Halloween: H20
Halloween: H20(tsch) Mit Fortsetzungen ist das so eine Sache: Schon bei Trilogien können die Sequels in die Hose gehen (siehe "Matrix"). Doch bei neun (!) Teilen, die einem einst coolen Horror-Schocker aus den Zelluloid-Rippen geleiert werden, scheint der Niedergang vorprogrammiert. So ist das leider bei "Halloween: H20" (1998). Denn trotz ausführlicher Huldigung des Originals (1978 unter der Regie von John Carpenter entstanden) erreicht dieser Horror-Aufguss nicht den Grusel-Effekt des damaligen Meisterwerks. kabel eins zeigt das Schlitzer-Spektakel ein paar Tage nach dem "dunklen" Festtag Halloween zum wiederholten Male. Anzeige Ein Grund, weshalb "Halloween: H20" trotz erheblicher Mängel gut beim Kinopublikum ankam (55 Millionen Dollar Einspielergebnis in den USA), ist weiblich und wird in wenigen Tage 50 Jahre alt: Jamie Lee Curtis, die mit dem ersten "Halloween"-Film zur Horror-Ikone wurde. "Scream Queen" wurde sie von da an genannt, und sie macht ihrem Namen auch in "H20" alle Ehre. Ihrer Präsenz ist es zu verdanken, dass der siebte Teil der endlosen Metzel-Reihe nicht vollständig den Bach runtergeht. Die Schauspielerin schlüpfte erneut in die Rolle der Laurie Strode, die immerhin nach einem Zeitsprung von über 15 Jahren glaubwürdig auf den Bildschirm zurückkehrt. Laurie hat das Trauma ihrer Jugend nicht vergessen können: Immer wieder wird sie in Albträumen mit dem schrecklichen Massaker konfrontiert, das ihr wahnsinniger Bruder Michael Myers vor vielen Jahren begangen hat. Damals täuschte Laurie ihren eigenen Tod vor und wechselte unter einem neuen Namen den Wohnort. Jetzt lebt sie mit ihrem 17-jährigen Sohn John (Josh Hartnett, "Black Dahlia") als Rektorin einer Privatschule im sonnigen Kalifornien. Doch Michael Myers (Chris Durand) findet seine Schwester auch dort. Er will sie für immer auslöschen. Die Story von "Halloween: H20" ist simpel, aber gut für einen Horror-Schocker geeignet. Auch altbekannte Mordwerkzeuge wie Axt und Küchenmesser kommen zum Einsatz. Und selbst ein Auftritt von Janet Leigh (Jamie Lee Curtis' Mutter), die 1960 in "Psycho" in der Dusche sterben durfte, ist ein tolles Extra für Fans. Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich Regisseur Steve Miner ("Freitag der 13.") nicht entscheiden konnte, ob er einen Metzel-Klassiker oder einen aufgefrischten Teen-Horror à la "Scream" drehen wollte. Die Handlung hält keine Überraschungen bereit und sorgt trotz blutiger Schlachtereien für Langeweile. Etwas origineller trat zuletzt Rob Zombie an den Kult-Horror heran und inszenierte ein Remake ("Halloween", 2007), das auch die Kindheitsgeschichte von Michael Myers beleuchtet. Jamie Lee Curtis' aktuelles Kinoprojekt ist zwar nicht gruselig, aber dennoch gewöhnungsbedürftig. In der Komödie "Beverly Hills Chihuahua" (Start: 05.03.2009) über die Abenteuer eines kleinen Hündchens spielt sie eine der wenigen menschlichen Rollen. Drew Barrymore leiht dem vierbeinigen Hauptdarsteller ihre Stimme. Gerd Hilber |
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