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The Boxmasters (feat. Billy Bob Thornton) - The Boxmasters

The Boxmasters (feat. Billy Bob Thornton) The Boxmasters

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Wenn Schauspieler Billy Bob Thornton nicht vor der Kamera steht, dann singt er. Und dank sei der Natur, dass sie ihn mit einer sehr markanten Stimme ausgestattet hat, eine Stimme, die prädestiniert ist für lässige, klassische Countrysongs im Stil von Johnny Cash oder Hank Williams. Zusammen mit J.D. Andrew und Mike Butler lässt er als Formation The Boxmasters die goldenen Zeiten der Südstaatenmusik wieder aufleben. Die Debüt-CD, schlicht "The Boxmasters" betitelt, bietet aber mehr, als nur stilistischen Dogmatismus.

Die Sonne brutzelt vom Himmel, der Highway flimmert in der heißen Luft, und ein Mann fährt mit seinem Truck die Fahrbahn entlang: Es ist das Bild des einsamen Straßencowboys, das oft und gerne auf mittel- bis unterklassigen Country-Samplern das Cover ziert. Wenn Billy Bob Thornton, hauptberuflich Schauspieler ("Armageddon"), seine leicht rauchige, sonore Stimme anhebt, kommt einem aber unweigerlich eben jenes verkitschte Bild in den Sinn. Als Sänger und Schlagzeuger der Boxmasters arbeitet er auf seiner ersten CD ein ordentliches Pensum ab. Schließlich handelt es sich bei "The Boxmasters" um eine Doppel-CD. Der erste Teil präsentiert die von Thornton selbst geschriebenen Stücke, während auf der zweiten CD den Helden aus Country, Rock und Pop der 60er-Jahre ein Denkmal in Form von Coverversionen gesetzt wurde.

Natürlich zelebrieren The Boxmasters das "Man In Black"- Image eines Johnny Cash: Die Jungs tragen schwarze Anzüge, rauchen und sind einfach unbeschreiblich cool. Doch das überperfekte Styling bricht gleichzeitig ironisch mit den Paradigmen des Country. So ist auch das Album keine Musik gewordene Anbetungsstarre ehemaliger Countryhelden. Immer wieder arbeitet das Trio kleine Verfremdungseffekte in die Kompositionen ein. "Build Your Own Prison" beispielsweise endet mit rückwärts abgespielten Instrumenten, und "The Last Place They Would Look" wechselt unvermittelt in einen psychedelischen Sitar-Rock mit ordentlichem Halleffekt. Immer wenn die Pfade ausgetreten sind, wechseln The Boxmasters die Richtung, schlagen sich querfeldein durchs musikalische Gelände, um wieder die alten Pfade zu beschreiten. Diese Momente sind es, die "Boxmasters" richtig spannend machen. Von den Ausbrüchen hätte es aber mehr geben müssen.

Dafür gibt es eine zweite CD mit vielen Neuinterpretationen von Rock- und Popsongs aus den 60-ern, zum Beispiel "I Wanna Hold Your Hand" von den Beatles und "The Kids Are Alright" von The Who. Die Band beließ die Struktur der Songs weitestgehend und änderte lediglich das Arrangement. Eine kleine, aber feine Ehrerbietung der Band, insgesamt ein Output, das überrascht und Lust auf mehr macht. Und Thornton hat die Gewissheit, dass er auch als Sänger eine gute Figur abgibt, sollte die Filmkarriere den Bach runtergehen.

Daniel Dreßler


Datum: 07.09.2008

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