(tsch) Mit der Satire könnte es demnächst in Amerika schwieriger werden - jedenfalls, wenn Barack Obama die Wahlen am 04. November gewinnen sollte. Schon jetzt traut sich kaum jemand, die Political Correctness angesichts eines schwarzen Präsidentschaftskandidaten zu verletzen, es sei denn, er selbst sei schwarzer Couleur. Nach Beobachterlage haben derzeit selbst amerikanische Comedykanäle allenfalls ein paar witzige Bemerkung über Obamas abstehende Ohren auf Lager. Da tut es gut, auf den noch regierenden Hardliner George W. Bush ("W" wie "Walker") einzuschlagen. Genau das hatten der französische Komiker und Medienkritiker Karl Zero und sein Regisseur Michel Royer mit ihrem Mockumentary "Being W." im Sinn. Frei nach John Malkovich schlüpften sie in die US-Präsidentenhaut.
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Stoff in den Archiven gibt es wahrlich genug, und die französischen Macher wurden bei ihrer Bush-Recherche mindestens ebenso fündig wie bei ihrem mit dem französischen Filmpreis César 2007 ausgezeichneten Chirac-Epos "Dans la peau de Jacques Chirac", wo es vor allem um die peinliche Gleichschaltung der französischen Medien ging.
In ihrem - wohlgemerkt - "nicht autorisierten" Präsidentenporträt kann man also noch einmal jenen Herrn wiedertreffen, der einem vor der Kulisse des Weißen Hauses den Irakkrieg schmackhaft macht - oder aber bei schärfsten Hintergrund-Explosionen den Frieden auf dieser Welt bejubelt. Wohlwollende Kommentatoren auf dem Präsidentenpfad gibt es genügend. "Dabbelju" wird von ihnen als "Mann der einfachen und starken Ideen, die die Welt zum Besseren wenden" verkauft.
Karl Zéro und Michel Royer sind also wieder bei ihrem Lieblingsthema - dem des Medien-Monopolisierens. In Bush haben sie da ein dankbares Objekt vor Augen. "Stunden und Aberstunden" haarsträubender Bonmots, absurder Entscheidungen, peinlicher Pannen und lächerlicher Auftritte fanden sie im Sichtungsmaterial. Eine Sternstunde der satirischen Dokumentation, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt.
Hans Czerny
Der amerikanische Präsident George W. Bush ist ein Hundenarr: Barney darf sogar mit ins Oval Office. (ARTE F)
George W. Bush mit GIs im Irak. Unklar ist, ob hier Krieg oder Frieden herrscht. (ARTE F)
Das Präsidentenehepaar George und Laura Bush zeigt sich in seinen Jugendjahren. (ARTE F)
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