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Heimkehr

Heimkehr

(tsch) "Gefühlsecht" hieß die "kleine Fernsehspiel"-Reihe, in der das ZDF das Drama "Heimkehr" (2004) vor mehr als drei Jahren zum ersten Mal ausstrahlte. Und der nachdenkliche Debütfilm, der nun erneut im Zweiten zu sehen ist, hielt, was diese Überschrift - gewollt provozierend dem Präservativ-Vokabular entnommen - versprach. Regisseur und Co-Autor Damir Lukacevic schildert die berührende Geschichte einer kroatischen Gastarbeiter-Familie sensibel und lebensnah. Für seine Leistung war der heute 42-jährige gebürtige Jugoslawe unter anderem für den Max-Ophüls-Preis nominiert.

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Die vergangenen 30 Jahre haben Vlado (Mustafa Nadarevic) und seine Frau Anica (Vlasta Knezovic) in Deutschland verbracht. Nun stehen sie und ihre Kinder vor der Erfüllung ihres Traums: einem eigenen Hotel an der Adria - mit Leihfahrrädern im Hof und Satelliten-TV auf den Zimmern. "Damit die deutschen Touris Fußball schauen können."

Doch am Vorabend der Abreise droht die Familie durch bislang verschwiegene, schmerzhafte Ereignisse aus der Vergangenheit auseinanderzubrechen: Nikola (Rade Radovic), der älteste von einst drei Söhnen, lüftet das Geheimnis um den Tod seines Bruders Branko. Gleichzeitig gesteht er seinem stolzen, vom Ehrgeiz zerfressenen Vater, dass seine Karriere als Pop-Musiker den Bach heruntergegangen ist und er nun als mittelloser Streuner um die Häuser zieht. Zu allem Überfluss hat sich Nesthäkchen Jozo (Carlo Ljubek) in ein deutsches Mädchen verliebt. Bleiben? Mit den Eltern in die Heimat zurückkehren? Jozo hat plötzlich keine Ahnung mehr, wohin er eigentlich gehört.

"'Heimkehr' ist eine Geschichte über den Konflikt zwischen Vätern und Söhnen, über die materielle Fixierung der Eltern und infolge dessen über die Entfremdung von den eigenen Kindern", erklärt Regisseur und Drehbuchautor Damir Lukacevic. Gleichzeitig sei der Film aber auch "autobiografisch geprägt und sehr persönlich". Den Hintergrund liefert die anhaltende kroatische Rückwanderungswelle. "Seit Beendigung des Krieges und der internationalen Anerkennung des kroatischen Staates zieht es viele Gastarbeiter vermehrt zurück in ihre alte Heimat." Dort werde dann meist unbarmherzig Bilanz gezogen: Wer hat es im Ausland geschafft? Wer ist zu Wohlstand gekommen? Wer hat versagt? "Viele Familien kehren mit der stolzen Gewissheit zurück, in Deutschland viel Geld verdient zu haben. Ob dies auch zu innerer Erfüllung geführt hat, ist aus konservativer kroatischer Sicht völlig irrelevant."

Derzeit arbeitet Damir Lukacevic an einem weiteren vielschichtigen Drama. Der ungewöhnliche Science-Fiction-Film "Transfer" handelt von zwei deutschen Senioren, die sich die Körper junger Afrikaner gekauft haben und diese 20 Stunden am Tag besitzen und besetzen dürfen. Nur nachts können die beiden Schwarzen wieder in ihre menschlichen Hüllen zurück.

Bernd Fetsch



Eine kroatische Gastarbeiterfamilie in Stuttgart droht kurz vor ihrer Rückkehr in die Heimat zu zerbrechen. Von links: Vater Vlado (Mustafa Nadarevic), Jozo (Carlo Ljubek), Nikola (Rade Radovic) und Mutter Anica (Vlasta Knezovic).
Eine kroatische Gastarbeiterfamilie in Stuttgart droht kurz vor ihrer Rückkehr in die Heimat zu zerbrechen. Von links: Vater Vlado (Mustafa Nadarevic), Jozo (Carlo Ljubek), Nikola (Rade Radovic) und Mutter Anica (Vlasta Knezovic). (ZDF / Sabine Hackenberg)

Nikola (Rade Radovic), ehemals erfolgreicher Popmusiker und ältester Sohn einer kroatischen Gastarbeiterfamilie in Stuttgart, kehrt nach langem Streit mit dem Vater zurück. Er zwingt die Familie, sich ihrer schmerzvollen Vergangenheit zu stellen.
Nikola (Rade Radovic), ehemals erfolgreicher Popmusiker und ältester Sohn einer kroatischen Gastarbeiterfamilie in Stuttgart, kehrt nach langem Streit mit dem Vater zurück. Er zwingt die Familie, sich ihrer schmerzvollen Vergangenheit zu stellen. (ZDF / Sabine Hackenberg)

Hat die Liebe zwischen Jozo (Carlo Ljubek) und Ivy (Yangzom Brauen) keine Zukunft ? Jozo, Sohn einer kroatischen Gastarbeiterfamilie in Stuttgart, soll mit seinen Eltern in die Heimat zurückzukehren. Aber sein Herz schlägt in Stuttgart.
Hat die Liebe zwischen Jozo (Carlo Ljubek) und Ivy (Yangzom Brauen) keine Zukunft ? Jozo, Sohn einer kroatischen Gastarbeiterfamilie in Stuttgart, soll mit seinen Eltern in die Heimat zurückzukehren. Aber sein Herz schlägt in Stuttgart. (ZDF / Sabine Hackenberg)

Datum: 02.11.2008

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Artikel ID 207292

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