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Mumien und Grabräuber

Totgesagte leben länger

(tsch) "Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharao stört." Diesen Fluch soll der Archäologe Howard Carter 1922 auf einer Tontafel im Grab des legendären Tutanchamuns gefunden haben - und tatsächlich kam es nach dem Grabfund zu einer ganzen Reihe mysteriöser Todesfälle in Carters Team. Eine historische Episode, die zahlreiche Hollywoodregisseure inspirierte: 1932 erweckte Karl Freund in "Die Mumie" erstmals den Hohepriester Im-Ho-Tep (Boris Karloff) zum Leben. Gute 67 Jahre später verfilmte Stephen Sommers das Spektakel mit Brendan Fraser in der Hauptrolle so erfolgreich neu, dass am 7. August bereits die zweite Fortsetzung ("Das Grabmal des Drachenkaisers") ins Kino kommt. Grund genug, dem altägyptischen Mythos auf die Spur zu gehen.

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Sieben Jahre sind seit dem letzten Teil von "Die Mumie" vergangen. Nun kehrt der Archäologe Rick O'Connell (Brendan Fraser) auf die Leinwand zurück. Auf der Homepage des Films, www.movies.uip.de/diemumie3, kann man sich schon mal einen ersten Eindruck von dem Abenteuer verschaffen, "das weiterlebt bis in alle Ewigkeit" - wie es in dem Trailer etwas großspurig heißt.

Einiges wird sich im dritten "Mumie"-Teil ändern: Regisseur Stephen Sommers gibt den Staffelstab an den in Action-Fragen versierten Rob Cohen ("Dragonheart") weiter. Auch Frasers bisherige Filmehefrau Rachel Weisz ist nicht mehr mit von der Partie. Die Rolle der Evelyn spielt nun Maria Bello, was bei den Fans bereits im Vorfeld für Aufregung sorgte. Zudem hat die "bisherige" Mumie Im-Ho-Tep (Arnold Vosloo) nun endgültig ausgedient. Als neuer "untoter" Bösewicht schlüpft Jet Li in die Rolle des unbarmherzigen Drachenkaisers Han, der mit seinen treu ergebenen Kriegern nach der Weltherrschaft strebt.

Die Film-Homepage ist recht einfallsreich gestaltet. Fraser und Konsorten lassen sich vor dem Hintergrund einer riesenhaften Jet-Li-Statue mit der Maus hin- und herscrollen. Darüber hinaus bietet die Website neben den üblichen Infos zum Film recht wenig: Rubriken wie "Wagenrennen" oder "Chinas Geschichte" sind trotz des Filmstarts am 7. August noch nicht in Betrieb. Die Handlung ist - so erfährt man - in China angesiedelt. Dort erweckt O'Connells mittlerweile erwachsener Sohn Alex (Freddie Boath) den (einst von einer Zauberin in Terrakotta verwandelten) Drachenkaiser zu neuem Leben. Natürlich können nur die O'Connells dem Bösewicht Einhalt gebieten.

Infos zu den Filmstars gibt's auf der Homepage leider nicht. Dafür ist Hauptdarsteller Brendan Fraser mit einer recht aufwendig gestalteten Seite im World Wide Web vertreten (www.brendanfraser.com), sein Filmwiderpart Jet Li begnügt sich dagegen mit einem etwas schlichteren Auftritt (www.jetli.com). Übrigens: Unter www.bmovies.de/mummy_1.html gibt es Filminfos, Plakate und Aushangfotos vom Originalfilm aus dem Jahr 1932 zu sehen.

Indes läuft die Vermarktung von "Das Grabmal des Drachenkaisers" in vollem Gange. Pünktlich zum Filmstart kommt ein gleichnamiges Videospiel heraus: Auf dessen Homepage Mummyvideogame.com ist zu erfahren, dass die Spieler wahlweise in die Rolle des Alex oder Rick O'Connell schlüpfen können. Deren Aufgabe ist es, "die mächtige, unterschiedliche Gestalt annehmende Mumie" aufzuhalten. Dabei wird in "verbotenen chinesischen Gräben, auf den Gipfeln des Himalaja und in anderen so atemberaubenden wie tödlichen Umgebungen gekämpft", verspricht die Kurzinfo. Unter der Rubrik "Medien" gibt's schon mal erste Screenshots vom Spiel, das inhaltlich sehr nah an dem Film angelehnt ist.

Die Homepage www.selket.de ist in Rubriken wie "altägyptische Seelenvorstellungen", "Mumifizierung", "Sarkophage" oder "Bestattungsrituale" unterteilt. Die alten Ägypter glaubten daran, dass ein Weiterleben nach dem Tod nur mit dem Körper möglich sei. In der prädynastischen Zeit vergrub man die Toten daher noch im Wüstensand, dessen Hitze die Überreste am Verwesen hinderte. Als man begann, die Leichen in aufwendigen Gräbern zu bestatten, musste ein neues Verfahren entwickelt werden: die Mumifizierung. Dabei wird dem Toten zunächst mittels eines Eisenhakens das Gehirn durch die Nase gezogen. Anschließend wird der Bauch mit einem Keilschnitt geöffnet. Nun folgt die Einbalsamierung: In die Öffnung wird eine Mischung aus Zedernöl, Radieschenpresssaft und Myrrhenöl eingeträufelt, die Leiche mit angewinkelten Knien zusammengebunden und in einen Tontopf gesteckt - am Ende diesen Prozesses bleiben nur Skelett und Haut übrig.

Nicht nur in Ägypten, sondern auch in Europa sind schon Mumien gefunden worden, wie man auf Planet-wissen.de erfährt. Dabei handelt es sich insbesondere um die sogenannten Moorleichen. Menschen also, deren Körper in dem sauerstoffarmen und mit Gerbsäure angereicherten Moorwasser regelrecht gegerbt wurden. Die bekannteste "natürliche" Mumie Mitteleuropas ist sicher der Mann, der 1991 im Gletschereis auf der italienischen Seite der Ötztaler Alpen gefunden wurde. "'Ötzi' war vor etwa 5.300 Jahren mit Ausrüstung und Proviant unterwegs, als er in eisiger Höhe starb", ist auf der Homepage weiter zu lesen. In "Das Grabmal des Drachenkaisers" besteht die Mumie übrigens aus Terrakotta, ist in diesem Sinne also gar keine "richtige" Mumie, sondern eher eine Statue. Diese kleine Unkorrektheit wird dem Erfolg des Films dennoch keinen Abbruch tun.

Philip Mukherjee


Alles Wissenswerte zum Film "Das Grabmal des Drachenkaisers" gibt's unter www.movies.uip.de/diemumie3.
Alles Wissenswerte zum Film "Das Grabmal des Drachenkaisers" gibt's unter www.movies.uip.de/diemumie3. (www.movies.uip.de/diemumie3/)

Brendan Fraser schlüpft in "Das Grabmal des Drachenkaisers" zum dritten Mal in die Rolle des Archäologen Rick O'Connell.
Brendan Fraser schlüpft in "Das Grabmal des Drachenkaisers" zum dritten Mal in die Rolle des Archäologen Rick O'Connell. (Universal)

Auf der offiziellen Homepage von Brendan Fraser findet sich Biografisches und Kurioses.
Auf der offiziellen Homepage von Brendan Fraser findet sich Biografisches und Kurioses. (www.brendanfraser.com)

Datum: 07.08.2008

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