(tsch) ProSieben kann sich gleich über zwei gute Gründe freuen, den Actionthriller "15 Minutes" von 2001 aus dem Archiv zu holen. Zum einen feierte Hauptdarsteller Robert De Niro kürzlich seinen 65. Geburtstag. Zum anderen ist das Thema des Films brandaktuell. Reality-TV erreicht in diesem Jahr ein neues Ausmaß: Während Sarah Connor und Marc Terenzi schon wieder in einer Dokusoap tiefe Einblicke in ihr Privatleben geben, lässt sich das gealterte Sexsymbol Brigitte Nielsen bei einer schönheitschirurgischen Generalüberholung filmen. Außerdem sind die ProSieben-Kameras ganz nah dabei, wenn sich die werdenden Eltern Giovanni und Jana Ina Zerella auf die Geburt ihres ersten Kindes vorbereiten. Wie ironisch, dass ausgerechnet der Haussender der Promi-Dokusoaps schlechthin den Reality-TV-Thriller zeigt.
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Die beiden Osteuropäer Emil (Karel Roden) und Oleg (Oleg Taktarov) reisen nach New York, um bei einem alten Kumpel Schulden einzutreiben. Der hat jedoch die gesamte Kohle verprasst, sodass der cholerische Emil ihn und dessen Freundin kaltblütig umbringt. Und der etwas tumbe Russe Oleg, der davon träumt, ein neuer Frank Capra zu werden, nimmt mit seiner soeben geklauten Videokamera alles auf.
Mit dem Fall betraut werden der Chefermittler Eddie Flemming (De Niro), der es als medienfreundlicher Cop schon aufs Cover der Zeitschrift "People" gebracht hat, und der Brandstiftungsexperte Jordy Warsaw (Edward Burns). Nachdem sich die grundverschiedenen Gesetzeshüter zusammengerauft haben, machen sie sich auf die Suche nach den Tätern. Währenddessen hat der schlaue Emil erkannt, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten selbst Verbrecher reich und berühmt werden können, wenn sie ihre brutalen Taten nur fernsehtauglich verkaufen - Stichwort Reality-TV. Und wenn man sich noch dazu als unzurechnungsfähig ausgibt, winkt sogar Straffreiheit. Ihr nächstes Opfer haben die Killer in Star-Cop Flemming ausgemacht ...
Fast schon unnötig, zu erwähnen, dass sich Regisseur Herzfeld von einem Zitat Andy Warhols zu seinem Film inspirieren ließ: "In Zukunft wird jeder für 15 Minuten berühmt sein", hatte der Künstler einst prophezeit. Aber woher rührt dieser Wunsch, im Rampenlicht zu stehen? Einfache Antwort: Schuld sind - klar! - die Medien. Doch die kommen in "15 Minutes" leider viel zu kurz - dabei hätte sich deren Sensationsgier zur Anklage angeboten, ja geradezu aufgedrängt. Trotzdem lohnt sich "15 Minutes", da der Film zumindest als konventioneller Actionthriller hervorragend funktioniert.
Jan Treber
Eddie Flemming (Robert De Niro), Chefermittler der New Yorker Mordkommission, ist ein Medienstar. (ProSieben / New Line Cinema)
Brandexperte Jordy Warsaw (Edward Burns) wird in den komplizierten Fall verwickelt. (ProSieben / New Line Cinema)
Der erfahrene Cop Eddie Flemming (Robert De Niro) bekommt es mit osteuropäischen Gangstern zu tun, die Reality-TV-Stars werden wollen. (ProSieben / New Line Cinema)
Nichts schweißt eine Familie enger zusammen als ein gemütlicher Spieleabend. - Wer das tatsächlich denkt, dem ist schon lange kein "Mensch ärgere dich nicht"-Brett mehr entgegengeflogen und der musste ...
Jeder hat so einen im Bekannten- oder gar Freundeskreis: einen, der es nicht hinkriegt mit der Ordnung, der in seinem ungeordneten Haushalt beinahe umzukommen scheint. Aber so recht einzuordnen wusste ...
Der unkonventionelle Arbeitstitel "Bummm! Deine Familie, Dein Schlachtfeld" wurde vom Verleih ausgetauscht. "Das wahre Leben" (2006) hieß Alain Gsponers Film, der nun in der Reihe "Debüt im Ersten" läuft, ...
"Couscous mit Fisch" hat vor allem eins: viel Sinn für das Zwischenmenschliche. Der Film des französischen Regisseurs algerischer Abstammung Abdel Kechiche ist ein sehr herzliches und lebendiges Porträt ...
Wenn in letzter Zeit der Irak-Krieg in US-Filmen thematisiert wurde, stand der menschliche Aspekt im Vordergrund, etwa in Paul Haggis` „Im Tal von Elah“ (2007) oder Kimberly Peirces „Stop-Loss“ (2008). ...
2005 war ihr Jahr, und es war ein gutes: Scarlett Johansson war eine der dominantesten Schauspielerinnen auf den weltweiten Kinoleinwänden. Zwar erreichten ihre fünf Filme nicht mehr das Zuschauerpotenzial ...
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