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Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten

Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten

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Mira Nair kennt sich aus mit opulenten Bildern. Die indische Regisseurin begann nach ihrem Studium in Delhi und Harvard mit dem Filmemachen. Farbenfrohe, aber kritische Dokumentarfilme, indische Epen und mit Preisen überhäufte Produktionen für den US-Sender HBO standen vor ihrem ganz großen internationalen Durchbruch "Monsoon Wedding", der 2001 auf der ganzen Welt gefeiert wurde. Nair hat sich immer sozial engagiert und gesellschaftliche Missstände - mal ernsthaft, mal augenzwinkernd - aufgezeigt. Dass sie mit "Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten" (2004) einen Roman des Engländers William Makepeace Thackeray verfilmte, passt in dieses Bild. In der zeitlosen Geschichte, die jetzt auf DVD erhältlich ist, geht es um eine Frau im spätkolonialen England, die sich trotz der gesellschaftlichen Unmöglichkeit in die "Upper Class" kämpft.

Man könnte Becky (Reese Witherspoon) als eine frühe Feministin ansehen. Der Tochter eines früh verstorbenen Kunstmalers und einer Opernsängerin, die in einem Mädchenpensionat aufwächst, scheint der Weg als Gouvernante und gebildete Unterhalterin der Reichen vorgezeichnet. Arm, aber arrogant will Becky ihre erste Anstellung bei Landadeligen jedoch als Sprungbrett für ihren Eintritt in die Gesellschaft der Vornehmen nutzen. Ihr fühlt sie sich zugehörig.

Mit Kalkül, dem dezenten Einsatz ihrer Reize und überlegenem Geist stellt sie sich einer Gesellschaft, die in London zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Kolonial- und Hegemonialmacht ihren Höhepunkt erlebt. Der Adel gibt sich versnobter denn je, dringt doch von "unten" eine neue reiche Mittelschicht in die High Society vor - besser gesagt, kauft sich ein. Wer jedoch gerade selbst den Aufstieg plant, unterstützt Ehrgeizige aus dem Volk wie Becky nicht. Sie muss Förderer ganz oben finden.

Jeder Mensch hat das Recht, aus seinem Leben das Beste machen zu wollen, er sollte nur den Preis dafür kennen und akzeptieren. Mira Nair zeigt, mit welcher Rücksichtslosigkeit sich Becky nach vorne kämpft, verurteilt sie aber trotzdem nicht. Welche Chancen hat eine Frau in einer Gesellschaft, in der Damen als schöner Zierrat den Mund halten sollen?

Die Bildgewalt und die prächtige Ausstattung werden farblich leicht übersteuert wiedergegeben. Ohne Konturen und mit mäßigen Schärfewerten wirkt das Bild etwas schwammig. Der druckvolle 5.1-Mix hingegen überzeugt, auch wenn räumliche Effekte vornehmlich aus dem Soundtrack generiert werden.

In der überschaubaren Zusatzausstattung wissen nur die zusätzlichen Szenen zu gefallen. Das Making Of und ein kurzes Featurette über die Frauen hinter "Vanity Fair" sind - bis auf Mira Nairs Satz: "Becky ist im Prinzip wie Madonna" - recht dröge zusammen geschnitten und taugen lediglich als Vermarktungshilfe.

Nadja Olsen

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Audiokommentar; Entfallene Szenen; Making Of; Featurette
laufzeit 135 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 15 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton gut
bewertung extras befriedigend

Credits:
(GB / USA 2004, R: Mira Nair, D: Eileen Atkins, Reese Witherspoon, Jim Broadbent u.a.)


"Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten" ist ein opulentes Historiendrama über den sozialen Aufstieg einer cleveren Frau im England des 19. Jahrhunderts. Der Film erscheint jetzt als DVD.
"Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten" ist ein opulentes Historiendrama über den sozialen Aufstieg einer cleveren Frau im England des 19. Jahrhunderts. Der Film erscheint jetzt als DVD. (universum)

Mit Charme, Verstand, Sexappeal und einem orientalischen Tanz gelingt der aus armen Verhältnissen stammenden Becky (Reese Witherspoon) der Aufstieg in die feine Gesellschaft Londons.
Mit Charme, Verstand, Sexappeal und einem orientalischen Tanz gelingt der aus armen Verhältnissen stammenden Becky (Reese Witherspoon) der Aufstieg in die feine Gesellschaft Londons. (universum)

Beckys (Reese Witherspoon) und Rawdons (James Purefoy) Ehe steht unter keinem guten Stern: Schon bald wird seine Spielsucht zwischen ihnen stehen.
Beckys (Reese Witherspoon) und Rawdons (James Purefoy) Ehe steht unter keinem guten Stern: Schon bald wird seine Spielsucht zwischen ihnen stehen. (universum)

Datum: 16.10.2005

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Artikel ID 160462

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