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Pakt der Wölfe

Pakt der Wölfe

(tsch) Eine Wolfsjagd im 18. Jahrhundert: Unbedingt spannend klingt das nicht. Wenn aber ein Indianer in eben dieser Zeit europäischer Vormachtstellung im königlichen Frankreich auf Beutefang geht, ist das schon wieder ungewöhnlich. Aber wiederum auch nur ein kleines Detail des wildesten und gewagtesten Genremixes aus Drama, Thriller und Horror der letzten Jahre. vox zeigt nun noch einmal die französische Bilderflut "Pakt der Wölfe" aus dem Jahr 2001.

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Besagter Indianer, auch noch ein Irokese, wird vom Hawaiianer Mark Dacascos dargestellt. In dessen Filmografie - pardon - Videografie finden sich so grottenschlechte Machwerke wie "Drag Strip Girl" (1994), "The Base" (1998) oder "Instinct To Kill" (2001). Zwischen genanntem Action-Krampf glänzt aber auch eine Perle: die grandiose Martial-Arts-Mangaverfilmung "Crying Freeman" aus dem Jahr 1995.

Grandios deshalb, weil spektakuläre Action mit einer bis dahin kaum gesehenen Bildästhetik einherging. Dacascos brillierte trotz oder gerade wegen seines unschuldigen, fast schon kindlichen Ausdrucks als tätowierter Triaden-Killer. Das Meisterwerk der Actionkunst geht auf das Konto des französischen Regisseurs Christophe Gans. Bei seinem Zweitling "Pakt der Wölfe" transportiert er den "Freeman" in die Zeit der Regierung des Königs Ludwig XV., paart ihn mit der Eleganz der Historienfilme, vermengt das Ganze mit dem Horror von "Sleepy Hollow" und verquirlt alles noch einmal mit der Coolness von "Matrix".

Aus dem Shaker kommt ein mit 35 Millionen Dollar geradezu lächerlich kostengünstiges Epos, das in Frankreich allein fünf Millionen Zuschauer in den Kinosesseln geplättet hat. Überraschenderweise verliert die Jagd nach einer Bestie, die in einer dünn besiedelten Region in Südfrankreich bereits Hunderte von Frauen und Kindern dahingemetzelt hat, auch auf dem "kleinen" TV-Bildschirm nichts von ihrer Wirkung. Wenngleich man Gans, der zuletzt das Videogame "Silent Hill" recht eindrucksvoll verfilmte, wohl vorwerfen darf, dass er seine Schauermär ein paar Handlungsstränge zu weit spinnt.

In deren Zentrum steht neben dem Indianer Mani der Wissenschaftler Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan), der sich zwischen Aufklärung und konservativen Wertvorstellungen, Nebenbuhlern und traumhaften Frauen (Monica Bellucci) bewegen muss. Die Folge: Der unaufmerksame Zuschauer verliert rasch den Faden. Der Iro, im Mode-Crossover mit Kutschermantel, bringt mit unnachahmlicher Action den Zuschauer aber wieder zurück. Und das ist gut so.

Alexander Franck


Der furchtlose Chevalier Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) macht Jagd auf die Bestie.
Der furchtlose Chevalier Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) macht Jagd auf die Bestie. (vox / Helkon)

Die zwielichtige Schönheit Sylvia (Monica Bellucci) beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit einem Wissenschaftler.
Die zwielichtige Schönheit Sylvia (Monica Bellucci) beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit einem Wissenschaftler. (vox / Helkon)

Mani (Mark Dacascos), ein Indianer vom Stamm der Irokesen, der die außergewöhnlichsten Kampftechniken beherrscht, begleitet seinen Freund in die Region Gevaudan. Dort treibt eine Bestie ihr Unwesen.
Mani (Mark Dacascos), ein Indianer vom Stamm der Irokesen, der die außergewöhnlichsten Kampftechniken beherrscht, begleitet seinen Freund in die Region Gevaudan. Dort treibt eine Bestie ihr Unwesen. (vox / Helkon)

Datum: 02.10.2008

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Artikel ID 205828

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