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Aeon Flux

Aeon Flux

(tsch) In Latex gegossene Schönheiten: Ehe Kate Beckinsale als Vampirin Selene in "Underworld: Evolution" (22.15 Uhr) Jagd auf Werwölfe und ihre eigenen Artgenossen macht, huscht Charlize Theron in der ProSieben-Free-TV-Premiere "Aeon Flux" (2005) als Rebellin in einem fernen Zukunftsstaat mit akrobatischer Leichtigkeit über die Mattscheibe und kämpft im knappen Dress gegen die totale Überwachung und die Schwächen des Drehbuchs.

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Schon die erste Szene der Realverfilmung der MTV-Comicserie aus den 90-ern dient als Sinnbild für das Potenzial der schönen Rebellin: Allein mit ihren Wimpern fängt sie eine Fliege, um sie nach kurzem Zappeln im wohl schönsten Gefängnis der Welt wieder in die Freiheit zu entlassen. Als ebenso gestählte wie wendige Kämpferin mit brillanten analytischen Fähigkeiten und einem gut organisierten Rebellennetzwerk im Rücken soll Aeon Flux (war zuletzt in "Hancock" zu sehen: Charlize Theron) nicht nur seltsame Vermisstenfälle aufklären, sondern auch den Herrscher der letzten Zivilisation auf Erden umbringen.

Es ist ein Staat, der sich keine Demokratie leisten kann: Seit die Erde durch ein Virus fast menschenleer wurde, haben sich die Überlebenden in einer kleinen Kolonie namens Bregna verbarrikadiert. Hohe Mauern und Pestizid-Sprühanlagen sollen dem Dschungel und dem Virus Einhalt gebieten.

Die Herrscherfamilie Goodchild mit dem Diktator Trevor (Marton Csokas) an ihrer Spitze hat seit Jahrhunderten die Macht inne. Es wird von wissenschaftlichen Experimenten gemunkelt, natürlich alles nur im besten Sinne für die Menschheit. Als Aeon den Mordauftrag von ihrer Rebellenorganisation erhält, zweifelt sie keinen Moment daran. Vor allem nicht, weil ihre geliebte Schwester vom Regime verschleppt wurde, nur weil sie mit Aeon gesehen wurde.

Auf spektakuläre Weise verschafft sie sich Zutritt zum Herrscherkomplex, der mit allen möglichen fantastischen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet ist. Doch als sie ihrem Opfer gegenübersteht, kann sie den Abzug nicht betätigen. Erinnerungen überwältigen sie. Irgendwoher scheint sie den Fiesling zu kennen - und eigentlich ist er gar kein Schurke, sondern ihr Geliebter, und überhaupt ist nicht alles so, wie es scheint.

"Aeon Flux", der in den USA nur 25 Millionen Dollar einspielte und hierzulande knapp 125.000 Zuschauer in die Kinos lockte, rückt das Thema "Vorverurteilungen" in den Mittelpunkt. Es geht abseits des Effektgewitters, der spektakulären Martial-Arts-Fights und der knappen Outfits der Titelheldin um die schwierige Frage nach der Schuld und um eine Rebellion, die vielleicht fehlgeleitet ist. Dennoch fehlt dem futurischen Action-Thriller der nötige Tiefgang, um die Spannung über die ohnehin recht kurzen 90 Minuten aufrecht zu erhalten.

Claas Nielsen



Topagentin Aeon Flux (Charlize Theron) macht sich auf, den Herrscher der Stadt Bregna zu töten.
Topagentin Aeon Flux (Charlize Theron) macht sich auf, den Herrscher der Stadt Bregna zu töten. (ProSieben / Paramount Pictures)

Der Weg in den Herrscher-Palast ist schwierig und mit mörderischen Fallen gespickt.
Der Weg in den Herrscher-Palast ist schwierig und mit mörderischen Fallen gespickt. (ProSieben / Paramount Pictures)

Eigentlich sollte Aeon Flux (Charlize Theron) den Herrscher Trevor Goodchild (Marton Csokas) töten, doch dann lernt sie ihn von einer ganz neuen Seite kennen.
Eigentlich sollte Aeon Flux (Charlize Theron) den Herrscher Trevor Goodchild (Marton Csokas) töten, doch dann lernt sie ihn von einer ganz neuen Seite kennen. (ProSieben / Paramount Pictures)

Datum: 14.09.2008

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Artikel ID 205189

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