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Die Reise des jungen Che

Die Reise des jungen Che

(tsch) Che wie man ihn kennt: bärtig, mit festem Blick, auf dem Kopf die militärische Baskenmütze mit fünfzackigem Stern. Bis heute gehören Alberto Kordas berühmt gewordenes Foto und die Vorstellung von einem Revolutionshelden zusammen. Wer Ernesto war, bevor er sich in Che, die weltberühmte Guerilla- und T-Shirt-Ikone verwandelte, das zeigt der Brasilianer Walter Salles. Sein Roadmovie "Die Reise des jungen Che" (2003), das der WDR nun wiederholt, erzählt davon, wie Guevara aufbrach, um seine Berufung zu suchen.

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Buenos Aires im Jahr 1952: Im gutbürgerlichen Hause Guevara de la Serna herrscht Aufregung. Der Sohn Ernesto (Gael García Bernal) bricht mit seinem Freund Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) zu einer abenteuerlichen Reise auf. Die Studenten der Medizin und Biochemie wollen in neun Monaten Lateinamerika mit einem alten Norton-500-Motorrad bereisen. Allerdings reiht sich schon bald eine Panne an die nächste. Doch mit ihrer jugendlichen Unbekümmertheit und ihrer Fantasie retten sich Ernesto und Alberto aus jeder noch so misslichen Situation.

Kontinuierlich schleicht sich aber die Leichtigkeit aus der Handlung. In seinem Tagebuch, das der Verfilmung zugrunde liegt, verarbeitet Ernesto seine vielfältigen Eindrücke. Spätestens in der Lepra-Kolonie in Peru, in der sie als Ärzte aushelfen, wird deutlich, dass sich etwas verändert hat. Die Begegnung mit Armut und Unterdrückung lässt sich nicht mehr ausblenden. In der Kolonie verwandelt Ernesto schließlich eine Geburtstagsansprache in seine erste politische Rede gegen soziale Ungerechtigkeit.

"Die Reise des jungen Che", vielfach ausgezeichnet, inszenierte Walter Salles ("Central do Brasil") als klassisches Erzählkino, unterhaltsames Roadmovie und Liebeserklärung an die Landschaften Südamerikas. Auch wenn der Film Ernesto als Heiligen verklärt und somit einer überholten mythenhaften Verehrung Vorschub leistet, huldigt er doch auch einem Menschen, der sich in diesem Entwicklungsstadium einfach nur für Menschlichkeit einsetzte. Kommunistische Politik und deren Folgen bleiben dabei außen vor.

Unlängst beschäftigte Ches Leben und Wirken auch Star-Regisseur Steven Soderbergh: Er drehte mit Benitio Del Toro in der Hauptrolle gleich zwei Filme, "The Argentine" und "Guerilla" (beide 2008), über den Revolutionär. Franka Potente spielt darin die Widerstandskämpferin Tamara Bunke, in Argentinien als Tochter deutschstämmiger Emigranten geboren. Wann und ob die Biopics in den deutschen Kinos starten, ist noch nicht bekannt.

Franziska Kramer



Der 23-jährige Che Guevara (Gael García Bernal, hinten) und sein Freund Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) fahren mit dem Motorrad durch Südamerika.
Der 23-jährige Che Guevara (Gael García Bernal, hinten) und sein Freund Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) fahren mit dem Motorrad durch Südamerika. (WDR / Degeto)

Ernesto (Gael García Bernal) hält seine Reise-Erlebnisse, die aus ihm einen anderen Menschen werden lassen, in seinem Tagebuch fest.
Ernesto (Gael García Bernal) hält seine Reise-Erlebnisse, die aus ihm einen anderen Menschen werden lassen, in seinem Tagebuch fest. (WDR / Degeto)

Che Guevara (Gael García Bernal, links) und sein Freund Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) sind häufig auf der Flucht.
Che Guevara (Gael García Bernal, links) und sein Freund Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) sind häufig auf der Flucht. (WDR / Degeto)

Datum: 28.10.2008

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