(tsch) Sie ist nicht totzukriegen, die Faszination am Mythos Vampir. Im Gegenteil, gerade lebt sie zum Beispiel in der Mystery-Serie "Moonlight" (montags, 20.15 Uhr, ProSieben) oder in den Bestseller-Romanen der US-Autorin Stephenie Meyer wieder auf. Wie beide nahelegen, scheint der Vampir von heute allerdings viel umgänglicher zu sein und deutlich mehr Skrupel an die Nacht zu legen als damals, als Schriftstellerin Anne Rice den Fans mit ihren Vampir-Geschichten noch das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die populäre Verfilmung ihres 1976 erstmals veröffentlichten Romans "Interview mit einem Vampir" (1994) holt nun nach Einbruch der Dunkelheit vox wieder einmal ins Programm.
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Der Druck, der auf Regisseur Neil Jordan ("Die Fremde in Dir") lastete, war hoch. Selten fieberten Presse und Öffentlichkeit einem Film mit solcher Neugier entgegen, wie es bei "Interview mit einem Vampir" der Fall war. Die Besetzungsliste brachte die Crème de la Crème der 90er-Jahre zusammen, und die Bestseller-Vorlage von Anne Rice (die sich mittlerweile dem christlichen Glauben als Thema zugewandt hat) gehört zu den Klassikern der Gruselliteratur. Die Schlagzeilen um den Drogentod von River Phoenix, der für eine Hauptrolle vorgesehen war, taten ein Übriges. "Interview mit einem Vampir" erhielt seinen Platz in der Filmgeschichte.
Ehe man sich's versieht, morden Vampir Lestat (Tom Cruise) und sein frisch gebissener Kumpan Louis (Brad Pitt) munter drauf los. Ratten und Prostituierte, gelegentlich einen Pudel, bevorzugt aber blaues Aristokratenblut. Kernstück der Geschichte sind dabei die Selbstzweifel von Louis in seinem neuen Dasein. Das alles erzählt er am Ende des 20. Jahrhunderts, 200 Jahre nach seiner "Geburt", dem Journalisten Malloy (die Rolle von River Phoenix übernahm Christian Slater).
Louis berichtet vom Hass der Vampire untereinander, und von der Wut seines kleinen Vampir-Töchterchens Claudia (Kirsten Dunst) auf Lestat, der sie dazu verdammte, im ewigen Kindeskörper zur Frau zu werden. In wilden Zeitsprüngen, hier ein Jahrzehnt, hier drei, geht es in diesem aufwendig inszenierten Grusel-Spektakel nach Europa. Ein Biss auf Neuschwanstein, einer auf der Akropolis und schließlich in der Stadt des Ursprungs, Paris. Dort harrt der älteste aller Vampire, Armand (Antonio Banderas), ebenso skrupellos wie Lestat, der mittlerweile vorläufig von der nachtragenden Claudia gewaltsam beseitigt wurde.
Die Darsteller Tom Cruise und Brad Pitt arbeiten auch als hochproduktive Hollywoodstars an der eigenen Unsterblichkeit. Ehe Cruises umstrittenes Stauffenberg-Biopic "Walküre" im Februar 2009 in die Kinos kommt, wird er ab 18. September auch mit einem Cameo-Auftritt in der Ben-Stiller-Komödie "Tropic Thunder" zu sehen sein. Brad Pitt kehrt am 29. Januar 2009 mit einer Fantasy-Story auf die Leinwand zurück: In David Finchers "Der seltsame Fall des Benjamin Button" nach einer Geschichte von F. Scott Fitzgerald spielt er den Titelhelden, der rückwärts altert. Als Greis geboren und immer jünger werdend, wird seine Situation noch problematischer, als er sich in Daisy (Cate Blanchett) verliebt.
Mona Petri
Die Verfilmung von Anne Rices "Interview mit einem Vampir" (mit Tom Cruise, Brad Pitt und Kirsten Dunst) ging in die Filmgeschichte ein. (vox)
Nach 200 Jahren Vampir-Daseins erzählt Louis (Brad Pitt) einem Journalisten seine Geschichte. (vox)
Seine Tochter wurde von Vampiren ermordet. Rasend vor Wut und Schmerz steckt Louis (Brad Pitt) das Theater in Brand. (vox)
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