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Der Schakal

Der Schakal

(tsch) Endlich ist Bruce Willis einmal der Böse. Richard Gere ist der Gute. Die Rollen sind klar verteilt im bislang einzigen gemeinsamen Film der beiden. "Der Schakal" (1997), den RTL II erneut zeigt, kennt nur Schwarz und Weiß, ein Plot nahezu ohne Überraschungen. Alles läuft auf den Showdown hinaus, bei dem einer garantiert sterben wird. Was nach einem äußerst konventionellen Thriller klingt, ist vor allem dank seiner beiden Hauptdarsteller mehr als das. Drehbuchautor Chuck Pfarrer tat gut daran, sich von der Romanvorlage, die Fred Zinneman schon 1972 verfilmte, sichtbar zu lösen.

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So ist es nicht mehr Charles De Gaulle, sondern die amerikanische First Lady, auf die es diesmal eine russische Verbrecherorganisation abgesehen hat. Was natürlich von untergeordneter Bedeutung ist. "Der Schakal" spielt in den 90-ern, lässt seine Protagonisten die Möglichkeiten moderner Technik ohne Übertreibungen nutzen und versteht sich eher als Actionfilm denn als Psycho- oder Polit-Thriller. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren spielt kaum eine Rolle - es geht um die Jagd.

Bruce Willis ist "der Schakal", ein gefürchteter Attentäter, der für Geld jeden umlegt. Das FBI bekommt Wind von seinem aktuellen Auftrag, der ihn von Moskau über Helsinki und Montreal in die Staaten führt. FBI-Direktor Carter Preston (Sidney Poitier) bittet den inhaftierten IRA-Terroristen Declan Mulqueen (Richard Gere) um Hilfe. Er und seine Ex-Freundin (Mathilda May) sind die einzigen, die den Schakal identifizieren können.

Es beginnt eine spektakuläre Verfolgung durch die Kontinente, in deren Mittelpunkt Regisseur Michael Caton-Jones ganz bewusst die Figur des Attentäters gestellt hat. Willis darf sich austoben, wechselt Aussehen und Charakter spielerisch, um seine Jäger immer wieder auf eine falsche Fährte zu führen. Dazwischen schreibt das Drehbuch dem Schakal einige harte Szenen willkürlicher Gewalt zu, die Hollywoods Superstars in der Regel meiden. Der Attentäter hat keinen guten Kern, keine Moral, keine Geschichte hinter der Geschichte, die ihn sympathischer erscheinen ließe.

Um so sympathischer macht es den Darsteller mit dem schiefen Grinsen selbst, dass Bruce Willis in der Satire "Inside Hollywood" Bruce Willis spielt - mit voluminösem Vollbart. In Deutschland ist die Komödie mit Robert De Niro in der Hauptrolle ab 19. Februar 2009 zu sehen. Fans von Richard Gere müssen nicht so lange warten, dafür allerdings in Kauf nehmen, dass er ab 16. Oktober dieses Jahres als Hauptdarsteller in einer Verfilmung nach Schnulzenautor Nicholas Sparks agiert. Nicht spannende Action, nicht raffinierter Thriller, sondern die ganz großen Gefühle (in diesem Fall mal wieder für Diane Lane) stehen in "Das Lächeln der Sterne" im Mittelpunkt.

Jan Treber


Kaum zu erkennen: Bruce Willis ist "Der Schakal".
Kaum zu erkennen: Bruce Willis ist "Der Schakal". (RTL II)

Ex-Terrorist Mulqueen (Richard Gere, rechts) und FBI-Mann Preston (Sidney Poitier) sind auf der Jagd nach dem "Schakal".
Ex-Terrorist Mulqueen (Richard Gere, rechts) und FBI-Mann Preston (Sidney Poitier) sind auf der Jagd nach dem "Schakal". (RTL II)

Niemand kennt seine wahre Identität, niemand weiß, wann und wo er zuschlagen wird: Der "Schakal" (Bruce Willis) ist einer der meistgesuchten Profi-Killer der Welt.
Niemand kennt seine wahre Identität, niemand weiß, wann und wo er zuschlagen wird: Der "Schakal" (Bruce Willis) ist einer der meistgesuchten Profi-Killer der Welt. (RTL II)

Datum: 26.09.2008

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Artikel ID 205566

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