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Der Marathon-Mann(tsch) Wer Angst vorm Zahnarzt hat, sollte sich John Schlesingers "Der Marathon-Mann" (1976) besser nicht zu Gemüte führen. Da wird in einer Szene gebohrt, oder besser: gefoltert, dass selbst abgebrühte Zuschauer den nächsten Arztbesuch aufschieben. Schlesinger, der im Juli 2003 verstarb, schien schon beim Drehen zu ahnen, dass er seinem Publikum damit etwas viel zumutet und ließ einige Testpersonen den Film vorab sehen. Als diese bereits nach den ersten Minuten der Zahnarzt-Folterszene das Kino fluchtartig verließen, kürzte er die Sequenz. Doch auch der Rest ist brutal genug. Anzeige Der jüdische Geschichtsstudent und Marathonläufer Babe Levy (Dustin Hoffman) wird nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders Doc (Roy Scheider, der 73-jährige Charismatiker mit der gebrochene Nase dreht zurzeit unter der Regie von David O'Malley den Thriller "Dark Honeymoon") in das gefährliche Beziehungsgeflecht von Geheimdiensten und Alt-Nazis verwickelt: Jahrelang hatte Doc gleichzeitig für den US-Geheimdienst und für den ehemaligen KZ-Arzt Szell (Laurence Olivier) gearbeitet, der seinen jüdischen Häftlingen einst Schmuck und Diamanten stahl. Nach Docs Tod versucht Szell von dem nichts ahnenden Babe etwas über den Verbleib der gestohlenen Edelsteine zu erfahren und schreckt dabei auch vor Folter nicht zurück. War der düstere Thriller ursprünglich ganz auf den virtuos agierenden Hauptdarsteller Dustin Hoffman zugeschnitten, spielte sich Laurence Olivier als perfekte Inkarnation des Bösen ebenfalls in den Mittelpunkt des Geschehens. Der berühmte britische Theater- und Filmschauspieler wurde für seine hervorragende Darbietung mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller belohnt. In den 70er-Jahren zählte der "Marathon-Mann" zu den großen Kinoerfolgen und spielte allein in den USA über 16 Millionen Dollar (zur damaligen Zeit eine Menge) ein. Alexander Franck |
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