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Die Welle

Die Welle

(tsch/vm) Dennis Gansels Film „Die Welle“ schauten sich mehr als 2,5 Millionen Zuschauer in Deutschland im Kino an: einen großen Erfolg kann man das wohl nennen. In Deutschland sorgt das Thema Nationalsozialismus häufig für große Zuschauerzahlen. Der zu poppig geratene Erziehungsthriller basiert auf dem gleichnamigen Roman Morton Rhues, der mittlerweile zur Standard-Schullektüre geworden ist. Das große Problem des Thrillers ist es, dass sich Regisseur Gansel zu sehr im Wunsch verliert, dem jungen Publikum zu gefallen: Sein Film ähnelt mit der Zeit immer mehr einem Videoclip auf MTV.

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"So etwas wäre heute doch nicht möglich, dazu sind wir viel zu aufgeklärt", halten die Schüler ihrem Lehrer vor. Der will mal wieder über das Dritte Reich diskutieren. Und dazu hat kaum noch jemand Lust. Was setzt man also solchen naiven, aber irgendwie nachvollziehbaren Aussagen entgegen? Der Pauker antwortet mit einem Experiment: "Die Welle" (2008). Das gleichnamige Buch, auf dem Dennis Gansels jetzt auf DVD erscheinender Film basiert, beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich im April 1967 in Palo Alto in den USA zutrug.

Lehrer Ron Jones wurde damals mit ähnlichen Aussagen seiner Schüler konfrontiert wie Rainer Wenger. Also wollte er seiner Klasse zeigen, dass Faschismus sehr wohl auch in den eigenen Reihen stattfinden kann. In der Filmversion, die in den deutschen Kinos mehr als 2,5 Millionen Zuschauer hatte, spielt Jürgen Vogel einen hypercoolen Pauker, der seine Klasse für ein Experiment begeistert, das schon bald zum Selbstläufer wird. Es beginnt mit neuen Regeln, dem Betonen des Gemeinschaftssinns und einer einheitlichen Kleiderordnung. Alle tragen weiße Hemden. Nicht lange, und es kommt ein Name, ein eigenes Zeichen hinzu. Die Schüler sind jetzt "Die Welle", eine einheitliche Masse in Weiß, die bald jeden schneidet und unterdrückt, der nicht zu ihrer Gemeinschaft gehören will.

Bei allen gut gemeinten Ambitionen: Dennis Gansels Film ist ein allzu poppiges Stück Aufklärung geworden. Bemüht, gerade das junge Zielpublikum anzusprechen, spielt das Drehbuch (Dennis Gansel, Peter Thorwarth) mit der Sprache der Jugend, mit ihren Looks und Subkulturen - das "Welle"-Zeichen wird natürlich getaggt. Das Ganze wirkt ein wenig zu studiert und dadurch aufgesetzt, bedient eine Menge Klischees und bleibt an der Oberfläche.

Das kann man von der DVD-Platinum-Edition nicht behaupten. Neben einer guten technischen Umsetzung - das scharfe und detailreiche Bild sowie der atmosphärische Ton sind exzellent - besticht vor allem die Zusatzausstattung, inklusive Soundtrack-CD. Die zahlreichen Dokus beschäftigen sich nicht nur mit der Entstehung des Films, sondern auch mit den Hintergründen. Und die werden hier um einiges nachvollziehbarer als im Drama selbst.

Vera Seeberg

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DTS/DD 5.1)
untertitel Deutsch
extras Audiokommentar von Darstellern und Crew; Hörfilmfassung; Making Of; Videotagebuch von Regisseur Dennis Gansel; Entfallene und verpatzte Szenen; Alternatives Ende; Musikvideo; Storyboard; Hintergr
laufzeit 103 Min.
tonsystem DTS/DolbyDigital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 22 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras sehr gut

Credits:
(D 2008, R: Dennis Gansel, D: Jürgen Vogel, Max Riemelt, Christiane Paul u.a.)


Dennis Gansels Drama "Die Welle" zeigt, wie schnell sich faschistisches Denken in jungen Köpfen festsetzen kann.
Dennis Gansels Drama "Die Welle" zeigt, wie schnell sich faschistisches Denken in jungen Köpfen festsetzen kann. (Highlight (Constantin))

Rainer Wenger (Jürgen Vogel, vorne) beginnt in seiner Klasse ein Experiment zum Thema Autokratie, das schon bald zu einem gefährlichen Selbstläufer wird.
Rainer Wenger (Jürgen Vogel, vorne) beginnt in seiner Klasse ein Experiment zum Thema Autokratie, das schon bald zu einem gefährlichen Selbstläufer wird. (Highlight (Constantin))

Außenseiter Tim (Frederick Lau) ist besonders anfällig für das "Projekt" Welle. Endlich wird er respektiert und findet Anschluss.
Außenseiter Tim (Frederick Lau) ist besonders anfällig für das "Projekt" Welle. Endlich wird er respektiert und findet Anschluss. (Highlight (Constantin))

Datum: 06.10.2008

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Diskussion: "Die Welle"

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