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The Doom

Doom - Der Film

(tsch) Es dauerte zunächst lange, bis die Computerspiele Einzug in die Filmwelt hielten. Als Bernd Eichinger durch die über allen Erwartungen liegenden Einspielergebnisse seines Zombie-Films "Resident Evil" (basierend auf dem gleichnamigen Spiel) auf den Geschmack gekommen war, konnte nichts mehr einen Trend stoppen, der nun in eine neue Phase eintritt: "Doom" wurde für die große Leinwand verfilmt. "Doom", das ist seit 1993 der Inbegriff der brutalsten Seite des spielenden Zeitvertreibs auf dem heimischen Computer. Das Spiel begründete den unaufhaltsamen Erfolg der so genannten "Egoshooter", bei denen eher der Spieler selbst und keine gesteuerten Figuren auf Monsterjagd gehen - mit einem Waffenarsenal, das auf jedem Niveau etwas bereithält: Von "Conan" bis "Rambo", aber mit Sicherheit nicht so sauber wie ein Phaser aus "Star Trek".

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Es hatte seine Gründe, dass "Doom" schon bald auf dem Index stand. Gewaltverherrlichung, Habitualisierungsrisiken, Verdummung: Alles Schlagworte einer Diskussion, die im Zuge der inflationären Überflutung des Marktes mit ähnlichen Spielen schnell leiser geworden und mittlerweile fast verstummt ist. Dabei ist die Frage nach dem Einfluss der von Medien vermittelten Gewalt (seien es Computerspiele oder Kinofilme) noch längst nicht beantwortet.

Der Kinostart von "Doom" bildet da keine Ausnahme: Der Regisseur Andrzej Bartkowiak ist offensichtlicher Vertreter einer anderen Denkweise. Mit "Born 2 Die" und "Exit Wounds - Die Copjäger" hat er zwei Vorreiterwerke der letzten Jahre im Sinne der Akzeptanzwelle bezüglich Gewaltdarstellungen im Film gedreht. Mit "Doom" legt er nun einige Scheite nach - und lässt das Feuer lichterloh brennen.

Auf dem Mars, so die Rahmenhandlung, ist etwas schief gegangen. Dass menschliches Versagen Tote wieder auferstehen lassen kann und sie als Zombies mordend und schlachtend durch die jeweilige Szenerie humpeln lässt, ließ sich schon in vielen einschlägigen Filmen des Horrorgenres nachweisen. Doch Bartkowiak stellt selbst John Carpenters "Ghosts on Mars" in den Schatten, wenn es um brutale Darstellungen geht. Hier reichen keine verzerrten und grausam geschminkten Gesichter, sondern es muss knallen, krachen freilich auch.

So muss eine Kampfeinheit, angeführt von John Grimm (Karl Urban), mit dem aufräumen, was an Untoten so übrig geblieben ist auf einer Forschungsstation, die von Dämonen überfallen wurde. Ihre Schlagfertigkeit (nicht unbedingt die verbale) erhält die Truppe durch das Raubein Sarge, der von Dwayne Johnson alias The Rock gespielt wird. Nach "Walking Tall" und einer Nebenrolle in der John-Travolta-Komödie "Be Cool" wäre seine Abkehr vom Actionkino zu wünschen gewesen. Doch ließ sich der ehemalige Wrestler wohl gerne wieder in seine altbewährte Schublade stecken.

Ihre Indizierungsentscheidung für das "Doom"-Computerspiel begründete die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Schriften 1994 unter anderem damit, dass "Inhalt und Aufbau der Spielszenarien … durch eine dürftige Rahmenhandlung motiviert" würden. Folglich wird auch im Film - ganz nach Vorlage - lieber durch dunkle Gänge gerannt und wild ins Dunkel geschossen, als dass subtile Spannung aufgebaut wird. Dem Computerspiel wurde vorgeworfen, dass sein "Programmablauf den Spieler ausschließlich zu einem reflexartig ausgeführten, instinktiven 'Abschießen' und zum 'Zerstückeln' der gegnerischen Figuren" auffordere. So würden "Verhaltensweisen trainiert, die die körperliche Integrität und Unversehrtheit des Gegenübers negieren". Die logische Folge sei die Gefahr, dass der Respekt vor dem Leben und der körperlichen Unversehrtheit anderer herabsinke: "Hemmschwellen, die jeder Tötungs- und Verletzungshandlung entgegenstehen, werden auf diese Weise abgebaut", schrieb die Bundesprüfstelle. Nur gut also, dass es keine Joysticks im Kino gibt.

Leif Kramp

Credits:
V:UIP, USA 2005, R: Andrzej Bartkowiak, D: Rosamund Pike, Karl Urban, Dwayne Johnson u.a.

Kinostart:
27.10.2005


John Grimm (Karl Urban) kämpft gegen das Böse.
John Grimm (Karl Urban) kämpft gegen das Böse. (2005 Universal Studios)

Sarge (Dwayne "The Rock" Johnson) ist der Anführer der Space Marines.
Sarge (Dwayne "The Rock" Johnson) ist der Anführer der Space Marines. (2005 Universal Studios)

Sarge (Dwayne "The Rock" Johnson, links) und John Grimm (Karl Urban) treffen auf Samantha (Rosamund Pike).
Sarge (Dwayne "The Rock" Johnson, links) und John Grimm (Karl Urban) treffen auf Samantha (Rosamund Pike). (2005 Universal Studios)

Datum: 23.10.2005

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Diskussion: "The Doom"

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