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Heath Ledger

Beginn eines Mythos

(tsch) Es ist, als ob seine Fans ihm einen letzten Tribut erweisen wollen. Das neueste Batman-Abenteuer "The Dark Knight", in dem Heath Ledger den durchgeknallten Fiesling Joker spielt, bricht in den USA alle Einspielrekorde. Der unerwartete Tod des 28-jährigen Schauspielers dürfte dabei das Batman-Fieber ordentlich angetrieben haben. In Hollywood wird bereits darüber spekuliert, ob Ledger bei der Oscar-Verleihung 2009 posthum die begehrte Trophäe verliehen werden könnte. Für seine Darstellung des schwulen Cowboys Ennis Del Mar in "Brokeback Mountain" war er bereits einmal nominiert. Zahlreiche Fan-Pages erinnern im Internet an den Schauspieler, der wegen seines frühen Todes bereits mit James Dean und River Phoenix verglichen wird.

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Es ist ein düsteres Clownsgesicht, das einem auf dem Kinotrailer von "The Dark Knight" entgegenblickt - die strähnig-wirren Haare mühevoll nach hinten gekämmt, die Schminke wild verschmiert, schwarze Augenhöhlen und roter Lippenstift. Mit leichtem Buckel bewegt sich dieser von Heath Ledger verkörperte Joker vorwärts. Ein Schreckgespenst, weit entfernt von dem Sonnyboy aus "Casanova" (2005) oder "Ritter aus Leidenschaft" (2001). Auf der offiziellen Website des neuesten Batman-Films können sich Fans schon über den Inhalt informieren, bevor der Streifen am 21. August auch in die deutschen Kinos kommt.

Die ersten Bilder des Films lassen erahnen, wie viel Kraft die Rolle von Ledger erforderte. Die Dreharbeiten nahmen den Schauspieler so sehr mit, dass er Nächte lang wach lag und Schlaftabletten nehmen musste. Mehr und mehr steigerte er sich in die Figur des Jokers hinein. Immerhin musste der 28-Jährige gegen Jack Nicholson bestehen, der im allerersten Batman-Film dem Bösewicht seinen Stempel aufdrückte. Dem Phänomen "Joker" widmet sich die Website www.chelseagrin.com. Hier dreht sich alles um den diabolischen Comic-Fiesling und den Mann, der ihm sein Gesicht verlieh: Heath Ledger. Es finden sich auf der Homepage Trailer zum Film, Informationen zur Comicfigur sowie eine Ledger-Filmografie mit Kurzzitaten des Schauspielers zu jedem Werk.

Bis zu seiner Rolle als fratzenhaft grinsender Batman-Gegner war es ein langer Weg für Heath Ledger. Auf der Website heathbaby.com können alle Stationen im Leben des Schauspielers nachverfolgt werden: Vom Moment der Geburt bis zum Tod in seinem New Yorker Appartement am 22. Januar 2008. Eine prall gefüllte Fotogalerie ist das Herzstück der professionell und klug gestalteten Seite, die von ihren Machern überschwenglich als "best-designte Ledger Fan-Site" überhaupt bezeichnet wird. Jede Lebensphase des Australiers ist ausführlich bebildert: Kindheit, Jugend und Schulzeit. Die Administratoren haben sich sogar die Mühe gemacht, zahlreiche Magazin-Cover mit Ledger einzuscannen. Daneben gibt es Fotos des Schauspielers aus seinen Filmen und TV-Serien, von Premierenfeiern und anderen öffentlichen Veranstaltungen sowie Schnappschüsse aus seinem Privatleben.

Mit so viel Bildmaterial kann die Fansite heathledger.net nicht mithalten - und versucht es gar nicht erst. Ein eigener Fotobereich fehlt komplett auf der Page, die sich mit einem jungen, lasziv dreinschauenden Heath Ledger schmückt. Um so ausführlicher fällt dagegen die Biografie aus, die sich über ganze sechs Seiten erstreckt. Bereits mit 16 Jahren brach Heath die Schule ab, ging von Perth nach Sidney, um dort Schauspieler zu werden. Nur kurze Zeit später verschlug es ihn nach Hollywood. An der Seite von Mel Gibson spielte der damals 20-Jährige seine erste bedeutende Rolle in "Der Patriot" (2000). "Der Hype um meine Person ist nichts Natürliches. Nichts was von den Leuten ausgeht, die meine Filme sehen. Er wurde von (der Produktionsfirma) Columbia initiiert, die einen Star aus mir machen wollte", wird Ledger auf der Seite zitiert.

Seinen größten Triumph feierte der Australier ausgerechnet in einer Rolle, zu der er erst überredet werden musste. Für seinen Part als schwuler Cowboy Enis Del Mar in "Brokeback Mountain" (die Homepage des Films steht ganz im Zeichen der DVD-Vermarktung) heimste Ledger sogar eine Oscarnominierung ein. Am Set verliebte er sich in seine Filmehefrau Michelle Wiliams und ging mit ihr seine erste ernsthafte Beziehung ein. Die beiden bekamen ein Kind, zogen nach Brooklyn und lebten nach außen eine Familienidylle. Doch schon im August 2007 kam es zur Trennung, zahlreiche Negativschlagzeilen folgten: Von durchzechten Nächten und Suchtproblemen war da die Rede.

Als der Schauspieler am 22. Januar 2008 tot in seinem New Yorker Appartement aufgefunden wurde, fand man zahlreiche verschreibungspflichtige Medikamente neben seinem Bett: Ledger starb an einer Überdosis Tabletten. Viel wurde daraufhin spekuliert: War es ein Unfall oder hatte sich der Hollywoodstar umgebracht, weil er die Trennung von Michelle Williams nicht verkraften konnte? Gleich zwei Fanseiten stellen das Gedenken an den jung Verstorbenen in den Mittelpunkt: "Ruhe in Frieden. Du wirst immer in unserem Herzen sein, als einer der großartigsten Schauspieler unserer Generation" - mit diesen Zeilen wird man beim ersten Klick auf Fan.untried.net/heath begrüßt.

Auch die Homepage HeathHeathens.net versteht sich als "Heath Ledger Memorial". "Es ist der Mensch hinter dem Schauspieler, der ihn zu etwas Besonderem machte", heißt es dort. An den Spekulationen um den Tod des Hollywoodstars möchte sich Administratorin Phillis, die sich als gläubige Christin bezeichnet, nicht beteiligen. Sie will auf der liebevoll gestalteten Seite einen neutralen Standpunkt einnehmen. Ganz bewusst verzichtet sie darauf, von Paparazzi geschossene Bilder zu verwenden. Stattdessen führen zahlreiche Links zu Videodateien, die den Schauspieler bei Auftritten in Fernsehsendungen zeigen - das letzte Mal am 10. November 2007 in "FOX News".

Ein früher Tod und dessen mysteriösen Umstände - eine Mischung, die schon immer Mythos- und Legendenbildung begünstigte. Zahlreiche Fanseiten tragen mit ihrem Totenkult dazu bei. Ob Heath Ledger tatsächlich einen ähnlichen Kultstatus erreichen wird wie James Dean, wird sich zeigen - sein unheimlicher Auftritt in "The Dark Knight" könnte dazu beitragen.

Philip Mukherjee


Fratzenhaftes Gesicht und verschmierte Schminke: In dem neuesten Batman-Abenteuer "The Dark Knight" ist Heath Ledger in seiner letzten Rolle als Bösewicht Joker zusehen.
Fratzenhaftes Gesicht und verschmierte Schminke: In dem neuesten Batman-Abenteuer "The Dark Knight" ist Heath Ledger in seiner letzten Rolle als Bösewicht Joker zusehen. (Warner Bros. Ent.)

Auf der offiziellen Homepage des neuen Batman-Films gibt es schon mal erste Trailer als Vorgeschmack. Heath Ledger ist in dem Film in seiner letzten Rolle als durchgeknallter Fiesling Joker zu sehen.
Auf der offiziellen Homepage des neuen Batman-Films gibt es schon mal erste Trailer als Vorgeschmack. Heath Ledger ist in dem Film in seiner letzten Rolle als durchgeknallter Fiesling Joker zu sehen. (www.thedarkknight.warnerbros.com)

Die Homepage www.chelseagrin.com widmet sich dem bizarren Comic-Bösewicht Joker und dem Mann, der ihm sein Gesicht verlieh: Heath Ledger.
Die Homepage www.chelseagrin.com widmet sich dem bizarren Comic-Bösewicht Joker und dem Mann, der ihm sein Gesicht verlieh: Heath Ledger. (www.chelseagrin.com)

Datum: 01.08.2008

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