(tsch) In der Titelfindung setzt Roland Emmerich auf Innovation: Zahlen sind die neuen Buchstaben! Genauer: Jahreszahlen. Jedenfalls betitelte der Hollywood-Schwabe sein jüngstes Werk "10.000 BC" (2007), und der neueste Streich soll "2012" heißen. In diesem wird es gewohnt actionreich zugehen - schließlich soll laut Maya-Kalender am 21.12. besagten Jahres die Welt untergehen. Während Danny Glover und John Cusack sich erst ab 16. Juli 2009 mit der Apokalypse beschäftigen müssen, schlägt sich Will Smith in der Wiederholung von "Independence Day" (1996) bei vox mit aggressiven Außerirdischen herum.
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Mehr als neun Millionen Zuschauer in Deutschland sahen zu, wie "ihr" Regisseur Roland Emmerich das Thema auf die einfachste denkbare Version reduzierte: Aliens greifen an, zerstören Teile der Welt, und die Menschheit setzt sich zur Wehr. Krieg zwischen Himmel und Erde - Verhandlungen überflüssig. Und doch ist "Independence Day" mehr als nur eine Schlacht. Das Effektspektakel führt seltsam überzeugend die Invasion vor Augen.
Als zu Beginn die riesigen Raumschiffe über den Großstädten dieser Welt schweben, reagieren die Menschen gar nicht wie Kino: Die einen fliehen, die anderen ignorieren alles, manche flehen die Aliens auf Plakaten an, sie in eine andere Welt zu bringen. Erst als E.T.s grimmige Kollegen angreifen, wird "ID 4" zum Kriegsfilm. Eine Reihe von Waffen wird ausprobiert, zuletzt die Atombombe, doch gegen den Schutzschild der Ufos sind sie alle machtlos. Emmerich kommt zu dem träumerischen Schluss: Nur alle gemeinsam können den Sieg erringen.
Straff reiht der Regisseur die Ereignisse in logischer Abfolge aneinander. Und das tut er recht unterhaltsam: Denn Emmerich gibt dem Publikum mehr als nur das Spektakel. In Deutschland war "Independence Day" nicht zuletzt auch ein Lacherfolg. In geradezu dreister Offenheit ironisiert er amerikanischen Nationalstolz. Pathos pur pflegt der Film bisweilen - gönnt er Flaggen, Denkmälern, nationalen Schwülstigkeiten doch einen Raum, der die Frage aufwirft, ob sich die Amerikaner nicht irgendwann veralbert vorkommen mussten.
Jasmin Herzog
Die Erde schlägt zurück: Allen voran nehmen es Captain Steve Hiller (Will Smith, links) und David Levinson (Jeff Goldblum) mit der außerirdischen Bedrohung auf. (vox)
Zwei Tage vor dem US-amerikanischen Unabhängigkeitstag tauchen auf der ganzen Welt gigantische Raumschiffe auf: Die Außerirdischen bringen sich in Stellung. (vox)
Als Präsident Thomas J. Whitmore (Bill Pullman) die Evakuierung der Städte anordnet, ist es schon zu spät: Die Erde wird angegriffen. (vox)
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