(tsch) Die Vielfalt der Stürme auf hoher See ist groß, die Wahrscheinlichkeit, in eine weiße Böe zu geraten, dagegen relativ klein. Dennoch beschwört Ridley Scott in seiner Tragödie "White Squall" (1996) jenes seltene Wetterinferno, das unvermittelt über ein Schulschiff und seine Besatzung hereinbricht. Bis es jedoch so weit ist, erzählt Scott ein rührendes Coming-of-Age-Drama im Kielwasser von "Der Club der toten Dichter".
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Zuletzt die Weinkomödie "Ein gutes Jahr" mit Russell Crowe, das Drogendrama "American Gangster" mit Denzel Washington, und demnächst, am 23. Oktober, kommt "Der Mann, der niemals lebte" (wieder mit Crowe und Leonardo DiCaprio). Dennoch: Es sind vergleichsweise wenige Filme, die Ridley Scott bislang als Regisseur gedreht hat. Doch stets sind sie in aller Munde, wie das Helden-Epos "Gladiator" oder das aufwendig inszenierte Mittelalter-Getöse "Königreich der Himmel" mit einem wahrhaft schönen Orlando Bloom in der Hauptrolle. kabel eins zeigt nun mit "White Squall" (1996) eine der vergleichsweise unspektakulären Arbeiten des inzwischen 70-Jährigen.
"Nur" 38 Millionen Dollar durfte der Streifen kosten, sodass die Besetzungsliste weitaus weniger prominente Namen enthielt. Jeff Bridges verkörperte Christopher Sheldon, einen Skipper, der 1960 mit einem Schul-Segelschiff namens "Albatross" in See stach. Mit an Bord: zwölf Jungs (darunter auch Ryan Phillippe) aus reichem Hause, die auf diese Weise auf die raue Luft des Lebens vorbereitet werden sollen. Der Film beschreibt das Zusammenleben an Bord des Zweimasters, das Teamwork untereinander und die Probleme, die dabei entstehen. Fast wie eine Erlösung bricht am Ende die Katastrophe über die Besatzung herein. Ein Sturm zieht auf, tobt 15 Minuten lang und fordert - so viel darf verraten werden - vier Menschenleben.
Trotz so mancher Länge vor allem zu Beginn ist "White Squall" eine durchaus fesselnde Mischung aus Abenteuer- und Katastrophenfilm. Das Drehbuch von Todd Robinson beruht auf einer wahren Begebenheit. Einige der Jungs, die damals den schweren Sturm lebend überstanden, erklärten sich zu einer Zusammenarbeit während der Dreharbeiten auf Malta bereit.
Alexander Franck
An Bord der "Albatross" sorgt Kapitän Sheldon (Jeff Bridges) mit eiserner Hand für Ordnung. (kabel eins / Largo Entertainment)
Kapitän Sheldon (Jeff Bridges, links) macht seinen Schutzbefohlenen gleich klar, dass sein Schiff kein Spielzeug ist. (kabel eins / Largo Entertainment)
Ein Jahr lang soll Gil (Ryan Phillippe) an Bord des Rahseglers "Albatross" sowohl unterrichtet als auch zu einem echten Matrosen ausgebildet werden. (kabel eins / Largo Entertainment)
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