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Superhero Movie

Superhero Movie

(tsch) So lange es Blockbuster gibt, echte Popcorn-Kracher aus Hollywood, die sich gern als solche inszenieren und ihre Größe in Staraufgeboten, Spezialeffekten und Sensationsgeschichten offen zu Felde tragen, wird es auch Parodien geben. Sie verlassen sich auf dieselben Zutaten, verschreiben sich aber einem vermeintlich satirischen Blickwinkel auf die Filmmaschinerie Hollywood. Seit Jahren überschwemmen Kalauerproduktionen, die sich eindrücklicher Szenenmotive aus Erfolgsproduktionen bedienen, um sie zu veralbern, auch die deutschen Kinos. Zu beinah jedem populären Genre gibt es mittlerweile eine Parodie, wenn nicht sogar ganze Parodiereihen wie im Falle der "Scary Movie"-Filme, welche mal mehr, mal weniger trefflich Teenhorror-Werke wie "Scream" oder "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" auf die Schippe nehmen. Nun (erst) kommt "Superhero Movie", lange nach "Fantastic Four", "X-Men" oder "Spider-Man".

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Da das Konzept der Blockbusterparodie mit einer heiklen Materie hantiert, der Flüchtigkeit der modernen Kinounterhaltung, ist Eile bei der Produktion und Aktualität bei der Auswahl jener Filme geboten, auf die schelmisch verwiesen werden soll. Es wäre also davon auszugehen, dass ein "Superhero Movie" moderne Kinohelden wie "Hancock" oder "Iron Man" aufs Korn nimmt.

Doch Fehlanzeige: Dies bleibt dem "Disaster Movie" vorbehalten, das Ende August in den USA anläuft, aber noch keinen deutschen Kinostart hat. Die Superhelden im gleichnamigen Film dagegen stammen aus der Frühzeit des Comic-Hypes in Hollywood, als Ang Lee noch an einer künstlerischen Fassung des "unglaublichen Hulk" arbeitete und Sam Raimi, der Horrorfilmer, gerade für seine "Spider-Man"-Interpretation als Trendbegründer gefeiert wurde.

Die Farce handelt von einem jungen Verlierertypen (Drake Belle), der während eines Schulausfluges von einer genmanipulierten Libelle gebissen wird und kurze Zeit später übermenschliche Kräfte entwickelt. Ein Machwerk, bei dem es schwerfällt, zu verstehen, welche Erfolgsaussichten die erfahrenen Produzenten Bob und Harvey Weinstein dem Projekt zugeschrieben haben mögen, als es nicht mehr war als ein paar Blatt Papier auf ihrem Schreibtisch. Um die Untaten des Geschäftsmannes Lou Sanders als transformiertes Monster "Hourglass" einzudämmen, muss sich der Held auf seine wahren Stärken besinnen und seine Ungeschicktheit überwinden. Dass dies nicht gelingt, er aber trotzdem sein Ziel erreicht, wird vermutlich nur Autor und Produzenten zum Lachen gebracht haben.

Gesponnen ist die Handlung wenig einfallsreich um das erste "Spider-Man"-Abenteuer, das bereits sechs Jahre zurückliegt und nicht um die gesamte Trilogie. Die "X-Men"-Reihe (2000 bis 2006) diente Drehbuchautor und Regisseur Craig Mazin als zweite maßgebliche Quelle für seine Aneinanderreihung von ideenlosen, banalen Albernheiten, deren Abspann den Zuschauer bereits nach knapp 70 Minuten zu erlösen scheint, es dann aber noch schafft, etwa eine lange weitere Viertelstunde zusammenhanglos kompilierten Szenenmüll zu zeigen.

Verwunderlich ist das Engagement von Darstellern wie Sara Paxton und dem mittlerweile 82 Jahre alten Leslie Nielsen. Letzterer, seines Zeichens unerreichte Ikone der Hollywood-Filmparodie ("Die nackte Kanone 1-3"), hat sich indes in den letzten Jahren als nicht besonders wählerisch hinsichtlich der ihm angebotenen Kurzauftritte in faden Komödienaufgüssen gezeigt. Er sorgt mit ihm erschreckend stimmig auf den Leib geschriebenen Geschmacklosigkeiten am laufenden Band selbst für die Demontage seines einst durchaus ehrbaren Rufs als Pointenlieferant. Hinzu kommt ein wenig origineller Gastauftritt von Pamela Anderson.

Sara Paxton dagegen in der Rolle der Jill Johnson, der Traumfrau des jungen Protagonisten Rick Riker, beschränkt sich darauf, hübsch zu sein und ihren naiven Charme auszuspielen. Ein Armutszeugnis ist, dass es ein erzählerischer Fremdkörper ohne Bezug zur eigentlichen Handlung ist, der für einigermaßen Heiterkeit sorgt: Der euphorische Wahnsinn des einschlägig persiflierten Tom Cruise darf noch einmal von einem Doppelgänger ausgiebig breitgetreten werden.

Leif Kramp

Credits:
V:Senator, USA 2008, R: Craig Mazin, D: Sara Paxton, Drake Bell, Pamela Anderson u.a.

Laufzeit: 85 Min.

Kinostart:
24. Juli 2008


Ein unscheinbarer Teenager wird über Nacht zum Superhelden - in seine Rolle muss er aber noch hineinwachsen.
Ein unscheinbarer Teenager wird über Nacht zum Superhelden - in seine Rolle muss er aber noch hineinwachsen. (Senator Film)

Rick Riker alias Dragonfly (Drake Bell) hat noch etwas Probleme mit seinem Outfit.
Rick Riker alias Dragonfly (Drake Bell) hat noch etwas Probleme mit seinem Outfit. (Senator Film)

Unversehrt: Rick (Drake Bell) hat mit seinen Dragonfly-Superkräften einen Lastwagen aufgehalten.
Unversehrt: Rick (Drake Bell) hat mit seinen Dragonfly-Superkräften einen Lastwagen aufgehalten. (Senator Film)

Datum: 19.07.2008

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Diskussion: "Superhero Movie"

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