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Ocean's Eleven

Ocean's Eleven

(tsch) Eigentlich müsste Steven Soderbergh ("Erin Brockovich", "Traffic") der glücklichste Regisseur Hollywoods sein. Es genügt die bloße Nennung seines Namens, um die erste Riege der amerikanischen Schauspieler in helle Aufregung zu versetzen. Ein Blick auf die Besetzungsliste des Blockbusters "Ocean's Eleven" (2001), den RTL nun wiederholt, reicht aus. Zieht man die üblichen Gagen der mitwirkenden Stars in Betracht, wäre das hier wohl der teuerste Film aller Zeiten geworden. Aber für Soderbergh würden sie wohl auch dann antreten, wenn er ihnen nur ein Bett und eine warme Mahlzeit am Tag böte.

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Nachdem "Ocean's Eleven" sowohl in den USA als auch in Deutschland (mehr als 4,3 Millionen Besucher) in den Kinos ein Erfolg wurde, gelang es Soderbergh sogar, 2004 und 2007 dieselbe Crew noch einmal für zwei Fortsetzungen ("Ocean's Twelve", "Ocean's Thirteen") zu gewinnen. Die liefen ebenfalls gut, wenngleich sie beide nicht die Dimensionen des Vorgängers erreichten.

"Ocean's Eleven" war glatt, beinahe immer berechenbar und ziemlich anständig. Die Gaunerkomödie ist ein Remake eines gleichnamigen Films, der einst mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin entstand. Inhaltliche Vergleiche sind jedoch unsinnig. Damals wie heute ist es einfach eine nette, allerdings mäßig spannende Geschichte.

Der schlaue Dieb Danny Ocean (George Clooney) hat kurz nach seiner Entlassung aus der Haft schon wieder einen neuen Plan. Er will in einer Nacht drei Casinos in Las Vegas ausrauben, was ihm eine Beute von rund 150 Millionen Dollar einbringen würde. Zu diesem Zweck rekrutiert er eine Vielzahl von Spezialisten, die ihm bei diesem Vorhaben helfen sollen. Allen voran steht Rusty Ryan (Brad Pitt), eine Art Spielführer auf dem Schauplatz. Dazu kommen der erfahrene Dieb Linus (Matt Damon), ein Sprengstoffexperte (Don Cheadle), die Gebrüder Malloy als Fahr-Experten (Casey Affleck, Scott Caan), der chinesische Akrobat Yen (Shaobo Qin) und noch einige weitere freundliche Schurken. Deren Rekrutierung nimmt einen beträchtlichen Teil des Films ein und gestaltet sich auch recht unterhaltsam.

Dass Danny Ocean nicht nur den größten Coup der Gaunergeschichte landen will, sondern zugleich auch von der Liebe zu seiner Ex-Frau Tess (Julia Roberts) getrieben ist, bedient dezent romantische Ansprüche. Sie hat inzwischen eine Beziehung zu Terry Benedict begonnen, dem die drei Kasinos gehören. Andy Garcia fiel die nicht ganz einfache Aufgabe zu, den einzigen echten Bösewicht zu spielen. All die anderen Figuren sind auf ihre Weise nicht unsympathisch, erhalten jedoch kaum Gelegenheit, sich ins Rampenlicht zu begeben. "Ocean's Eleven" ist ein Ensemblefilm, der in knapp zwei Stunden Spielzeit eine ganze Menge erzählen will. Da bleibt kein Raum für tiefer gehende Charakterzeichnungen. Damit wird sich der Betrachter abfinden müssen.

Brav folgten die Darsteller den Weisungen ihres Meisters Soderbergh und nahmen sich in ihrer Präsenz zurück. Abgesehen von Clooney, der eine Vielzahl von Gelegenheiten erhält, sich zu präsentieren, mussten sich die anderen in den Dienst der Sache stellen. Unterhaltsam ist das alles natürlich trotzdem: Der vorsichtig eingesetzte, aber stilsichere Humor trägt ebenso dazu bei wie der glamouröse Hintergrund der Glitzerstadt Las Vegas. Vor allem aber ist "Ocean's Eleven" schlichtes Star-Kino, das zwar eine Spur zu charmant ist, aber seinen Ansprüchen wohl gerecht wird.

Jasmin Herzog


Schon kurz nach seiner Haftentlassung schmiedet Danny Ocean (George Clooney) einen neuen spektakulären Plan.
Schon kurz nach seiner Haftentlassung schmiedet Danny Ocean (George Clooney) einen neuen spektakulären Plan. (RTL)

Danny Ocean (George Clooney, Mitte) will drei Casinos in einer Nacht ausrauben.
Danny Ocean (George Clooney, Mitte) will drei Casinos in einer Nacht ausrauben. (RTL)

Tess (Julia Roberts) war einmal mit Danny Ocean (George Clooney) liiert. Doch das ist lange her.
Tess (Julia Roberts) war einmal mit Danny Ocean (George Clooney) liiert. Doch das ist lange her. (RTL)

Datum: 28.09.2008

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