(tsch/mb) "Versprich es mir!" wird in die Kinogeschichte eingehen als der Film, für den Emir Kusturica fast ausschließlich schlechte Kritiken bekam. Wieder mal versucht der einstige Cannes-Liebling, sein Balkan-Märchen nach demselben Muster zu bauen, das sich bei seinen Erfolgsfilmen bewährt hat: hervorragende Gipsy-Musik, gemischt mit reichlich buntem Klamauk, Slapstick-Witz und skurrilen Charakteren. Doch er schafft es nicht ganz, an seine viel gelobten Frühwerke anzuknüpfen. Man lacht über diese abgedrehte Komödie, aber man hat irgendwie das Gefühl, das alles schon mal gesehen zu haben.
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Zuletzt befand sich die serbische Regielegende Emir Kusturica auf künstlerischen Abwegen. Im Mai stellte er in Cannes seine Dokumentation über Aufstieg und Fall des ehemaligen Fußballstars Diego Armando Maradona vor. Ein Jahr zuvor drehte Kusturica die temporeiche Komödie "Versprich es mir!" (2007), die in Deutschland nicht den Sprung ins Kino schaffte, nun aber auf DVD veröffentlicht wird. Mit ihr versucht der Regisseur an seine preisgekrönten, grotesk-skurrilen Filmperlen "Underground" (1995) und "Schwarze Katze, weißer Kater" (1998) anzuknüpfen.
Der zwölfjährige Tsane (Uros Milovanovic) wächst bei seinem Großvater Zivojin Markovic (Aleksandar Bercek) in einem abgelegenen serbischen Dorf auf. Der an allerhand merkwürdigen Erfindungen herumbastelnde Grantler und heimliche Voyeur glaubt fest an sein baldiges Ableben. Deswegen verlangt er von seinem verdutzten Enkel, dass er in der Stadt seine Kuh verkaufen und schleunigst eine Frau finden soll. In der neuen Welt angekommen, droht Tsane gleich seine Kuh an gemeingefährliche Gangster zu verlieren. Doch er kann sie retten und verkaufen. Mit der Brautschau scheint der Junge allerdings hilflos überfordert zu sein, bis er die hübsche Jasna (Marija Petronijevic) kennenlernt, die auch noch eine Rechnung mit den Gangstern offen hat.
Wer Kusturicas "Schwarze Katze, weißer Kater" schätzt, wird sich auch mit "Versprich es mir!" anfreunden können. Mit derselben überdrehten Mischung aus Kitsch, Folklore und Klamauk zeigt er ein skurriles Typenarsenal, das von völlig verblödeten Gangstern, frühreifen Jungs bis zu durchgeknallten Rentnern reicht. Die von Marija Petronijevic zauberhaft-leichtfüßig gespielte Jasna ist dabei die einzige Figur mit Bodenhaftung, und vielleicht auch deshalb schließt der Zuschauer sie gleich in sein Herz. Auch wenn dem Slapstick-Schwank manchmal ein roter Faden in der ausufernden Geschichte gut tun würde und Kusturica-Fans sicher das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis haben werden, überzeugt "Versprich es mir!" mit Charme und Originalität. Hervorzuheben ist auch der hervorragende Gypsy-Soundtrack, den Kusturicas Sohn Stribor komponierte.
Die Farben der DVD kommen gut zur Geltung, allerdings ist das Bild leicht körnig. Der Sound betont besonders den erstklassigen Soundtrack und überzeugt mit sattem Raumklang. Die deutsche Synchronfassung ist nicht immer überzeugend ausgepegelt. In den Szenen mit musikalischer Untermalung kann man die Schauspieler im Dialog häufig kaum verstehen. Leider wurde, außer einer belanglosen Fotogalerie, auf Extras verzichtet.
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