(tsch) George Clooney hat sich seine Oscar-prämierte Rolle in "Syriana" (2005) nicht ohne Grund ausgesucht: In dem Polit-Drama geht es um Öl, den Nahen Osten, internationale Politik und die wirtschaftlichen Interessen des Westens. Der Frauenschwarm spielt einen CIA-Agenten, der im Auftrag des Vaterlandes tötet, aber irgendwann fallen gelassen wird. Der Episodenfilm von Regisseur Stephen Gaghan (er verfasste auch das Drehbuch für "Traffic"), den Clooney und Steven Soderbergh mit produzierten, richtet den Fokus auf verschiedene Aspekte des internationalen Ölgeschäfts. Im Kino interessierten sich gut 560.000 deutsche Zuschauer dafür. Das ZDF zeigt den Politthriller - passend zu Finanzkrise und Präsidentschaftswahlen in den USA - nun als Free-TV-Premiere. Doch "Syriana" belässt es bei einer schlaglichtartigen Betrachtung der brisanten Thematik.
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Auf der einen Seite stehen die Aktivitäten der Geheimdienste und die korrupten Machenschaften der Ölkonzerne im Kampf um die restlichen Ölfelder der Erde. Andererseits geht es auch um die Gastarbeiterfrage in den arabischen Staaten sowie die Schwierigkeiten liberaler Führungspersönlichkeiten im Nahen Osten.
Clooney ist - mit Vollbart und 15 zusätzlichen Kilos auf den Rippen - als CIA-Agent zu sehen, der für sein Vaterland im Nahen Osten tötet, wie ihm befohlen wird. Im Laufe des Films wird das bekannte Bild vom loyalen Einzelgänger präsentiert, der von seinen Befehlshabern fallengelassen wird, wenn es die politische Lage erfordert. Doch zunächst wird er mit dem Vorzeigemann einer schweizerischen Energieberatungsfirma konfrontiert. Matt Damon spielt diesen Unternehmensberater, der versucht, einen arabischen Öl-Prinzen anzuwerben, um den Profit seines Emirats zu maximieren. Als der Prinz ins Fadenkreuz der CIA rückt, ist auch das Leben des harmlosen Geschäftsmannes in Gefahr.
Eine weitere und die weitaus interessanteste Episode erzählt vom jungen Pakistani Wasim Ahmed Khan (Mazhar Munir), der mit seinem Vater als Gastarbeiter im Iran lebt, aber nach der Entlassung mit Repressionen seiner Gastgeber rechnen muss. In der Koranschule wird er jedoch auf den Kampf gegen den Westen eingeschworen und opfert schließlich bei einem Anschlag auf eine US-Industrieanlage sein Leben.
Gaghan stellt hochkomplexe Probleme von Geheimdienstpolitik und juristischen Auseinandersetzungen mit Ölkonzernen neben persönliche Schicksale. Im Grunde hätte Gaghan drei Filme drehen sollen: Ein "Spygame", ein "Traffic" und ein "Paradise Now". Als Zuschauer bekommt man nur schwer einen Eindruck von den Verflechtungen der internationalen und korrupten Ölschacherei und ihren Konsequenzen für die USA und die arabischen Länder.
Der politisch engagierte George Clooney ist derzeit erneut als Mann im Dienste der Regierung im Kino zu sehen. Allerdings auf völlig andere Art und Weise: In "Burn After Reading" vollendet er in dieser Rolle seine "Idioten-Trilogie", wie es die Regie führenden Coen-Brüder nennen.
Claas Nielsen
Der erfahrene Agent Bob Barnes (George Clooney) soll einen letzten großen Auftrag für die CIA ausführen. (ZDF / Francois Duhamel)
Bryan Woodman (Matt Damon, rechts) nimmt ein attraktives Geschäftsangebot von Prinz Nasir (Alexander Siddig) an. (ZDF / Francois Duhamel)
Gastarbeiter Wasim (Mazhar Munir) hat seinen Job auf den Connex-Ölfeldern verloren. (ZDF / Francois Duhamel)
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