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Metallica Death MagneticAnzeige Man hat sich im Metallica-Lager bezüglich des letzten Albums "St. Anger" mittlerweile auf so eine Art gemeinsame Sprachregelung geeinigt: Die Platte sei eine Momentaufnahme gewesen, so eine Art Spiegelung des damaligen Zustands der wichtigsten Heavy-Metal-Band der Welt. Dass die kurz vorm Explodieren stand, weiß nicht nur der geneigte Fan, sondern dank des Dokumentarfilms "Some Kind Of Monster" auch der kulturell interessierte Teil des Mainstreams. "Death Magnetic" bringt die Band, mittlerweile verstärkt durch Rob Trujillo (Suicidal Tendencies) am Bass, dahin zurück, wo sie hingehört: runter von der Therapiecouch, tief in den Rock'n'Roll-Circus. Der Klang ist einer, der so ungefähr zwischen "Masters Of Puppets" und "... And Justice For All" liegt und damit auch diejenigen befriedigen dürfte, die mit dem harschen "St. Anger" so gar nicht klarkamen. Um aber die Thrash-Rückbesinnung nicht allzu traditionalistisch klingen zu lassen, sitzt an den Reglern ein Neuer: Nach Jahren mit Bob Rock fungierte diesmal Rick Rubin als Produzent. Ob Bob Rock die Platte wesentlich anders klingen hätte lassen, ist natürlich die Frage: Rubin, der zuletzt Neil Diamond quasi freilegte, arbeitet nah am klassischen Metallica-Sound und verwendet verblüffend wenig Blickgenauigkeit auf James Hetfields Stimme. Die Härte, sie ist da, aber sie ist frei von jedweden Einflüssen der Moderne: Etwas mehr Bass, etwas mehr Wumms, das hätte man sich manchmal schon gewünscht. Auch die Stücke negieren die Entwicklung, die die Band in den letzten zehn Jahren nahm und verweigern alle Bezüge zu "St. Anger": Die Songs dauern gerne einmal an die sieben Minuten, schlagen alle Haken der Welt und sind vor allem, was die Gitarrenarbeit angeht, doch sehr selbstreferenziell. Wo "St. Anger" über weite Strecken auf Hetfield zugeschnitten war, wo er seine Wut bisweilen überdeutlich artikulierte, fügt er sich hier dem Gesamtklangbild seiner Band. Was bedeutet, dass er auch mal schweigt. "Suicide And Redemption" etwa verzichtet völlig auf seine Dienste - und dauert gute zehn Minuten lang. Dennoch ist der episch und extrem breit angelegte Midtempo-Track, in dem sich präzises Riffing mit ruhigen Tönen abwechselt, eine sichere Bank. Der Wechsel ist - und das ist eine gleichwohl überraschende wie gute Nachricht - die einzige Konstante der Platte. Rücksichten auf eventuelle Hörgewohnheiten nehmen Metallica kaum, was "Death Magnetic" für all diejenigen, die mit dem Gesamtwerk der Gruppe nicht detailgenau vertraut sind, schwierig machen mag. Eine nähere Auseinandersetzung mit den zehn Songs lohnt aber - weil sich wahnsinnig viele reizvolle Details in ihnen finden - nachzuhören in dem wunderbaren Break in "The Judas Kiss", dem ultranervösen "Cyanide" oder dem Intro von "The Unforgiven III". Letztendlich ist das neunte Metallica-Album sicher keine sehr moderne Arbeit, aber eine, die solide und souverän wirkt. Muss man auch erst mal schaffen. Jochen Overbeck |
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