logo
Anzeige
The House Bunny

House Bunny

(tsch/mb) Nach der erfolgreichen Serie „Playboy: Inside the Playboy Mansion“ (2002), die zuletzt auf MTV lief, öffnete Hugh Hefner vor kurzem wieder die Tore seines Macho-Reichs für die US- Komödie „The House Bunny“. Viele nackte Körper und viel hirnloser Humor, denkt man. Ersteres fehlt leider völlig. Letzteres ist natürlich, wie es sich für eine High-School-Komödie gehört, reichlich vorhanden, obwohl der Film nicht ganz so dummdreist und unlustig ist, wie manche amerikanischen Kritiker behaupten. Als Zuckerl für Star-Junkies sind in „The House Bunny“ Tom Hanks’ Sohn Colin und eine der Töchter von Demi Moore und Bruce Willis zu sehen.

Anzeige

 

Der Blick hinter die Kulissen zeigt, was viele vermutet haben: Das Leben von Playmates in der Bunny-Villa befasst sich mit nicht mehr als einer gelungenen Mischung aus Orangensaft, Vanillearoma, Chili und Eigelb. Hübsche Drinks, die in hübsche Körper fließen, sind Entertainment genug. Auch für Shelley (Anna Faris, "Scary Movie"), gute Seele des Hauses, aber mit ihren 27 auch schon ganz schön alt für den Centerfold-Zirkus. Jedenfalls schmeißt der Chef, Hugh Hefner höchstpersönlich, die kleine Blonde mit der anstrengenden Stimme aus seinem Anwesen.

Shelley versteht die Welt nicht mehr, findet aber bei einer Studentenverbindung ein neues Zuhause. Sie bietet sich ihren zunächst widerwilligen Gastgeberinnen als Ratgeberin an: Mit ein paar Tricks, die die männliche Fantasie anregen, würden es die farblosen Mädchen schaffen, beliebter zu werden. So könnten sie auch ihr Haus behalten, das sie an die Konkurrenz, eine weit selbstbewusstere Verbindung, zu verlieren drohen, deren Anführerin zudem gerne Intrigen spinnt.

Im Wesentlichen ist das Aufeinandertreffen von Model und Freaks ein platter Schlagabtausch, doch daneben findet das Drehbuch von Karen McCullah Lutz und Kirsten Smith Raum für freundschaftliche, für sympathische Momente. So ist das Bunny zwar naiv, aber doch nicht so unerträglich wie es die ausgewählten Szenen des Trailers vermuten lassen. Denn daran ließe sich verzweifeln. Ist es witzig, wenn Faris nach unten aus dem Bild gleitet, wenn sie der Verkehrspolizist zum Blasen auffordert? Ist eine Brille, die die Augen um das Dreifache vergrößert, 2008 noch ein adäquates Mittel, das Publikum zum Lachen zu bringen? Nein, was für Jerry Lewis noch legitim war, reicht heute nicht mehr. Die Komödie kann mehr, als es die Vorschau vermuten lässt.

Es hätte schlimmer kommen können. Obwohl die Autorinnen hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben, schrieben sie doch vor sieben Jahren den durchaus vertretbaren Komödienhit "Natürlich blond!". Freilich darf niemand deshalb tiefgründigen Humor erwarten, und freilich auch zeigt Anna Faris ein wenig zu oft diesen fassungslosen Gesichtsausdruck, der ihr den Mund offen stehen lässt. Aber immerhin menschelt es sogar, was unter anderem Oliver zu verdanken ist, einem freundlichen Nicht-Macho, der Shelley zu mögen scheint.

Jener Oliver ist nur einer der geschickten Schachzüge Sandlers, der, wenn er schon Geld investiert, ein Sicherheitsnetz einbaut, um die Zahl der Zuschauer zu erhöhen. Wenn die schon nicht aus Interesse ins Kino gehen, dann doch wenigstens aus blanker Neugier. Denn Oliver wird von Colin Hanks gespielt, dem Sohn von Tom Hanks. Auch Hugh Hefner, der 82-jährige "Playboy"-Herausgeber, sitzt selbst am Pool. Mehr noch: Er öffnete seine Tore, die Dreharbeiten fanden auf seinem Anwesen und in seinem Schlafzimmer statt. Auf der Besetzungsliste finden sich weiter die Tochter von Demi Moore und Bruce Willis, die 20-jährige Rumer. Sie wirkt wie ein Keira-Knightley-Verschnitt und spielt eine sensible Studentin mit Stützkorsett, von dem sie sich in einer "Forrest Gump"-Szene befreit.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2008, R: Fred Wolf, D: Anna Faris, Emma Stone, Colin Hanks u.a.

Laufzeit: 98 Min.

Kinostart:
09. Oktober 2008


Sieben unscheinbare Studentinnen sollen von einem "House Bunny" lernen, wie sie mehr aus sich machen können.
Sieben unscheinbare Studentinnen sollen von einem "House Bunny" lernen, wie sie mehr aus sich machen können. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Playboy-Bunny Shelley (Anna Faris) kann nicht glauben, dass sie mit 27 Jahren zu alt ist.
Playboy-Bunny Shelley (Anna Faris) kann nicht glauben, dass sie mit 27 Jahren zu alt ist. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Natalie (Emma Stone, links) und Shelley (Anna Faris) sind sich von Anfang an sympatisch.
Natalie (Emma Stone, links) und Shelley (Anna Faris) sind sich von Anfang an sympatisch. (2008 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 07.10.2008

Facebook aktivieren

Diskussion: "The House Bunny"

Um eine Diskussion zu "The House Bunny" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 207083

 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 31 - id = 5817 - task = view - option = com_content - limitstart= 0