(tsch) Sage und schreibe 50 Millionen Dollar soll Tobey Maguire dafür einstreichen, dass er sich noch zwei weitere Male in seinen "Spider-Man"-Anzug zwängt. Zudem darf der Schauspieler sich früher vom Set verdrücken, um mehr Zeit mit seiner kleinen Tochter Ruby Sweetheart zu verbringen. Tja, da könnten sich die Dreharbeiten eine ganze Weile hinziehen: Der vierte Film soll wohl 2011 in die Kinos kommen, über ein Datum für Teil fünf gibt es noch nicht einmal Spekulationen. ProSieben wiederholt derweil "Spider-Man 2" (2004), um die Wartezeit zu verkürzen.
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In seinem zweiten Kinoabenteuer ist Peter Parker (Maguire) die meiste Zeit damit beschäftigt, sich über seine eigenen Präferenzen im Klaren zu werden. Das geht ständig hin und her: Er liebt seine Mary Jane (Kirsten Dunst), will ihr aber nicht verraten, dass er im Zweitberuf Menschenretter ist, da er glaubt, dies könne sie in Gefahr bringen. Freilich ist es sowieso immer und immer wieder Mary Jane, die es zu retten gilt.
Dann wieder beschließt er, Schluss zu machen, nicht mehr 24 Stunden am Tag für die Menschheit da zu sein. Peter will lieben, will leben. Er wirft sein Spider-Man-Kostüm in die Mülltonne. Ein hübsches Bild, das sich auch in der Comicvorlage findet. Später holt er es sich wieder, und so geht es dann ewig fort. Dieses Thema ist über weite Strecken des Films ungeheuer ermüdend und mag auch nicht so recht passen in die ansonsten sehr aufwendige und effektreiche, aber eben inhaltlich bewusst unrealistische Actionverfilmung.
Natürlich gibt es auch im zweiten Teil wieder einen bösartigen Gegenspieler. Früh im Film trifft Peter Parker auf jenen Doctor Octopus (Alfred Molina), der in der Comicvorlage eine feste Größe ist, aber hier zunächst die Energieprobleme der Menschheit lösen will. Dazu schraubt sich der Mann vier gewaltige Roboterarme auf den Rücken, um gewagte Experimente mit künstlichen Sonnen durchführen zu können. Bedauerlicherweise geht etwas schief, die Arme werden Teil seines Körpers, und sein Wesen verändert sich in Richtung Schurke.
Dabei ist dieser Doc Ock eigentlich gar kein so unsympathischer Kerl, weit weniger eindimensional, als es noch Willem Dafoe als Grüner Kobold im Originalfilm war. Der hat übrigens einen kurzen Gastauftritt in der Fortsetzung und redet seinem Sohn (James Franco) ins Gewissen. Noch immer ist er voller Wut, was Spider-Man angeht, und setzt alles daran, seine Identität zu lüften. Doch dieses Duell haben sich die Verantwortlichen für den wesentlich finsteren dritten Teil aufgehoben, der im Sommer 2007 in die Kinos kam.
Obwohl dieser inhaltlich bereits arg hinkte, sind Teil vier und fünf schon in Vorbereitung - aus gutem Grund: Die Marke "Spider-Man" ist eine funktionierende Geldmaschine. Die Trilogie spielte weltweit über 2,5 Milliarden Dollar an den Kinokassen ein - die DVD-Vermarktung und das Geschäft mit den Merchandising-Lizenzen nicht mitgerechnet.
Kai-Oliver Derks
Peter Parker (Tobey Maguire) ist in einer Zwickmühle: Soll er das Dasein als Spider-Man an den Nagel hängen und sich seinem privaten Glück widmen oder sich der Verantwortung als Superheld stellen und gegen das Böse kämpfen? (ProSieben / Sony Pictures Television)
Spider-Man hat einen neuen Gegner: Dr. Otto Octavius (Alfred Molina). Durch einen Unfall sind die mechanischen Greifarme an ihm festgewachsen und kontrollieren ihn fortan. (ProSieben / Sony Pictures Television)
Kann Peter Parker (Tobey Maguire) seine große Liebe Mary Jane Watson (Kirsten Dunst) doch noch für sich gewinnen? (ProSieben / Sony Pictures Television)
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