(tsch) Sieben so genannte Hongkong-Awards, die Fachzeitschrift "Variety" schwärmte in den höchsten Tönen, herausragende Einspielergebnisse in asiatischen Kinos. Dennoch: Kaum jemand in Deutschland und in der restlichen westlichen Welt hat "Infernal Affairs - Die achte Hölle" (2002) gesehen. Die wenigsten wissen, dass die Regiearbeit von Andrew Lau und Alan Mak als Vorlage für den Oscar-prämierten Blockbuster "Departed: Unter Feinden" diente.
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"Infernal Affairs' gehört zu den Filmen, die mich zum Fan des Hongkong-Kinos gemacht haben, doch 'Departed' ist kein Remake dieses Films", sagt der Regisseur Martin Scorsese. "In Bezug auf die Handlung ließen wir uns von 'Infernal Affairs' inspirieren, doch William Monahan (Autor des Remakes, d. Red.) erfand eine Welt, die sich stark von der Hongkong-Vorlage unterscheidet." Ironisch, dass ausgerechnet ein Remake - das eigentlich keines ist - Scorseses "Oscarfluch" brach. Seit Jahren hoffte der Meisterregisseur vergeblich auf die Auszeichnung "Beste Regie". Der ewige Nominierte drohte schon, mit Hollywood zu brechen, als er 2007 dann endlich den verdienten Goldjungen in Empfang nehmen durfte - vielleicht auch Dank der genialen Vorlage.
"Infernal Affairs - Die achte Hölle" taucht tief ins mafiöse Triaden-Geschäft der Insel ab. Gut und Böse gibt es in diesem Film nicht wirklich: Ming (Andy Lau, im neuen Film übernahm die Rolle Matt Damon) und Yan (Tony Leung, neu: Leonardo DiCaprio) sind beide zugleich Polizisten und Maulwürfe, die undercover für die jeweils andere Seite des Gesetzes arbeiten. Beide wissen nichts voneinander. Ming unterwandert im Auftrag des Triadenbosses Sam (Eric Tsang, neu: Jack Nicholson) die Hongkonger Polizei, Yan spioniert für die Behörden die Unterwelt aus. Und: Beide haben die Schnauze voll von ihrem Job. Sie wollen wieder offiziell in die Legalität zurückkehren. Ming müsste dafür allerdings seinen Auftraggeber Sam töten, Yan hat mit seinem Vorgesetzten zu kämpfen.
Als ein groß angelegter Drogendeal über die Bühne gehen soll, wird den Schurken und den Cops klar, dass sie einen Spitzel in den eigenen Reihen haben. Yan und Ming bekommen Todesangst, ein perfides Katz- und Mausspiel beginnt: Recht und Gerechtigkeit werden mit Füßen getreten und verschwimmen in einem Sumpf von Illoyalität und Narzissmus.
Jan Treber
Yan (Tony Leung, hinten) und Ming (Andy Lau) sind erbitterte Gegner - beide Cops, beide Spitzel. (ZDF / Yiu-Fai Lai)
Ming (Andy Lau) wurde von der Unterwelt in die Hongkonger Polizei eingeschleust. (ZDF / Yiu-Fai Lai)
Triadenboss Sam (Eric Tsang, vorne links) und Superintendent Wong (Anthony Wong, rechts sitzend) von der Polizei kämpfen um die Vorherrschaft im Revier. (ZDF / Yiu-Fai Lai)
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