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Küss mich bitte!

Küss mich bitte!

(tsch) Kein Kuss. Aber wenigstens ein Film darüber. "Küss mich bitte!" ist ein seltsames Stück Kino. Da treffen sich ein Mann und eine Frau ganz zufällig. Sie verbringen einen wundervollen Abend miteinander, verstehen sich prächtig. Und dann passiert nichts. Nicht einmal im Hotelzimmer, in das sie sich zurückziehen. Regisseur Emmanuel Mouret, der auch die Hauptrolle übernahm, zeichnet mit leichtem Strich ein ganz zauberhaftes Bild von den Unwägbarkeiten, die die Liebe im Leben so bereitstellt. Und meistens beginnt das alles ganz harmlos mit einem Kuss.

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Und genau das weiß Émilie (Julie Gayet). Also widersteht sie der Versuchung und den Bitten Gabriels (Michael Cohen). Die beiden haben sich gerade in Nantes kennengelernt und sympathisch gefunden. Normalerweise führt das eine an so einem Dienstreiseabend zum anderen. Aber Émilie erzählt lieber eine Geschichte. Und die ist absurd, so abwegig, dass sie nur echt sein kann. Sie beginnt mit einem Kuss.

Dabei wollte Émilies Freundin Judith (Virginie Ledoyen), glücklich mit Claudio (Stefano Accorsi) verheiratet, nur ihrem besten Freund helfen. Dieser Nicolas (Emmanuel Mouret) hat nach einer gescheiterten Beziehung und Liebesentzug Sehnsucht nach körperlicher Zuneigung. Aber bitteschön nicht gegen Bezahlung. Also hilft Julie. Aber es bleibt nicht beim ersten Kuss und dem unbeholfenen, steifen Sex zwischen Freunden. Auch wenn es eine Weile dauert, bis aus der platonischen Beziehung mit gelegentlichem Beischlaf echte Liebe wird. Die ist dann aber umso heftiger. Was tun, wenn's brennt und Claudio nicht verletzt werden soll? Sie haben eine listige Idee. Um ihm nicht wehzutun, muss er sich schnell verlieben. Also wird Nicolas' Ex engagiert.

Natürlich bleibt das alles nicht komplikationsfrei, aber so ist das Leben nunmal. Des einen Glück ist des anderen gebrochenes Herz. "Küss mich bitte!" erzählt mit Leichtigkeit und doch sehr präzise von dem Chaos, das gemeinhin als Leben bezeichnet wird. Subtil, ehrlich und in der Alltäglichkeit unheimlich witzig wird hier geredet, gehandelt, geliebt. Emmanuel Moret spielt souverän mit den Erzähl- und Zeitebenen und flicht vergnüglich ein komplexes Geflecht aus all den Gefühlen - den großen wie kleinen - die das Leben so spannend machen. Von der französischen Presse nicht zu Unrecht als legitimer Nachfolger Woody Allens und Eric Rohmers gefeiert, erweist er sich als begnadeter Kommentator des Lustspiels Leben.

Andreas Fischer

Credits:
V:Arsenal, F 2007, R: Emmanuel Mouret, D: Virginie Ledoyen, Emmanuel Mouret, Julie Gayet u.a.

Laufzeit: 96 Min.

Kinostart:
07. August 2008


"Küss mich bitte!" ist ein augenzwinkernder Kommentar des Lebens und der Liebe.
"Küss mich bitte!" ist ein augenzwinkernder Kommentar des Lebens und der Liebe. (Arsenal)

Judith (Virginie Ledoyen) und Nicolas (Emmanuel Mouret) sind eigentlich nur beste Freunde. Eigentlich.
Judith (Virginie Ledoyen) und Nicolas (Emmanuel Mouret) sind eigentlich nur beste Freunde. Eigentlich. (Arsenal)

Caline (Frédérique Bel) soll Claudio (Stefano Accorsi) von der Traurigkeit erlösen.
Caline (Frédérique Bel) soll Claudio (Stefano Accorsi) von der Traurigkeit erlösen. (Arsenal)

Datum: 03.08.2008

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Diskussion: "Küss mich bitte!"

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