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Stop-Loss

Stop-Loss

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Bereits mit ihrem Erstlingswerk "Boys Don't Cry" - über den Mord an einem transsexuellen Mädchen in der amerikanischen Provinz - begeisterte Regisseurin Kimberly Peirce das amerikanische und internationale Publikum. Auch ihr zweiter Film "Stop-Loss" (2008) packt ein brisantes Thema an. In dem hochkarätig besetzten Streifen spielt Ryan Phillippe den amerikanischen Soldaten Brandon King, dem es nach seinem traumatischen Einsatz im Irak schwer fällt, sich zu Hause wieder einzugliedern. Zudem befasst sich der Film mit der kontroversen Praxis der US-Armee, die Einsatzfristen von Berufssoldaten vertragswidrig zwangszuverlängern. Der Anti-Kriegsfilm erscheint als DVD-Premiere.

Es ist harter Tobak, den Peirce ihren Landsleuten serviert. Sie holt den Irak-Krieg nach Hause, eröffnet sozusagen die Heimatfront. Und das gefällt den wenigsten. "Stop-Loss" wurde vom Kinopublikum weitgehend ignoriert, wie auch andere Filme, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, geflissentlich übersehen werden. Man will sich offensichtlich nicht damit auseinandersetzen, dass so ein Krieg Opfer fordert. Auch von den eigenen Jungs, die - sofern sie überleben - keineswegs immer als strahlende Helden zurückkommen. Viel öfter als gebrochene Männer, die mit Leid, Schrecken und Ängsten konfrontiert wurden. Erlebnisse, die sie kaum verarbeiten können.

Peirce erzählt von einer Gruppe Freunde aus einer texanischen Kleinstadt. Nach ihrer Rückkehr vom Einsatz am Golf werden sie zu Hause gefeiert. Ihnen selbst ist allerdings nicht danach zumute. Klar lassen sich Brandon (Ryan Phillippe), Tommy (Joseph Gordon-Levitt), Steve (Channing Tatum) vollaufen, freuen sich auf ihre Frauen, auf ausgelassene Partys. Doch den Krieg haben sie mitgebracht. Traumatische Erlebnisse brechen sich in Prügeleien und Schießereien den Weg an die Oberfläche, weswegen auch Ehen und Beziehungen in die Brüche gehen.

Das einzig Gute: Sie müssen nicht zurück in den Irak. Denken die Jungs, denn die US-Army kann willkürlich die Verträge der Berufssoldaten verlängern. Dieses als "Stop-Loss" bezeichnete Verfahren trifft Brandon, der daraufhin desertiert und mit der Freundin eines Kameraden nach Washington flieht, wo er sich Hilfe von seinem Senator verspricht. Als Road-Movie inszeniert, bleibt der Film zu jeder Zeit authentisch und sehr nah an den Protagonisten. Dabei konnte Kimberly Peirce auf Erfahrungen aus der eigenen Familie zurückgreifen, sowie auf Digicam-Aufnahmen, die echte Soldaten im Irak machten.

Die anamorph gemasterte DVD enthält ein störungsfreies Bild mit authentischen Farben und hoher Detailgenauigkeit. Der Sound ist druckvoll und gefällt mit einigen räumlichen Effekten, was vor allem im Kriegseinsatz der ersten Filmminuten deutlich wird. Als Bonus-Material sind ein Kommentar von Regisseurin Kimberly Peirce und Co-Autor Mark Richard enthalten, sowie ein sehr ordentliches Making Of, entfallene Szenen sowie ein interessanter Beitrag über die Vorbereitung der Schauspieler und Komparsen im Trainingscamp.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,78:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Türkisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
extras Making Of; Audiokommentar Kimberley Peirce (Regie) und Mark Richard (Co-Drehbuch); Featurette: "Ein Tag im Trainingscamp"
laufzeit 107 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(USA 2008, R: Kimberly Peirce, D: Ryan Phillippe, Abbie Cornish, Joseph Gordon-Levitt u.a.)


"Stop-Loss" ist eine erschütternd authentische Auseinandersetzung mit den Schäden, die der Irak-Krieg in den Seelen der Soldaten anrichtet.
"Stop-Loss" ist eine erschütternd authentische Auseinandersetzung mit den Schäden, die der Irak-Krieg in den Seelen der Soldaten anrichtet. (Paramount)

Das Inferno des Krieges wird die US-Boys bis in die Heimat begleiten.
Das Inferno des Krieges wird die US-Boys bis in die Heimat begleiten. (Paramount)

Brandon (Ryan Phillippe) wurde von der Army zwangsverpflichtet und flieht verzweifelt.
Brandon (Ryan Phillippe) wurde von der Army zwangsverpflichtet und flieht verzweifelt. (Paramount)

Datum: 31.08.2008

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Diskussion: "Stop-Loss"

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Artikel ID 205934

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