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Der letzte Zug nach Durango

Der letzte Zug nach Durango

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Ein paar Dinge lernte Anthony Steffen dann während der Dreharbeiten zu "Der letzte Zug nach Durango" doch. Zum Beispiel, witzig zu sein. Da gibt es eine Szene, in der er in einem Zug voller Leichen liegt - lebendig, denn ein silbernes Zigarettenetui in seiner Brusttasche hat die ihm zugedachte Kugel aufgefangen. Er - beziehungsweise sein Charakter Gringo - blickt um sich, klaut wieselflink, was er eben klauen muss und grinst sich eines. Mark Damon war es, der eigentlich nur für eine Nebenrolle engagiert war, aber unvermutet für einige Wochen Anthony Steffens Coach werden sollte. Die spannenden Geschichten sind nicht nur die, die dieser Film erzählt, sondern eher die, die außenrum passierten und die diese DVD umfangreich abbildet. Sehenswert ist der 1967 von Mario Caiano gedrehte Italo-Western dennoch.

Es sind zwei Ganoven, dazu welche, denen das Glück nur selten hold ist. Gringo (Anthony Steffen) und Lucas (Enrico Maria Salerno) haben eben mit reichlich Blei im Hintern Guatemala verlassen und queren Mexiko auf den Weg in die Vereinigten Staaten. Die mexikanische Revolution tobt - dass die beiden mittoben, liegt diesmal weder an handfesten finanziellen Interessen noch an irgendeiner wie auch immer gearteten politischen Einstellung, sondern an einer unbekannten Schönen. Sie hinterlässt Fragen - ebenso wie der mysteriöse Amerikaner Brown (Mark Damon), der in einem roten Automobil unterwegs ist und den beiden eher glücklosen Protagonisten mehr als nur einmal das Leben rettet ...

Natürlich kommt "Der letzte Zug nach Durango" an die Großtaten eines Sergio Leone nicht heran. Trotzdem ist der Film ein solider Revolutionswestern mit den üblichen Zutaten: Verschwitzt-verschmutzte Revolutionäre schießen und feiern. Die anderen sind Klassenfeinde. Wer stirbt, stirbt schnell und ohne großes Aufhebens - etwa 50 Leichen werden hier verzeichnet. Das Ende ist zweierlei: einmal ein Geniestreich, weil er das Genre persifliert und ohne den Griff zur Waffe auskommt, beziehungsweise der Griff keine Konsequenzen hat. Andererseits finden sich in der Logik doch einige Löcher, die Caiano beim besten Willen nicht flicken konnte.

In puncto Ausstattung ist der optisch und akustisch nicht immer überzeugende "Der letzte Zug nach Durango" sicher eine der besten DVDs der "Koch Media Western Collection, in der gerade auch "Für einen Sarg voller Dollars" und "Der Ritt nach Alamo" erschienen. Zwei Interviews sind es, die sich im Bonusbereich finden. Einmal erzählt der Regisseur von den Dreharbeiten - und kommt dabei in einige Randbereiche, die mit dem Film nicht mehr viel zu tun haben, aber dennoch spannend sind (etwa sein miserables Verhältnis zu Klaus Kinski und seine Bekanntschaft mit Sergio Leone). Das Gespräch mit dem US-Amerikaner Mark Damon ist nicht ganz so unterhaltsam, aber dennoch spannend. Der Schauspieler und Produzent ("Das Boot") fasst im Prinzip seine komplette Laufbahn zusammen - und erwähnt quasi nebenbei, dass er es war, der Clint Eastwood seine Hauptrolle in "Für eine Handvoll Dollars" besorgte.

Jochen Overbeck

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0), Italienisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Featurette; Interview; Original Kinotrailer; Bildergalerie
laufzeit 83 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 11 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(I 1967, R: Mario Caiano, D: Anthony Steffen, Enrico Maria Salerno, Mark Damon u.a.)


"Der letzte Zug nach Durango" erscheint jetzt auf DVD.
"Der letzte Zug nach Durango" erscheint jetzt auf DVD. (Koch Media)

Gringo (Anthony Steffen, links) und Lucas (Enrico Maria Salerno) wissen etwas, das sie weiter sagen sollen.
Gringo (Anthony Steffen, links) und Lucas (Enrico Maria Salerno) wissen etwas, das sie weiter sagen sollen. (Koch Media)

Schießt schneller als sein Schatten? Nicht wirklich. das Glück ist selten auf der Seite des Kleinganoven Gringo (Anthony Steffen).
Schießt schneller als sein Schatten? Nicht wirklich. das Glück ist selten auf der Seite des Kleinganoven Gringo (Anthony Steffen). (Koch Media)

Datum: 19.07.2008

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Artikel ID 204039

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