(tsch) Mel Gibson kann vieles spielen: den Dandy, den harten Actionstar oder einen Mann, der plötzlich die Gedanken der Frauen hören kann. Doch nebst aller Harmlosigkeiten hat er sich längst den zweifelhaften Ruhm eines Provokateurs erworben. "Die Passion Christi" (2004) und "Apocalypto" (2006) sind Beispiel dafür. "Wir waren Helden" (2002) ist ein anderes. Auch hier setzte sich der mittlerweile 50-Jährige harscher Kritik aus. Doch der Film, den vox nun wiederholt, basiert auf einem authentischen Erlebnisbericht. In ihrem Buch "We were soldiers once ... and young" beschrieben Lieutenant Colonel Hal G. Moore und der Reporter Joe Galloway die erste Schlacht des Vietnamkrieges am 14. November 1965 in ihrer ganzen Grausamkeit.
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Gibson ist dabei in der Rolle des Colonel Hal G. Moore zu sehen, eines erfahrenen Militär-Strategen, der mit seinen 400 Jungs gegen etwa 2.000 vietnamesische Soldaten kämpfen musste. Die Schlacht im Ia Drang-Tal ging als eines der blutigsten Gefechte des Vietnam-Krieges in die Geschichte ein.
Zwar hat die menschenverachtende Brutalität der Kampfszenerie deutlich kriegskritische Tendenzen. Doch was bleibt, sind die Eindrücke des heldenhaften Protagonisten. Der betet vor der Abreise in den Pazifik, der liebe Gott solle seine Männer schützen, aber die Stoßgebete der Gegner ungehört verhallen lassen, damit seine Soldaten die Vietnamesen schnell und nachhaltig besiegen könnten.
Colonel Moore versteht sich als militärische Vaterfigur. Erprobt ist er: In seiner bescheidenen Unterkunft tobt fast ein halbes Dutzend Kinder um die Kampfstiefel des Superdaddys herum. Für Moore ist es Ehrensache, als Erster das Schlachtfeld zu betreten und es als allerletzter Soldat zu verlassen.
So geschieht es auch nach aufzehrenden, verlustreichen Tagen und Nächten des Napalms und der Schrecken in Vietnam. Am Ende weint der Mann, der freilich ab der ersten Minute ein Sympathieträger ist. Regisseur Randall Wallace (Drehbuchautor von "Braveheart") beleuchtet in realistischen Bildern die Szenerie auf beiden Seiten der Front - freilich kann kein Zweifel daran bestehen, aus welcher Perspektive der Film von Leid, Tod und Verzweiflung erzählt.
Auch in seinem neuesten Filmprojekt wird der Australier kein Ausbund an Fröhlichkeit sein: In seiner ersten Hauptrolle seit sieben Jahren übernimmt Gibson in "Edge of Darkness" den Part des Polizisten Ronald Craven, der den Mord an seiner Tochter aufklären will. Das Remake der BBC-Miniserie aus den 80-ern soll 2009 in die Kinos kommen.
Jan Treber
Colonel Hal Moore (Mel Gibson) ist ein erfahrener Militärstratege. (vox)
Eigentlich sollte die Einheit von Colonel Moore (Mel Gibson, rechts) neue Kampfhubschrauber testen. Doch plötzlich befinden sie sich mitten in einer Schlacht. (vox)
Julie (Madeleine Stowe) macht sich Sorgen um ihren Mann Hal (Mel Gibson), der nach Vietnam gehen soll. (vox)
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