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Star Wars: The Clone Wars

Star Wars: The Clone Wars

(tsch) Ist das nun die finale Ausbeutung eines in die Jahre gekommenen Filmmythos'? Oder im Gegenteil: seine logische Vollendung? Schließlich verdankte die sternenbenebelte Raumschiff-Saga "Star Wars" schon immer mindestens so viel einer "Perry-Rhodan"-Comic-Ästhetik wie dem klassischen Filmgenre Science Fiction. Immerhin: Im Fall der mauen "Matrix"-Fortsetzungen "Reloaded" und "Revolutions" (beide: USA 2003) nahmen sich einst die flankierend auf DVD veröffentlichten "Animatrix"-Episoden noch vergleichsweise erfreulich aus.

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"Star Wars: The Clone Wars" ist nun gewissermaßen die Überführung des George-Lucas-Stoffs in seinen ihm gerecht werdenden Zustand des Animationsfilms. Gerecht werdend deshalb, weil die zuletzt verfilmten Episoden I bis III (USA 1999 bis 2005) ihr namhaftes Personal - Ewan McGregor, Natalie Portman, Samuel L. Jackson - in der Tendenz zur Staffage in einer ganz auf Effekte ausgelegten Computersimulation degradierten. So ist es einigermaßen rührend, zu sehen, dass nun "The Clone Wars" seine Protagonisten anatomisch ihren "realen" Vorgängern auf der Leinwand sichtbar nachempfunden hat.

Dennoch: Die von Regisseur Dave Filoni überwachte Produktion ist vom technischen Standpunkt betrachtet einigermaßen enttäuschend. Im Vergleich zur virtuosen Kunstfertigkeit der Pixar-Studios wirken die von Lucasfilm belebten Figuren mit ihrem ungelenken Bewegungsapparat reichlich blass - sei das so gewollt oder nicht.

Inhaltlich besetzt "The Clone Wars" - wie schon die gleichnamige, Emmy-gekürte TV-Zeichentrickserie (USA 2003 bis 2005) - die Schnittstelle zwischen den "Star Wars"-Episoden II und III. In der einstmals friedvollen, prosperierenden Galaxis ist ein verheerender Krieg ausgebrochen - zwischen der von den Jedi-Rittern und ihren Klonkriegern militärisch geschützten Republik auf der einen und den von totalitären Separatisten und ihrer Druidenarmee auf der anderen Seite. Anakin Skywalker ist von seinem weisen Meister Obi-Wan Kenobi zum Jedi-Ritter ausgebildet worden und findet fortan reichlich Gelegenheit, seine außerordentlichen Fähigkeiten im galaktischen Gemetzel zu beweisen.

Der Krieg schwankt unentschieden von Gefecht zu Gefecht, als ein vom finsteren Count Dooku listig eingefädeltes Komplott das Schicksal zugunsten der Separatisten zu entscheiden droht. Dooku ließ den Sohn des mächtigen, aber bislang nicht im Krieg involvierten Gangsterbosses Jabba der Hutt entführen, den er glauben lässt, die Jedi-Ritter steckten hinter der Tat. Die Streitkräfte der Republik, die vom Placet des schwabbeligen Unsympathen abhängig sind, setzen mit Skywalker und seiner aufmüpfigen neuen Begleiterin Ashoka Tano an vorderster Front alles daran, den entführten Filius zu retten und das schleimige Zünglein an der Kriegswaage zu besänftigen.

Dass die "Clone Wars"-Episode zuvor nicht verfilmt worden ist, hat womöglich seinen Grund im erzählerisch eher dürftigen Potenzial des unübersichtlichen Kriegsgemetzels. Überdies erliegen Lucas und seine Filmcrew hier der Versuchung, die prinzipiell unbegrenzten visuellen Möglichkeiten des Animationsfilms in eine hemmungslose virtuelle Materialschlacht zu überführen, die alles zeigt und fast nichts erzählt.

Gerade wo Pixar auch punktet - mit ausgearbeiteten Plots und geistreichen Dialogen - macht "The Clone Wars" keine berauschende Figur. Die dialogische Schmalkost aus markigen Sprüchen ("Wie sieht unser Angriffsplan aus?" - "Mir nach!") und den ewig gleichen militärischen Befehlen, gestaltet sich schnell ermüdend. Zwischen Anakin Skywalker und der kessen Göre Ashoka entspinnt sich eine Art infantiler Screwball-Abtausch, und selbst der kleine, weise Meister Yoda plaudert bloß offensichtliche Allgemeinplätze aus. Am schwerwiegendsten wirkt sich vielleicht aber das Versäumnis aus, die erzählerische Pointe der gesamten Saga - die dialektische Kippfigur Skywalker / Darth Vader - auf einen strahlenden, jungen Helden zu reduzieren.

Bis kurz vor dem Kinostart bemühte man sich beim Filmverleih um eine Altersfreigabe für "The Clone Wars" ab sechs Jahren. Für diese Altersklasse sollte es dann immerhin langen.

Jens Szameit

Credits:
V:Warner, USA 2008, R: Dave Filoni

Laufzeit: 98 Min.

Kinostart:
14. August 2008


"Star Wars: The Clone Wars" reizt das unerschöpfliche Action-Potenzial des Animationsfilms voll aus - lässt bei Plotaufbau und Dialogführung aber jegliche Sorgfalt vermissen.
"Star Wars: The Clone Wars" reizt das unerschöpfliche Action-Potenzial des Animationsfilms voll aus - lässt bei Plotaufbau und Dialogführung aber jegliche Sorgfalt vermissen. (Warner)

Kein Ende in Sicht: Obi-Wan Kenobi kämpft sich tapfer durch die "Clone Wars".
Kein Ende in Sicht: Obi-Wan Kenobi kämpft sich tapfer durch die "Clone Wars". (Warner)

Allgemeinplätze im syntaktischen Freestyle: Meister Yoda zeigt sich schlecht in Form.
Allgemeinplätze im syntaktischen Freestyle: Meister Yoda zeigt sich schlecht in Form. (Warner)

Datum: 10.08.2008

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