Wie im Himmel
(tsch) Daniel Dareus (Michael Nyqvist) erobert als Dirigent die Konzertsäle der Welt. Ob in Mailand oder Salzburg, der Musiker mit der extremen Körpersprache bleibt im Gedächtnis. Schweißtriefend treibt er sein Orchester zu Höchstleistungen an und stoppt selbst nicht, wenn ihm das Blut aus der Nase läuft. Ein Besessener, der davon träumt mit Musik die Herzen der Menschen zu öffnen. Nur dass sein Dirigentenstock dabei zur Brechstange mutiert. Ein lebensbedrohlicher Zusammenbruch zwingt ihn zum Innehalten. Er zieht sich in das schwedische Dorf seiner frühen Kindheit zurück, ein Ort, den er nach und nach mit neuen Augen zu sehen beginnt: "Wie im Himmel" eben. Kay Pollak inszenierte das Drama aus Schweden, das nun in den Kinos anläuft.
Anzeige
Überall ist Musik. In einem gemischten Kirchenchor aus Laien findet Daniel Dareus Stimmen, die ihm wie ungeschliffene Rohdiamanten erscheinen. Obwohl er eigentlich in seinem neuen Leben "nur zuhören wollte", erwacht seine alte Begeisterungsfähigkeit für Töne und Klänge wieder. Und damit manövriert er sich in große Probleme.Die Sänger lieben zwar ihren hingebungsvollen neuen Kantor trotz seiner seltsamen Methoden, Lieder zu erarbeiten. Doch für den Pastor und andere konservative Kräfte im Dorf bleibt er ein Außenseiter, den sie misstrauisch beäugen und bekämpfen. Die himmlische Rückkehr von Kay Pollak nach 20 Jahren auf den Regiestuhl lohnte sich. Das Drama über die Kraft der Musik gehört in Schweden zu den erfolgreichsten Filmen überhaupt und erhielt eine Oscar-Nominierung als "Bester ausländischer Film" 2005. Stärken und Schwächen der gut durchdachten, ganz "normalen" Figuren werden mit Sympathie, aber ohne Weichzeichnung beobachtet. Das gilt auch für die ungewöhnlichen, nicht klassisch schönen Gesichter, die ebenso wie die Stimmen ihre eigene Faszination entfalten. Ein bisschen Liebe muss dann auch sein. Da steht "Wie im Himmel" dem Gospelchorfilm "Oh Happy Day" aus der dänischen Provinz, der letztes Jahr bei uns zu sehen war, in nichts nach. Allerdings trägt er nicht ganz so dick auf, versucht nicht krampfhaft lustig zu sein und bleibt bis zum Ende angenehm bittersüß.
Diemuth Schmidt
|
Credits: V:Prokino, S 2004, R: Kay Pollak, D: Frida Hallgren, Michael Nyqvist, Helen Sjöholm u.a.
Kinostart: 20.10.2005
Wertung 
| | |
|
| Als der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus (Michael Nyqvist) auf der Bühne einen Zusammenbruch erleidet, zieht er sich in sein altes Heimatdorf zurück. (Prokino) |
|
| In seiner neuen Aufgabe als Kantor entdeckt Daniel (Michael Nyqvist) seine Liebe zur Musik wieder. (Prokino) |
|
| Die aufgeschlossene Supermarkt-Kasssiererin Lena (Frida Hallgren) ist Mitglied im Kirchenchor. (Prokino) |
|