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Donnie Darko - Director's Cut
Anzeige Mit leicht gesenktem Kopf steht er da, die Axt über der Schulter. Eigentlich sieht er aus wie ein Unschuldslamm, doch der Blick, den er von schräg unten in die Kamera wirft, der geht tief ins Mark und jagt eiskalte Schauer über den Rücken: Jake Gyllenhaal ist der perfekte Darsteller für schwierige Typen. Oder besser: für Menschen, die in extreme Lebenssituationen geworfen wurden. Das hat er zuletzt in "Moonlight Mile" (2002) an der Seite von Dustin Hoffman und Susan Sarandon bewiesen, und das wird sich auch in seinen nächsten beiden Filmen nicht ändern. In Sam Mendes' "Jarhead" spielt er einen Soldaten, der Anfang der 90er-Jahre in den Irak-Krieg ziehen muss und in "Zodiac" lässt ihn David Fincher Teil eines ungelösten Serienmörderpuzzles sein. In "Donnie Darko" (2001) ist Gyllenhaal der schizophrene Titelheld - eine Rolle, die ihm auf den Leib geschneidert scheint und in der er auf der Director's-Cut-DVD 20 Minuten länger zu bewundern ist. Das Fantasy-Drama "Donnie Darko" hat sich - auch ohne Kinoauswertung in Deutschland - sehr schnell zum Kultfilm entwickelt. Und der Grund war nicht nur Gary Jules' Coverversion des Tears-For-Fears-Klassikers "Mad World", die im vergangenen Winter durch alle Radiostationen genudelt wurde. Es lag vielmehr daran, dass der damals 26-jährige Regie-Novize Richard Kelly keine Angst vor Teenie-Drama, Satire, Horror, Suspense und Science Fiction hatte, sich das Beste aus den jeweiligen Genres für seinen Film aneignete und daraus einen wilden, mysteriösen und fantasievollen Mix braute, in dem von Zeitreisen über Weltuntergang bis hin zur Teenage-Angst alles vertreten ist, womit sich Jugendliche beschäftigen (könnten). Äußerlich sieht Donnie ganz normal aus, wie der nette Junge von nebenan. Doch der Typ hat einen ordentlichen Schatten, er ist schizophren, wandelt im Schlaf und gilt als relativ unsozial. Eines Nachts wacht Donnie auf, und vor ihm steht Frank, ein mannsgroßes, ziemlich fies aussehendes Kaninchen, das ihm den Rat erteilt, möglichst schnell sein Schlafzimmer zu verlassen. Als kurz darauf eine Flugzeugturbine auf sein Bett kracht, wird dem Jungen klar, dass dieser Hase, den außer ihm niemand wahrnimmt, die Wahrheit spricht. Ganz klar, dass Donnie es für bare Münze nimmt, als Frank ihm den Weltuntergang vorhersagt, und zwar in genau 28 Tagen, sechs Stunden, 42 Minuten und zwölf Sekunden. Natürlich - wie sollte es auch anders sein - will niemand Donnie glauben. Stattdessen versuchen alle nur vergeblich, den armen Jungen zu heilen, sei es die nette Klassenlehrerin Karen (Drew Barrymore, die auch produzierte) oder der schuleigene Motivationstrainer (Patrick Swayze). Währenddessen verleitet Frank Donnie zu Vandalismus und noch viel schlimmeren Dingen. Die 20 Minuten mehr Filmmaterial lösen bei "Donnie Darko" so manches Rätsel, die nach dem "gekürzten" Film noch lange für Verwirrung sorgten. Gerade deswegen ist der Director's Cut zu empfehlen. Zumal sich die opulente Doppel-DVD ansonsten nicht von der prächtigen Special Edition unterscheidet, die vor Jahresfrist schnell ausverkauft war. Eine schicke Tin-Box mit Kanichenkopfprägung, ein spannender Audiokommentar, eine Bonusdisc randvoll mit Extras und ein umfangreiches Booklet - das Zusatzmaterial hat es in sich. Da auch die technische Seite überzeugt - brillante, detailreiche Bilder mit feinen Kontrasten und ausgezeichneter Schärfe verbinden sich mit einem fein austariertem Surroundsound-Erlebnis - darf die DVD getrost zu einem der Höhepunkte des Jahres gezählt werden. Vera Seeberg bewertungsbox
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Credits: |
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