die niedlichen Nintendo-Helden für kurze Zeit ihre guten Manieren und prügeln sich, was das Zeug hält.

(tsch/mb) Prügeln macht Spaß. Besonders wenn sich die Prügler nicht allzu ernst nehmen. Bei "Super Smash Bros. Brawl" nimmt keiner etwas ernst oder den anderen übel. Es wird einfach geprügelt, was das Zeug hält. Die ganze Nintendo-Bande darf ihre guten Maniere über den Haufen werfen und sich einfach so aus Spaß gegenseitig auf die Fresse hauen. Prominente Gäste aus anderen Spielen stehen ebenfalls zur Verfügung in diesem wirklich sehr witzigen und liebevoll gestalteten Spiel.

Anzeige

 

Eigentlich haben wir es schon immer geahnt: Mario, dieser dauergrinsende Vorzeige-Italiener mit Pizza-Wampe, Schnurrbärtchen und Trapattoni-Rhethorik ("It's a me"), kann eine verdammt fiese Sau sein. Wie er da Prinzessin Peach erst verhöhnt und dann zusammen mit seinem Dino-Schoßhündchen Yoshi aus der Arena kickt - das kratzt gewaltig am Saubermann-im-Blaumann-Image!

Aber in der "Super Smash Bros."-Reihe herrscht Ausnahmezustand - auch, was die Firmentreue betrifft. Segas Maskottchen Sonic tritt hier ebenso in den Ring wie Konamis Kult-Spion Solid Snake - jeder von ihnen natürlich mit eigenen Fähigkeiten und Moves ausgestattet. Insgesamt 36 Charaktere geben sich bei "Brawl" die Ehre, darunter viel Nintendo-Prominenz (Samus Aran, Link, Donkey Kong, Wario), aber 16 Neuzugänge aus Reihen wie "Fire Emblem" oder "Pikmin". Viele der Gast-Prügelknaben müssen - wie allerlei anderer Bonus-Kram - allerdings erst freigeschalten werden.

Das geschieht in erster Linie in den unzähligen Spiel-Modi dieses Umfang-Ungetüms. Klassisch kann man sich mit einem Recken nach Wahl durch 13 schräge bis spektakuläre Stages prügeln, die allesamt den Games der Protagonisten entstammen. Am Ende wartet schließlich wieder die skurrile weiße Meisterhand, der man ziemlich lange auf die Finger klopfen muss, ehe sie die Bonus-Figuren herausrückt.

Darüber hinaus gibt es etliche Einzel- und Koop-Missionen, ein paar Minispiel-Runden im Stadion und den neuen Abenteuer-Modus mit dem hochgestochenen Titel "Der Subraum-Emissär" zu bewältigen. Letzterer wartet zwar mit einer unglaublich dämlichen Geschichte über mysteriöse dunkle Mächte im Universum auf. Die wird jedoch in schönen Cutscenes erzählt. Rund acht bis zehn Stunden sollte man dafür einplanen, die ob der gebotenen Abwechslung in Form von Hüpfpassagen und Bossduellen wie im Flug vergehen - vor allem, wenn ein Freund mit ins Spiel einsteigt.

Apropos: Wie "Mario Kart" gewinnt auch "Super Smash Bros. Brawl" mit jedem weiteren Teilnehmer gehörig an Fahrt. Sicher: Die hektischen Massenkeilereien, ohnehin eng an der Grenze zum Zufall angesiedelt, driften hier schnell ins Chaotische ab, machen dafür aber umso mehr Spaß - dem nicht zu unterschätzenden Faktor Schadenfreude, den verstreuten Power-Ups und der nicht minder umfangreichen Multiplayer-Modi-Auswahl sei Dank. Die lassen sich zudem exakt an die Bedürfnisse des Spielers anpassen, sodass die seltsamsten Schlägereien möglich sind. Ein Level-Editor und ein Online-Part komplettieren den gewaltigen Umfang des Games.

Schön, dass unter all der Masse an Möglichkeiten, Modi und Figuren die Klasse des Titels nicht leidet. Vier Steuerungsvarianten sorgen dafür, dass auch Anfänger recht bald ihren ersten Ultra-Smash einsetzen können. Diese verheerenden Attacken - jede Figur besitzt eine eigene - zählen sicherlich zu den spektakulärsten Momenten in "Brawl". Dennoch fällt der grafische Qualitätssprung im Vergleich zum Vorgänger eher enttäuschend aus. Dafür gibt's ordentlich auf die Ohren: Rund 200 Musikstücke und Melodien umfasst der Soundtrack.

Bernd Fetsch




Datum: 17.07.2008

Facebook aktivieren

Diskussion: "Super Smash Bros. Brawl"

Um eine Diskussion zu "Super Smash Bros. Brawl" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 203762

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Das Imperium der Wölfe
    Die Erinnerung an David Finchers "Sieben" erwacht, wenn der Regen am düsteren Tatort Paris nicht aufhört zu fallen und sich damit eine genretypische Grundsituation formiert. Der junge, engagierte und regeltreue ...

    Tief wie der Ozean
    Offensichtlich ist es ein Naturgesetz in Hollywood, dass mittelalte Schauspielerinnen nur leidende Matronen geben dürfen", lästerte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" anlässlich der Premiere von Ulu ...

    Clubbed to Death - Lola im Technoland
    Wenn ein ausländischer Filmtitel unübersetzbar scheint, belassen es die Kinoverleiher für deutsche Ohren meist beim Original. Und das ist gut so. Manchmal allerdings scheint dieser Grundsatz keine Bedeutung ...

    Death Sentence - Todesurteil
    Zynischer Höhepunkt der Welle übler amerikanischer Selbstjustizfilme" urteilte das "Lexikon des internationalen Films" wenig schmeichelhaft über "Ein Mann sieht rot" (1974). Neben einigen Filmkritikern ...

    Mit Schirm, Charme und Melone
    "Mission: Impossible", "Ein Duke kommt selten allein", "Starsky & Hutch", "3 Engel für Charlie", "Miami Vice" - so manches Stück TV-Unterhaltung aus längst vergessenen Tagen feierte in den letzten Jahren ...

    Van Damme hat genug vom Held-Sein
    Tritt da etwa Altersweisheit ein? Jean-Claude Van Damme, ehemaliger Action-Hero mit Martial-Arts-Fähigkeiten, lehnte die Hauptrolle zu einem Sequel zu "Street Fighter" (der erste Teil stammt von 1994) ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 54 - id = 5315 - task = view - option = com_content - limitstart= 0