logo
Anzeige
Mensch, Dave!

Mensch, Dave!

(tsch/mb) Was ist eigentlich aus dem einstigen Komödien-Helden Eddie Murphy in den letzten Jahren geworden? Filme wie „Die Geistervilla“ (2003) und „Der Kindergarten Daddy“ (2003) waren kaum der Rede wert. 2006 jedoch überzeugte der Schauspieler im Musical-Erfolg „Dreamgirls“ so sehr, dass er für den Oscar nominiert wurde. Ein Jahr später folgte dann der unerträgliche Flop „Norbit“, in dem Murphy gleich drei Rollen übernahm. Umso mehr verwundert es, dass der Komödiant mit dem Norbit-Regisseur Brian Robbins gleich noch einen Film drehte. In der faden Kinderkomödie „Mensch Dave“ verkörpert Murphy einen winzigen Außerirdischen und sorgt für äußerst einfallslosen und albernen Slapstick-Humor.

Anzeige

 

Eddie Murphy versucht sich fleißig im Grimassenschneiden, bemüht sich, den legendären "Silly Walk" des Monty-Phython-Komikers John Cleese neu zu erfinden und führt sich auch sonst auf, als habe er seine Sozialisation nicht auf Mutter Erde erfahren. Zwar ist die dem menschlichen Körper nachgeahmte Hülle nahezu unkaputtbar, doch die Bedienung von Gliedmaßen und Sprachapparat fällt der Raumschiffcrew um Captain Murphy sicht- und hörbar schwer.

Regisseur Brian Robins ("Shaggy Dog") setzt auf Situationskomik und lässt seinen Hauptdarsteller als Maschinenmensch auffallend linkisch durch New York stapfen, ohne dass auch nur ein Mensch in seiner Umgebung auf den Gedanken käme, mit ihm stimme etwas nicht. Selbst dann nicht, wenn er sich bei zwangloser Face-to-Face-Kommunikation in peinlichen Imitationen verliert. Das Wissen der außerirdischen Besucher beschränkt sich derweil auf solides Datenbankwissen, weshalb Murphy den geläufigsten Namen auf der Erde: Dave Ming Cheng, bekommt.

Die Handlung ist bei all dem wenig einfallsreichen (Slapstick-)Humor, der sich bei den üblichen Fall-, Tanz- und homoerotischen Motiven des Genres bedient, kaum erwähnenswert: Der eigentliche Grund für die Ankunft der ungewöhnlichen Raumfahrer ist der Ressourcenreichtum der Erde, namentlich das Wasser der Ozeane, in welchem sich die Reisenden lebenswichtige Energie für ihren sterbenden Planeten erhoffen. Ein hochdiffiziles technisches Konstrukt soll, einmal im Wasser versunken, die Energie in sich aufsaugen und speichern, was indes der Erde den Garaus machen würde.

Dummerweise ist den Außerirdischen der kleine Stein abhandengekommen, als es wie ein Meteor in die Erdatmosphäre eintrat. Er landet im Aquarium des jungen Josh (Austyn Myers), der ihn fortan als Talisman benutzt. Doch er wird ihm vom Oberrüpel der Schule abgenommen.

Dave Ming Cheng schließt also schnellstmöglich Freundschaft mit Josh und seiner Mutter, um die Mission zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Doch mit der Zeit findet der sonst so disziplinierte und gefühllose Captain immer mehr Gefallen an den menschlichen Verhaltensweisen, so irrational sie auch erscheinen mögen, und möchte am liebsten auf der Erde bleiben und sich im Savoir Vivre üben. Auch ein Großteil seiner Mannschaft macht einen Transformationsprozess durch, kleidet sich bunt und hört Schlager- sowie HipHop-Klassiker am laufenden Band. Bis es zur Meuterei einiger pflichtbewusster Aufständischer kommt und die Katastrophe in Form des Weltuntergangs ihren Lauf zu nehmen droht.

Mit seiner auf Albernheiten abzielenden Inszenierung einer spannungs- und humorlosen, weil vorhersehbaren Kindergeschichte und einem gewöhnungsbedürftig mechanischen Protagonisten wird der neue Film von Eddie Murphy auch hierzulande um jeden einzelnen Zuschauer kämpfen müssen. "Mensch Dave" ist so wenig komisch wie das Blecken der Zähne, mit dem Murphy ein natürliches Lächeln zu imitieren versucht. Es bleibt abzuwarten, ob es in seinem nächsten Film "NowhereLand" fantasiereicher vorgeht: Darin wird Murphy einen herzlosen Geschäftsmann spielen, der inmitten einer Sinnkrise entdeckt, wie viel Lebensweisheit die imaginären Welten bereithalten können, die sich Kinder zurechtfantasieren. Immerhin ... kein Außerirdischen in Sicht.

Leif Kramp

Credits:
V:Kinowelt, USA 2008, R: Brian Robbins, D: Eddie Murphy, Gabrielle Union, Elizabeth Banks u.a.

Laufzeit: 90 Min.

Kinostart:
28. August 2008


Eine Truppe kleiner Außerirdischer reist in einem menschenähnlichen Raumschiff nach New York.
Eine Truppe kleiner Außerirdischer reist in einem menschenähnlichen Raumschiff nach New York. (Kinowelt GmbH)

Die attraktive Offizierin Nr. 3 (Gabrielle Union) und ihr Kapitän (Eddie Murphy) kommen sich während der Mission immer näher.
Die attraktive Offizierin Nr. 3 (Gabrielle Union) und ihr Kapitän (Eddie Murphy) kommen sich während der Mission immer näher. (Kinowelt GmbH)

Gina Morrison (Elizabeth Banks) und ihr Sohn Josh (Austyn Lind Myers) haben anfangs noch Schwierigkeiten, sich mit dem Mann im weißen Anzug zu unterhalten.
Gina Morrison (Elizabeth Banks) und ihr Sohn Josh (Austyn Lind Myers) haben anfangs noch Schwierigkeiten, sich mit dem Mann im weißen Anzug zu unterhalten. (Kinowelt GmbH)

Datum: 23.08.2008

Facebook aktivieren

Diskussion: "Mensch, Dave!"

Um eine Diskussion zu "Mensch, Dave!" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 205358

 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 31 - id = 5556 - task = view - option = com_content - limitstart= 0