|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Die durch die Hölle gehen(tsch) Filme zwischen 1950 und 1975 vermittelten oft den Eindruck, der Krieg sei ein einziges großes Abenteuer gewesen, in dem sich Helden und taffe Typen tummelten. Michael Cimino war einer der Ersten, der mit dieser Weichzeichnung endlich Schluss machte und die inneren Wunden, die das Töten beim Menschen hinterlässt, radikal aufzeigte. Dafür wurde sein Vietnam-Drama "Die durch die Hölle gehen" ("The Deer Hunter", USA, 1978) mit fünf Oscars ausgezeichnet (unter anderem "bester Film", "beste Regie", "bester Nebendarsteller"). Seltsamerweise ging ausgerechnet der beeindruckende Robert De Niro, den jeder Zuschauer von damals noch vor Augen hat, leer aus. Das Erste eröffnet mit Ciminos Film nun eine Reihe zum 65. Geburtstag von De Niro am 17. August. Die drei Freunde Michael (De Niro), Steven (John Savage) und Nick (Christopher Walken) leben als Stahlarbeiter in einem schmucklosen Kaff in Pennsylvania und vertreiben sich die freie Zeit unbeschwert mit Jagen und Billard. Doch 1968 werden sie nach Vietnam einberufen. Zuvor feiert Steven noch ein rauschendes Hochzeitsfest, und am Morgen danach streifen sie noch einmal durch die Wälder, trinken Bier und jagen Hirsche. Vielleicht glauben sie selbst, dass das im Krieg nicht anders sei: durchs Gelände schleichen, zielen, abdrücken - fertig. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Steven wird schwer verletzt und landet im Rollstuhl. Noch schlimmer erwischt es Michael und Nick: Die beiden geraten in Gefangenschaft und werden von den Vietnamesen zum "Russischen Roulette" gezwungen. Dabei müssen sie sich einen Revolver mit nur einer Kugel in der Trommel an den Kopf halten und abdrücken, zur Belustigung ihrer Peiniger. Mit dieser erschütternden Szene findet Cimino eine perfekte Parabel für den Irrsinn des Krieges: das Kämpfen als mörderisches Glücksspiel, als brutaler Überlebenskampf nach dem Naturrecht, in dem die Regeln der Zivilisation außer Kraft gesetzt sind. Robert De Niro scheint eins mit seinem Vietnamkämpfer Michael geworden zu sein, der unter diesem mörderischen Druck dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und sich und seinen Kumpel Nick (Christopher Walken, der den Oscar als bester Nebendarsteller bekam) befreien kann. Der Preis, den beide bezahlen müssen, ist allerdings hoch: Nick verliert den Verstand und bleibt in Saigon, wo er um Geld das Roulette des Todes weiterspielt. Michael selbst kehrt als gebrochener Mann in die Heimat zurück. Bei seiner europäischen Erstaufführung während der Berlinale 1979 führte der Film zu einem Skandal: Die sowjetische Delegation bezeichnete den Film als (rassistische) "Beleidigung für das Volk von Vietnam" und reiste ab. Doch "Die durch die Hölle gehen" setzte filmische Maßstäbe. Wer sich fortan nicht in die "Missing in Action"- oder "Rambo"-Ecke begeben wollte, musste sich um eine realistische Sichtweise des Krieges bemühen. Das Ergebnis ist in Filmen wie "Der Soldat James Ryan", "Der schmale Grat" oder "Black Hawk Down" zu besichtigen: kein Soldat mehr, dem der drohende Tod nicht ins Gesicht geschrieben steht. Keine Heldenposen, nur noch Verzweiflung. (Die Robert De Niro-Reihe wird am Mittwoch, 13.08., mit dem Film "Wie ein wilder Stier" fortgesetzt.) Hans Czerny |
| Manche mögen´s heiss | |
| Zwei stellenlose Musiker werden zu ahnungslosen Mordzeugen und schmuggeln sich auf der Flucht vor Mafia-Gangstern als Frauen verkleidet in eine Damenjazzkapelle. Auf der Fahrt nach Miami verlieben sich ... | |
| Django | |
| Blutiger Italowestern, der eine Flut von Django-Epigonen zur Folge hatte. | |
| Citizen Kane | |
| Dieser Film setzte Maßstäbe, obwohl er bei elf Oscar-Nominierungen nur mit einem goldenen Jungen bedacht wurde. Der Millionär Charles Foster Kane stirbt auf seinem Schloss Xanadu. Stets hat er zu den Herrschern ... | |
| Rocco und seine Brüder | |
| Was haben sie ihn nicht kritisiert und an seinem Können gezweifelt? Doch Luchino Visconti ließ sich nicht von seinem Visionen abbringen. Dem italienischen Regisseur erging es wie vielen genialen Künstlern, ... | |
| Achteinhalb | |
| In der Schreibmappe, in der der große Federico Fellini seine erotischen Frauen-Skizzen aufzubewahren pflegte, fand sich auch eine große auf ein Stück Papier gekritzelte "8 1/2". Dem Maestro gefiel die ... | |
| Fahrraddiebe | |
| Der Neorealismus ist „ein moralischer Begriff, der genau das als Wirklichkeit darstellt, was die bürgerliche Gesellschaft sich bemüht zu verbergen“, so der Philosoph Roland Barthes. Vittorio de Sicas "Fahrraddiebe" ... |
![]() Konzert-DVD im Stream ![]() Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream |