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Good Bye, Lenin!|
Demnächst im Fernsehen Das Fernsehen sendet nicht nur Müll. Perlen finden sich immer wieder darunter, aber wer hat schon Zeit und Lust, sie zu suchen? Wir übernehmen das: Im Cineastentreff finden Sie täglich 2-3 Filmtipps, die es lohnen, den Fernseher einzuschalten. |
Good Bye, Lenin!(tsch) Mit seinem Spielfilm-Debüt "Sonnenallee" löste Leander Haußmann im Jahr 1999 einen wahren Ostalgie-Kult aus. Wenig später wagte sich auch sein Kollege Wolfgang Becker an DDR-Stoff und schuf die Komödie "Good Bye, Lenin" (2003), die sowohl das deutsche als auch das ausländische Publikum hellauf begeisterte. Allein neun Deutsche Filmpreise erhielt sein Meisterwerk. Beweis genug, dass sich der Regisseur feinfühlig mit dem Thema Mauerfall und den unmittelbaren Entwicklungen in Ost und West auseinandersetzte. Das Erste wiederholt den jungen Klassiker nun passenderweise am Tag der Deutschen Einheit - im Anschluss an das Oscar-prämierte Drama "Das Leben der Anderen" (20.15 Uhr), das allerdings ganz ohne Ostalgie-Brille auf die DDR-Vergangenheit schaut. Anzeige
Christiane Kerner (Katrin Saß) - überzeugte Aktivistin der Deutschen Demokratischen Republik und Gorbatschow-Anhängerin - bekommt vom Mauerfall nichts mit: Denn am 40. Jahrestag "ihrer" DDR erleidet sie einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Erst acht Monate später wacht sie wieder auf. Ihr treu sorgender Sohnemann Alex (Daniel Brühl, ab 9. Oktober mit der Kultroman-Verfilmung "Krabat" im Kino) verwandelt kurzerhand ihre 79-Quadratmeter-Wohnung in ein kleines sozialistisches Reich. Würde seine Mutter nämlich bemerken, dass ihre Tochter Ariane (Maria Simon) mittlerweile bei Burger King jobbt, dass West-Autos die Ost-Berliner Straßen überrollen und sogar die gute alte Spreewaldgurke durch vermeintlich besseres Gemüse im Glas ersetzt wurde, drohte ihr eine erneute, womöglich tödliche Herzattacke. Liebevoll kümmert sich Alex um seine kranke Mama und tut alles, um den Schein zu wahren. Wolfgang Becker inszenierte mit dem Film ein herzlich-warmes, detailverliebtes und teils skurriles Bild der damaligen DDR, ohne die Situationen der Lächerlichkeit preiszugeben. 6,5 Millionen Kinobesucher alleine in Deutschland wussten das im Jahr 2003 zu schätzen. Und auch ausländische Zuschauer begeisterten sich für Beckers Glanzstück, mit dem der Kulturkanal ARTE, der den Film 2006 als TV-Premiere ausstrahlte, eine Rekordeinschaltquote (1,7 Millionen deutsche und 1,1 Millionen französische Zuschauer) erzielte. Am 6. Oktober (21.00 Uhr) ist "Good Bye, Lenin!" auch dort wieder im Programm. Wolfgang Becker beschäftigt sich derzeit erneut filmisch mit Deutschland. Gemeinsam mit anderen namhaften Regisseuren wie Fatih Akin, Dominik Graf und Dani Levy arbeitet er an einem episodischen "Heimatfilm" mit dem Titel "Deutschland 09", der die Lage der Nation im Herbst und Winter 2008 einfangen soll. Franziska Kramer |
Good Bye, Lenin! ARD 03.10.2008 22:45:00 |
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