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Panic Room

Panic Room

(tsch) So eindringlich wurde ein Überfall noch nie inszeniert: In einer minutenlangen Kamerafahrt wird gezeigt, wie sich ein Dietrich in das Schlüsselloch bohrt, an Fenstern gerüttelt und schlussendlich brutal in die Privatsphäre eingedrungen wird. Da war Regisseur David Fincher am Werk. Im Fokus seines Interesses steht diesmal das Verlangen nach Sicherheit - und die Frage, wie wenig Privates noch bleibt, wenn sich jemand mit aller Macht an der Privatsphäre vergreift. Wer könnte Moralität verstörender hinterfragen als Fincher? Nun wiederholt ProSieben seinen Thriller "Panic Room" (2002).

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Es gibt zwei Wertungen, wenn man "Panic Room" beurteilen will: Für einen Krimi aus Hollywood ist er beeindruckend, vielschichtig und besitzt eine überragende Spannung. Für einen David-Fincher-Film ist er eher eine Enttäuschung. So unvorhersehbar die Vorgänger ("Sieben", "Fight Club"), so geradlinig ist "Panic Room". Darin werden die frisch geschiedene Meg Altman (Jodie Foster) und ihre halbwüchsige Tochter Sarah (bleich: Kristen Stewart) in ihrem gerade bezogenen Häuschen in New York überfallen.

Flugs suchen sie Schutz in dem so genannten Panic Room, einer Art Schutzbunker in der Mitte des Hauses. Der ist mit stärkstem Stahl gepanzert, hat eine eigene Telefonleitung und anderes High-Tech-Gerät. Die drei Einbrecher, angeführt vom oscarprämierten "Der letzte König von Schottland"-Darsteller Forest Whitaker, wollen aber gerade dort hinein, wodurch eine nervenzehrende Schlacht um Schweißbrenner, Brechstangen und anderlei Einbruchsgerät losschlägt.

Auch wenn man dieses Mal vom intelligenten Plot David Finchers nicht an der Nase herumgeführt wird, ist der frühere Werbe- und Musikclipfilmer wieder einmal auf der Höhe der Zeit. Fincher zeigt die Welt, wie sie wirklich ist: böse. Die Dialoge sind spärlich, die Gesichter verschlossen, Blicke vieldeutig, meist resignierend. "Panic Room" unterstreicht einerseits, dass es unendlich viele Facetten der menschlichen Seele gibt. Andererseits zeigt der Film, dass es Fincher schon versteht, die seelischen Abgründe in seine ebenso intelligenten wie realistischen Geschichten zu flechten.

Zurzeit gibt der 46-jährige Regisseur dem Fantasy-Drama "Der seltsame Fall des Benjamin Button" den letzten Schliff. Es ist seine mittlerweile dritte Zusammenarbeit mit Brad Pitt, der die Titelrolle übernimmt. In der weiblichen Hauptrolle ist Cate Blanchett zu sehen, zudem stehen Julia Ormond und Tilda Swinton auf der Besetzungsliste. Die Verfilmung der Novelle von F. Scott Fitzgerald soll am 29. Januar 2009 in die deutschen Kinos kommen.

Jasmin Herzog


In letzter Sekunde ist Meg (Jodie Foster) und ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart, links) die Flucht in den "Panic Room" gelungen.
In letzter Sekunde ist Meg (Jodie Foster) und ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart, links) die Flucht in den "Panic Room" gelungen. (ProSieben / Sony)

Als Burnham (Forest Whitaker) erfährt, dass sich Personen in dem Haus befinden, will er den Einbruch nicht weiter durchführen. Junior (Jared Leto, links) redet ihm allerdings ins Gewissen.
Als Burnham (Forest Whitaker) erfährt, dass sich Personen in dem Haus befinden, will er den Einbruch nicht weiter durchführen. Junior (Jared Leto, links) redet ihm allerdings ins Gewissen. (ProSieben / Sony)

Sarahs (Kristen Stewart) Zustand wird zunehmend schlechter. Doch der Gangster Burnham (Forest Whitaker) hat ein gutes Herz und verabreicht ihr das Insulin.
Sarahs (Kristen Stewart) Zustand wird zunehmend schlechter. Doch der Gangster Burnham (Forest Whitaker) hat ein gutes Herz und verabreicht ihr das Insulin. (ProSieben / Sony)

Datum: 02.08.2008

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Artikel ID 203404

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