(tsch) Kürzlich haben es die Amerikaner sogar mit Tischtennis versucht ("Balls of Fury" läuft noch in einigen Kinos). Aber wirklich erfolgreiche Filme zum Thema Sport hat es bislang eher selten gegeben. American Football interessiert in Deutschland ohnehin nur wenige. Da nutzte auch die prominente Besetzung nichts - "An jedem verdammten Sonntag" von Oliver Stone tat sich schwer an den Kinokassen und bei seiner Erstausstrahlung bei RTL. Nun wiederholt vox den Film von 1999.
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Al Pacino als Trainer Tony D'Amato, Cameron Diaz als Team-Besitzerin Christina Pagniacci, Dennis Quaid als legendärer Quarterback Jack "Cap" Rooney. Wenn Regisseur Oliver Stone anklopft, sagt niemand "Nein".
In den USA blieb "Any Given Sunday" (Originaltitel) mit einem Einspielergebnis von etwa 75 Millionen Dollar etwas hinter den Erwartungen zurück. Es lässt sich nicht bestreiten: Stone hat einen Film über American Football gemacht, eine Hommage an dieses Spiel, das er offensichtlich gerne mag. "Im Alter von etwa neun Jahren begann ich, Football-Karten zu sammeln."
Ein Großteil der Laufzeit gehört Tempo, Taktik und Brutalität dieses Sports. Es war die erste Kinoarbeit von Kameramann Salvatore Totino, der bis dahin vor allem Musik-Clips inszenierte. Die Optik von "An jedem verdammten Sonntag" ist wild: schnelle Schnitte, gewagte Großaufnahmen, Tempo, Tempo und nochmals Tempo. - Helme und Blicke knallen aufeinander, der Quarterback sucht einen Anspielpartner, gelbe Flagge, kein Raumgewinn, das Laufspiel funktioniert nicht. Wer's nicht versteht, dem bleibt immerhin eine ansprechende Ästhetik.
Oliver Stone und die National Football League konnten sich auf keine Zusammenarbeit einigen, sodass Liga, Vereine und Spieler fiktiv sind. Doch die Angst der Verantwortlichen scheint im Nachhinein unbegründet. Stone gibt zwar die erwarteten kritischen Einblicke ins Geschäft, behandelt die Maschinerie jedoch insgesamt recht schonend. Es geht vor allem um das Schicksal des alternden Trainers Tony D'Amato, der vor Jahren die Miami Sharks zum SuperBowl führte. Nun aber häufen sich die Niederlagen. Team-Besitzerin Christina Pagniacci - sie hat den Verein geerbt - hat erste Zweifel an D'Amatos Qualitäten. Zu allem Übel fällt auch noch der erfahrene Quarterback Jack Rooney aus.
Bald wird es eine klassische Story über Aufstieg und Fall, über Jugend und Alter. Denn Ersatz-Quarterback Willie Beamen (Jamie Foxx) wird ins kalte Wasser geworfen und feiert Erfolge. Die Verführungen des Business brechen über ihn herein. D'Amato hat alle Hände voll zu tun, seinen Jungstar am Boden zu halten.
Bis hin zu einem erstaunlich versöhnlichen Ende geschieht nur wenig. Stone zelebriert das Thema, das als Plattform für zutiefst menschliche Konfliktherde herhält: Geldgier, Egoismus, Neid. Dass es am Ende jeder gelernt hat und die Welt voll von Gewinnern ist, ist wohl ein Zugeständnis an die Millionen amerikanischer Football-Fans, die sich trotz aller Negativ-Schlagzeilen die Freude an ihrem Sport ohnehin niemals nehmen lassen würden.
Tom Ruder
Für Tony (Al Pacino) ist das Team sein Leben. Warum sonst sollte er jeden Morgen aufstehen? (vox)
Football-Trainer Tony D'Amato (Al Pacino, rechts) mit seinem Star-Quarterback Jack "Cap" Rooney (Dennis Quaid, links) und dem unerfahrenen Willie Beamen (Jamie Foxx), der nur darauf wartet, zu beweisen, was in ihm steckt. (vox)
Vereinspäsidentin Christina (Cameron Diaz) setzt ihren Trainer Tony (Al Pacino) massiv unter Druck: Siege müssen her, egal um welchen Preis! (vox)
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