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Falling Down - Ein ganz normaler Tag(tsch) L.A. im Sommer - es ist heiß. Der Mann im Stau schwitzt. Nichts geht vorwärts. Während er stundenlang in seinem Auto brütet, Abgase einatmet und nach lästigen Fliegen schlägt, beginnt seine Schläfe zu pochen, die Röte steigt ihm ins Gesicht. Jetzt reicht es. Aus. Schluss. Wutentbrannt nimmt er seinen Aktenkoffer, öffnet die Fahrzeugtür und lässt den Wagen einfach stehen. Den Keim des Wahnsinns trägt er schon in sich, im Lauf der nun folgenden Horror-Odyssee durch die Straßen von Los Angeles wird er voll ausbrechen. Joel Schumacher erzählt in dem 1993 entstandenen Thriller "Falling Down - Ein ganz normaler Tag" (kabel eins) die Geschichte eines kleinkarierten Amerikaners, der zum Amokläufer mutiert. In der Hauptrolle: Michael Douglas. Anzeige Er spielt D-Fens, einen Rüstungsangestellten, der vor den Trümmern seines Lebens steht. Die Rezession hat ihn arbeitslos gemacht, seine Frau hat ihn mit Kind und Kegel verlassen, und seine Ideale - Redlichkeit, Ehrgeiz und Sicherheit - sieht er in Amerika den Bach runtergehen. Sein Weltbild steht Kopf. D-Fens stapft los. Nichts deutet daraufhin, dass er verrückt geworden ist. Weißes Hemd, Krawatte, ein Gesicht, wie in Stein gehauen, die Haare streng gekämmt, über der Nase eine Nickelbrille - so laufen Tausende herum. Nicht auffallen, nicht meckern. Das war zeitlebens seine Devise. Ausgerechnet er, der jetzt vor dem Nichts steht, hat alles getan, um sein bürgerliches Leben aufrecht zu erhalten - doch es ist ihm nichts geblieben. Diese Ungerechtigkeit will er bestrafen. In der Grauzone zwischen Panik und Paranoia sucht er verzweifelt nach einem letzten Halt. Als ihm zufällig eine Waffe in die Hände fällt, kommt es zur Katastrophe. Mit "Falling Down" gelang Joel Schumacher ("Nummer 23") ein beängstigend realistisches Zeitdokument, ein packender Thriller, der in Amerika wegen der angeblichen Gewaltverherrlichung damals große Diskussionen auslöste. Zu Unrecht. Michael Douglas stellt die gestörte Psyche des tollwütigen Streetfighters klar heraus. Vom ersten Bild an ist er als manischer Choleriker gezeichnet, der zum Ein-Mann-Mob mutiert, und der hasserfüllt, instabil und krank eine gesamte Stadt in Panik versetzt. Ein Film, der einem ins Gedächtnis zurückruft, dass Michael Douglas mal wieder eine richtig gute Hauptrolle verdient hätte. Als skurrilen "King of California" sahen ihn lediglich 20.300 Deutsche in den Kinos. Und in der Komödie "The Ghosts of Girlfriends Past", an der er derzeit arbeitet, spielt er nur eine Nebenrolle. Jan Treber |
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