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Into the Wild
Into the Wild
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Einfach abhauen, einfach gehen. Einfach weg, mal was anderes sehen. Auf diese Liedzeilen lässt sich der Sean-Penn-Film "Into The Wild" (2007) reduzieren. Doch Penn ist ein Ausnahmeschauspieler, ein alter Wilder, der sich die Rebellion nie nehmen lassen wird. Sein Ausreißer wird an die Grenzen gehen, begleitet von der Musik Eddie Vedders. Der Pearl-Jam-Frontmann atmete jede Bewegung des Schauspielers Emile Hirsch, der einen wahren Kraftakt vollbringt. Und Sean Penn führt alles zusammen, als hätte er es selbst erlebt. "Into the Wild" ist ein wunderbarer Film, der in den Kinos zu wenig Anerkennung fand. Nun erscheint die lohnenswerte DVD. Aufgewachsen in der oberen Mittelklasse, pfeift Christopher McCandless aufs Jurastudium an der Harvard-Universität. Er verschenkt sein Geld, lässt den Wagen stehen und erfindet sich neu. Er trampt durch Amerika, Richtung Alaska. Ein Fahrer lässt ihn im tiefen Schnee heraus, wünscht ihm Glück. Sein Blick verrät, dass er dem Stadtkind keine große Chance einräumt. Entliehen ist diese Geschichte dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1996. Sean Penn verfolgt den jungen Mann, bleibt ganz dicht an jeder Entwicklung, die der Bub durchmacht, die sich in seinem Gesicht und seinem ganzen Körper widerspiegelt. Ganz subtil beginnt Penn in aller gebotenen Langsamkeit zurückzublenden. An den Tisch, an dem Christopher mit seinen Eltern (exzellent in ihren Nebenrollen: William Hurt und Marcia Gay Harden) sitzt. Eigentlich ein fröhlicher Anlass, ein Festessen, doch man spürt die Spannung, die sich hinter den zusammengekniffenen Kiefern aufgebaut hat, die Unzufriedenheit des Vaters mit dem Sohn, der im Gegenzug endlich explodieren will. Er sagt kein Wort, haut ab, baut sich eine neue Identität auf. Bei dieser Reise trifft er Menschen, denen er nahe ist, näher als er es seiner Familie je war. Rainey (Brian Dierker) und Jan (Catherine Keener) leben in einem Hippie-Bus. Tracy (Kristen Stewart), ein junges Mädchen, verliebt sich in den Herumtreiber. Doch Alexander Supertramp, wie sich McCandless jetzt nennt, bleibt immer bei sich, bleibt Zuschauer, wenn es um andere Menschen geht. Er arbeitet für den Farmer Wayne (Vince Vaughn), der ihm Überlebenstipps gibt, bis er eines Tages von der Polizei abgeführt wird. Supertramp zieht weiter. Trifft noch Veteran Ron Franz (Hal Holbrook), der in ihm gern den verlorenen Sohn sehen würde. Doch auch ihn muss Alexander enttäuschen. Er will in die Einsamkeit. Einzig sein Tagebuch hat er bei sich, dokumentiert Erlebtes. So wie sich die zentrale Figur ein Leben ohne Höhen und Tiefen in wirklicher Freiheit wünscht, so inszeniert auch Penn diesen überlangen Film. Es soll keine Dramaturgie geben, keinen klassischen Spannungsbogen. Es geht einzig um die philosophische Seite, die Tagebucheinträge, die Off-Kommentare. Doch das Wichtigste sind die Songs von Eddie Vedder, die mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen die Stimmung dieses wortkargen Jungen, der zum Mann reift, einfangen. Die über diesen romantisch verklärten Landschaften liegen und Worte überflüssig machen. "Guaranteed" aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Soundtrack wurde bei den Golden Globes bereits als bester Filmsong ausgezeichnet, beim Oscar jedoch sträflich übergangen. Natürlich Farben prägen die herausragenden Landschaftsaufnahmen dieses Films, der auf DVD exzellent umgesetzt wurde. Der Sound wurde bestens abgemischt und besteht die besondere Herausforderung durch die Mixtur aus Dialog, prägender Musik und Umgebung. Gut 60 Minuten Extras sind enthalten. Die beiden Featurettes geben einen Einblick in die besonderen Produktionsbedingungen und erklären Sean Penns Bezug zum Thema. Hinzu kommen Kurzinterviews mit Emile Hirsch, Sean Penn, Hal Holbrook, dem Autor Jon Krakauer und Eddie Vedder, von dem auch ein Musikvideo zum Film enthalten ist. Tom Ruder bewertungsbox
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Credits: |
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