(tsch) Er hat geschuftet, dem Vernehmen nach sogar über Monate hinweg mit Elitesoldaten trainiert. Es ist Komödie, aber es sollte trotzdem glaubwürdig wirken. Adam Sandler hatte schon vor Jahren die Idee, den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in einem Film zu verarbeiten. "Leg dich nicht mit Zohan an" (Start: 14.08.) erzählt nun von einem Agenten des Mossad, den Sandler selbst spielt. Der träumt davon, auszusteigen und ein neues Leben zu beginnen: als Friseur in New York.
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Geld sei ihm wichtig, gibt Adam Sandler unumwunden zu, fügt aber sofort an: "Aber nur, um damit machen zu können, was ich wirklich will: Filme." Der Comedian aus Brooklyn, New York, lebt für seinen Beruf. Längst gehört Sandler mit zu den mächtigsten Männern Hollywoods.
Nachdem zahlreiche seiner Filme die magische 100-Millionen-Dollar-Grenze an den US-Kinokassen überschritten, wird ihm von allen Seiten ein Gespür für Erfolg bescheinigt. "Happy Madison" heißt seine eigene Produktionsfirma, mit der er nicht nur fürs Kino arbeitet. Sandler ist zudem an der Entwicklung einiger TV-Shows in den USA beteiligt, darunter die Serie "Rules of Engagement" sowie die neuen Comedy-Central-Serien "The Gong Show with Dave Atell" und "Gay Robot". Dazu veröffentlicht er immer wieder Comedy-Alben, von denen er mittlerweile mehr als sechs Millionen Exemplare verkauft hat.
Wie für viele seiner Kollegen wurde auch für Sandler die TV-Show "Saturday Night Live" der Ausgangspunkt für seine Karriere. In einem Comedy-Club in Los Angeles wurde der Mann, der aus einer einfachen Familie stammt - sein Vater war Elektriker - entdeckt. Seine Karriere auf der Bühne hatte er bereits mit 17 begonnen. Heute, so stellte das "Forbes Magazine" fest, verdient er rund 30 Millionen Dollar im Jahr. Eine Karriere, wie sie wohl nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten möglich ist.
Tatsächlich tut sich Sandler international nicht immer leicht. Alle seine Filme starten auch in Deutschland, doch zum Superstar hat er es hier nicht wirklich geschafft. Verkörpert er doch in seinen meisten Filmen eine Art All-American-Boy mit typischen amerikanischen Eigenarten, die hierzulande bisweilen fremd wirken. Was auch für seinen derben, manchmal bewusst oberflächlichen Humor gilt. Immer wieder ist er der klassische Loser-Typ mit einem Herzen aus Gold, der größten Wert auf Ehrlichkeit legt und ab und zu einmal die Beherrschung verliert - gut zu beobachten in der Komödie "Big Daddy", in der er einen trotteligen Vater wider Willen spielt. Das intellektuelle Niveau vieler seiner Filme steht dabei in krassem Gegensatz zu seiner Ausbildung: Immerhin kann Sandler einen Abschluss im Fach Schöne Künste an der New York University vorweisen.
Privat ist Sandler mit der Schauspielerin Jackie Titone liiert, die seit der ersten gemeinsamen Arbeit - "Big Daddy" - auch einige Male an seiner Seite im Kino zu sehen war. 2003 heirateten die beiden, die Tochter Sadie wurde 2006 geboren. Derzeit erwarten sie ihr zweites Baby, das im Oktober zur Welt kommen soll. Seiner Frau, so ließ er mit ironischem Augenzwinkern in einer US-Talkshow verlauten, gehe es den Umständen entsprechend schlecht. "Sie übergibt sich oft, morgens, nachmittags - das volle Programm." Tochter Sadie sehe das mit Sorge, doch er habe sie beruhigen können: "Mami ist nicht krank. In ihr wächst nur etwas, was wahrscheinlich bald aus ihrer Vagina kommt und dir die Hälfte deines Spielzeugs wegnimmt."
Ein Leben also, wie aus dem Bilderbuch. Und doch nimmt Sandler den Erfolg dem eigenen Bekunden nicht als selbstverständlich hin. Eines Tages, so sagt er selbst, könne er sich auch "eine Rückkehr zu den Wurzeln" vorstellen. Zurück als Stand-Up-Comedian auf die Bühne ... wo alles begann.
Jan Treber
In seinem neuen Film "Leg dich nicht mit Zohan an" spielt Adam Sandler einen israelischen Agenten. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)
Zohan (Adam Sandler) findet sich auch im Großstadtdschungel New York gut zurecht. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)
Beim Beach-Barbeque am Bundespressestrand in Berlin zum neuen Film "Leg dich nicht mit Zohan an" gab Adam Sandler bereitwilig Autogramme. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)