(tsch) Da sitzt Viktor Navorski also am New Yorker Airport fest, und kann nicht weg. Ein Krieg hat sein osteuropäisches Heimatland dem Erdboden gleichgemacht. Sein Pass gilt nicht mehr, und somit ist ihm weder eine Aus- noch eine Einreise in die USA möglich. Niemand weiß Rat. Für Steven Spielberg war diese ungewöhnliche Situation Thema genug für einen ebenso ungewöhnlichen Film. "Terminal" (2004) ist eine skurrile Mixtur aus Drama und Komödie, und da Tom Hanks beide Genres gut beherrscht und zudem weltweit ein Kassenmagnet ist, kam nur er für die Hauptrolle in Frage. Das Erste wiederholt den Film nun im Rahmen der "Sommerkino"-Reihe.
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Regisseur Spielberg verfilmte eine wahre Geschichte. Der Iraner Merhan Karimi Nasseri saß von 1988 bis 2006 auf dem französischen Flughafen Charles de Gaulle fest. Irgendwann hätte er übrigens unbehelligt gehen können, tat es aber nicht. 2006 wurde er in ein Pariser Krankenhaus gebracht, seither ist nichts mehr über ihn bekannt.
Spielberg ist ein Märchenerzähler, er färbt die Wirklichkeit nach seinem Gusto ein, schließlich ist er Hollywoods größter und erfolgreichster Regisseur. Einer, der sich angstfrei weit aus dem Fenster lehnt, wie bei "A.I." oder dem neuen "Indiana Jones", der sich nicht scheut, in "Schindlers Liste" eher sentimental denn erschütternd auf die Tränendrüse zu drücken. Ernsthaftigkeit ist was für andere. Seine Art der Wirklichkeitsberührung geht eher in die Richtung, dass er Kino und Realität mit einer guten Tat verknüpft - so kaufte er dem Emigranten Nasseri seine Lebensgeschichte ab. Für mehr Geld, als der Mann je gesehen hat. Jenen Iraner verwandelte der Regisseur in einen Russen und packte ihn in den Körper von Tom Hanks, um im Anschluss seine Erlebnisse zu romantisieren.
Das ist über alle Maßen niedlich. Man schämt sich ein wenig, wenn man sich von der Herzlichkeit und dem liebenswerten Dialogwitz eines Tom Hanks einlullen lässt, eintaucht in ein wohliges Schaumbad. Aber für eine Weile darf der Zuschauer Wichtiges mal vergessen, den lustigen Kerl beobachten, wie er sich auf dem Flughafen clever sein Leben finanziert, die Sprache lernt, heimisch wird und Freunde findet. Und dazu muss es, klar, die obligatorische Liebesgeschichte geben. So darf Catherine Zeta-Jones zum Schaulaufen antreten und die kühle, reservierte Stewardess geben. Stanley Tucci spielt den Airport-Chef Dixon, der den Eindringling wieder loshaben möchte.
Dass "Terminal" die meiste Zeit funktioniert, liegt an Tom Hanks, der seine Sache wieder einmal gut macht. Er spielt diesen Victor so überzeugend, dass die haarsträubenden Dinge, die ihm passieren, schwer anzuzweifeln sind. Derzeit steht der zweifache Oscarpreisträger nach "The Da Vinci Code - Sakrileg" wieder als Harvardprofessor Robert Langdon vor der Kamera, diesmal in der Verfilmung des Dan Brown Romans "Illuminati". Während der Dreharbeiten in Rom machte der Schauspieler Schlagzeilen, weil er einer Braut aus der Patsche half. Der Weg zur Kirche, in der ihre Trauung stattfinden sollte, führte über das abgesperrte Set. Ganz Gentleman geleitete Tom Hanks die Heiratswillige höchstpersönlich ans Ziel.
Jan Treber
Viktor Navorskis (Tom Hanks, links) Pass wird vom Sicherheitsbeamten Mulroy (Chi McBride) einfach eingezogen. (ARD / Degeto)
Airport-Chef Dixon (Stanley Tucci) möchte den Fremdling in seinem Flughafen so schnell wie möglich wieder loswerden. (ARD / Degeto)
Mit der Zeit wird Viktor (Tom Hanks, zweiter von links) im Flughafen heimisch und findet auch Freunde unter den Angestellten Enrique (Diego Luna, links), Gupta (Kumar Pallana, zweiter von rechts) und Joe (Chi McBride). (ARD / Degeto)
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