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Metronomy - Nights Out

Metronomy Nights Out

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Metronomy gilt seit dem als Soloprojekt entstandenen Album "Pip Paine" (2006) als nicht einzugrenzendes Projekt. Nun aber sind sie zu dritt: Eine Band aus drei jungen Musikern? Ein Haufen elektrifizierter Producer, die als Kinder mit zwei Drähten in die Streckdose gefasst haben? Ein Trio aus drei visionären Komponisten, die endlich einen Weg aus dem Stockhausen-Dilemma ("Was kommt nach serieller Musik?") gefunden haben? Ihr neues Konzept-Album "Nights Out", der "Soundtrack zu einem schlechten Wochenende" zeigt deutlich: Die drei Briten sind von allem ein bisschen.

Früher war Mount alleine, nun stehen Joseph Mount (Keyboards, Gitarre), Oscar Cash (Saxofon, Keyboards) und Gabriel Stebbing (Keyboards, Bass) bei ihren Auftritten zu dritt vor Computern mit Klaviatur, vor dem Mikro, und sie bedienen nebenbei diverse Instrumente. Aber nicht nur entmenschtes Computergefrickel bestimmt den Sound. Metronomy haben neuerdings auch den Pop der 80er-Jahre für sich entdeckt, obwohl sie damals selbst noch mit der Trompete um den Weihnachtsbaum gelaufen sind, und zeigen in ihren kreativen und verrückten Konstruktionen kaum noch Berührungsängste mit dem Medium "mitsingbare Melodie".

Die Single "Radio Ladio" geriert sich als discotaugliche Elektroclash-Nummer mit Devo-Anklängen, deren Claim "What's Your Name" auf den Tanzböden dieser Erde geschmettert werden wird, bis sich die Miniröckchen kräuseln. Auch der Song "On Dancefloors" könnte dank der lässigen Melodie und der dominanten Bizarrkeyboards und Schräggitarren zur Hymne intellektueller Musikfreunde werden. Die verrückte Konstruktion von Songs wie "My Heart Rate Rapid" oder "A Thing For Me" klingen wie in die 80er-Jahre übersetzte Zappakompositionen, die von Can, einem Falsettchor und einer Horde Kraftwerk-Roboter durch den Computerfleischwolf gedreht wurden. Ach ja, und Laurie-Anderson-Fans sind Metronomy auch noch, hörbar im Intro und in "The End Of You Too".

"Holiday" wirkt wie eine Aufnahme eines Brit-Rock-Hits à la Blur nach einer Kernschmelze und die harmonische Melodie von "Heartbreaker" glänzt im kühlen 80er-Schimmer, während im Hintergrund gefrickelt, gefiept und mit seltsamen Materialien herumgescheppert wird. Überhaupt, die 80-er: "On The Motorway", "Thing For Me", "Back On The Motorway". Überall flöpen Moogs, düdeln Harmonicas und nörgeln Korgs herum, glücklicherweise entfremdet, aber hörbar. Dann wieder brechen Metronomy aus, zeigen im Intro von "Side2", dass aus ihnen auch klasse Freejazzer geworden wären und dass sie auch - wie "Nights Outro" mit seiner süßlichen Gitarre und der herzerweichenden Melodie beweist - zur Not Kitschsongs machen könnten.

Metronomy bieten insgesamt gesehen Indie-Electro-Rock oder auch elektrifizierten, 80er-inspirierten, arty Brain-Pop für Menschen, die Popmusik sonst eher links liegen lassen. Oder die seit Devo, Max Headroom oder Laurie Anderson nicht mehr wissen, was sie hören sollen.

Kati Hofacker


Datum: 13.10.2008

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Diskussion: "Metronomy - Nights Out"

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