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Das Meer in mir

Das Meer in mir

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Der in Chile geborene Alejandro Amenábar galt schon mit seinen ersten beiden Erfolgen, "Open Your Eyes" (1997) und "The Others" (2001), als eine der größten Nachwuchshoffnungen Spaniens. Mit "Das Meer in mir" erreichte sein (bislang noch übersichtliches) Werk einen vorläufigen Höhepunkt. Der Film, der jetzt als luxuriös ausgestattete Doppel-DVD in den Handel kommt, war Publikumsrenner in Spanien, Festivalhit auf der ganzen Welt und räumte vom Oscar bis zum Europäischen Filmpreis fast alle Awards ab, die es zu gewinnen gibt.

"Ich habe mit einem Lächeln weinen gelernt", sagt Ramón (Javier Bardem) in einer Szene. Es ist das Paradoxon des Films, dass der Betrachter durch jemand, der unbedingt das verlieren will, was wir alle zu besitzen wünschen, an den Wert des Daseins erinnert wird. So kommt es, dass "Das Meer in mir", die Geschichte eines Querschnittsgelähmten voller Leben, der sich aber nichts sehnlicher wünscht als den Tod, positiv und liebevoll berührt.

Seit dem fatalen Sprung ins Meer vor 27 Jahren spielt sich das Leben Ramón Sampedros (Javier Bardem) im Bett ab. Im Haus seines Bruders umsorgt ihn seine Schwägerin Manuela (Mabel Rivera), denn er kann nur noch den Kopf, die Augen, den Mund und ein wenig den Hals bewegen. Sein Neffe und Vater kümmern sich ums Praktische und bauen eine Maschine, die ihm das Schreiben mit dem Mund ermöglicht.

Über fehlende Gesellschaft kann sich Ramón nicht beklagen. Immer wieder belagern Frauen sein Zimmer, die er mit seiner Persönlichkeit, seinem Witz, mit Sanftheit und Weisheit betört. Zu ihnen gehören die sympathische Gené (Clara Segura) von der "Gesellschaft für würdigeres Sterben", die ernste Rechtsanwältin Julia (Belén Rueda), die seine Texte als Buch herausbringen möchte, und die allein erziehende Mutter Rosa (Lola Duenas), die ihm zeigen will, wie schön das Leben doch sein kann. Doch über all den heiteren Stunden und der entgegengebrachten und erwiderten Liebe schwebt Ramóns verzweifelter Kampf mit Staat und Kirche um das Recht am eigenen Tod. Denn für ihn ist klar: Als sein Körper starb, hätte auch er gehen müssen. Und wer ihn liebt, hilft ihm dabei.

Im Bonusteil gehen Regisseur, Darsteller und Filmcrew in einer exzellenten Dokumentation über den Entstehungsprozess des Films auf die Hintergründe der Geschichte ein und schildern den schwierigen emotionalen Weg, den sie bis zur Kinopremiere gehen mussten. Interviews, eine kurze als Making Of betitelte B-Roll sowie Cast- & Crew-Infos runden das umfangreiche und tiefgründige Zusatzmaterial ab.

Auch die technische Seite gefällt: Die Bilder weisen sehr gute Schärfewerte auf, sind kontrastreich, detailgenau und überzeugen mit sehr gut aufeinander abgestimmten Farben. Der Sound drängt sich nicht in der Vordergrund, sondern trägt mit vornehmer Zurückhaltung nicht unwesentlich zur Stimmung des Films bei.

Vera Seeberg

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Spanisch (5.1)
untertitel Deutsch, Spanisch
extras Dokumentation: Die Reise ins Meer; Making Of; Interviews; Infotafeln Darsteller, Regisseur; Entfallene Szenen; Bildergalerie
laufzeit 121 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras sehr gut

Credits:
(E / F / I 2004, R: Alejandro Amenábar, D: Javier Bardem, Belén Rueda, Lola Duenas u.a.)


Trotz des als Kassengift geltenden Themas Sterbehilfe war "Das Meer in mir" ein beachtlicher Publikumserfolg. Das preisgekrönte Drama erscheint jetzt als Doppel-DVD.
Trotz des als Kassengift geltenden Themas Sterbehilfe war "Das Meer in mir" ein beachtlicher Publikumserfolg. Das preisgekrönte Drama erscheint jetzt als Doppel-DVD. (Universum)

Juristin Julia (Belén Rueda) ist einer der vielen Menschen, die Ramón (Javier Bardem) lieben und ihn in seinem Kampf unterstützen.
Juristin Julia (Belén Rueda) ist einer der vielen Menschen, die Ramón (Javier Bardem) lieben und ihn in seinem Kampf unterstützen. (Universum)

Ein fataler Sprung ins Meer fesselt Ramón (Javier Bardem) seit 27 Jahren ans Bett.
Ein fataler Sprung ins Meer fesselt Ramón (Javier Bardem) seit 27 Jahren ans Bett. (Universum)

Datum: 16.10.2005

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Artikel ID 160534

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