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42plus

42plus

(tsch) Sie: "Was wird aus uns?" Er: "Wir werden uns lieben." Sie: "Und danach?" - Ein Dialog, der sich so oder so verstehen ließe. Reden die beiden von der Liebe, von der Ewigkeit? Oder reden sie von Sex, von dem Moment? Textzeilen wie diese finden sich einige in Sabine Derflingers Familiendrama "42plus", das nun mit einiger Verspätung in die deutschen Kinos kommt. Denn gedreht wurde bereits im Sommer 2006, im sonnigen Italien. Dort, wo Liebe und Sex scheinbar immer all ihre Möglichkeiten ausspielen.

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Dass die österreichische Produktion überhaupt ihren Weg in die deutschen Kinos findet, liegt sicher auch an ihrer namhaften Besetzung: Claudia Michelsen, Ulrich Tukur, Tobias Moretti, Jungstar Jacob Matschenz. Das klingt gut, und das ist es auch - jedenfalls, was die Darsteller und ihr Auftreten betrifft. Doch sie alle stehen vor allem im Dienste eines komprimierten Liebeswirrwarrs, wie es Italien und wahrscheinlich die ganze Welt noch nicht gesehen hat. Im schlimmsten Streit ihrer Geschichte wirft die Ehefrau da ihrem Mann folgenden Satz an den Kopf: "Liebe ist kein Wasserhahn, der sich mal auf- und mal zudrehen lässt. Liebe ist ein Fluss." Wohl dem, der nach zwei Jahrzehnten Beziehung so etwas noch unbenutzt auf Lager hat und im rechten Moment abzurufen weiß.

"42plus" ist eine Art Kammerspiel unter der Sonne, Theater am Meer. Eher ein konstruiertes Bühnenstück als eine glaubhafte Geschichte. Was nichts daran ändert, dass man die Ereignisse als Zuschauer interessiert verfolgt: Da sind also Christine (Michelsen) und ihr Mann Georg (Tukur). Sie betrügt ihn mit seinem besten Freund Martin (Tobias Moretti). Und er betrügt sie mit einer jungen Klamottenverkäuferin. Sie weiß von seiner Beziehung, sagt aber nichts, weil es ihr irgendwie egal ist. Martins Frau (Petra Morzé) indes weiß auch, dass er eine Affaire mit Christine hat, sagt aber auch nichts - "weil er mich dann wenigstens nicht verlässt". Klingt kompliziert. Und dabei sei an dieser Stelle das Schicksal von Christines Tochter (Vanessa Krüger) sogar der Einfachheit halber unterschlagen. Erste Liebe. Nun, alles erklärt sich aber Stück für Stück und sorgt bald schon für ein Verwirrspiel, bei dem weniger die Emotionen zählen als vielmehr die Fragen, wer nun wann was erfährt (viele) und wer wem was übel nimmt (wenige).

Denn, und das ist der Kern der Story: Christine, die ihren 42. Geburtstag bei einem gemeinsamen Urlaub aller Beteiligten in Italien feiert, daher "42plus", fängt etwas mit einem deutlich jüngeren Kerl an, vielleicht 18. Tamaz (Matschenz) lebt am Strand, kifft, küsst, schläft neben einer Gitarre, macht Komplimente. Der klassische Urlaubsflirt, wäre der große Altersunterschied nicht. Doch zum Thema wird er nicht wirklich. Denn vor allem geht es nun darum: Wie soll das alles wieder in Bahnen gelenkt werden. Dass am Ende tatsächlich jeder Topf zumindest zeitweise einen Deckel hat, ist einigermaßen absurd, aber irgendwie ganz romantisch.

Ein bisschen zu dick aufgetragen ist es also, dieses dialogreiche Stranddrama, das viele Themen anpackt (Sehnsucht, Ehe, Erziehung, Betrug, Sex, Vertrauen, Verlustangst, Krankheit), keines davon aber wirklich ausreichend in den Mittelpunkt rückt, um nachhaltig zu bewegen.

Kai-Oliver Derks

Credits:
V:Zorro, A 2007, R: Sabine Derflinger, D: Claudia Michelsen, Ulrich Tukur, Jacob Matschenz u.a.

Laufzeit: 95 Min.

Kinostart:
24. Juli 2008


"42plus" kommt zwei Jahre nach den Dreharbeiten nun auch in die deutschen Kinos.
"42plus" kommt zwei Jahre nach den Dreharbeiten nun auch in die deutschen Kinos. (Zorro)

Christine (Claudia Michelsen) hat zwei bis drei Männer gleichzeitig. Glücklich ist sie nun in wenigen Momenten.
Christine (Claudia Michelsen) hat zwei bis drei Männer gleichzeitig. Glücklich ist sie nun in wenigen Momenten. (Zorro)

Zwischen Christine (Claudia Michelsen) und Tamaz (Jacob Matschenz) entwickelt sich eine Urlaubsbeziehung.
Zwischen Christine (Claudia Michelsen) und Tamaz (Jacob Matschenz) entwickelt sich eine Urlaubsbeziehung. (Zorro)

Datum: 19.07.2008

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Diskussion: "42plus"

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