Zwei glorreiche Halunken: legendärer Italo-Western mit Clint Eastwood
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Zwei glorreiche Halunken
(tsch) Es dauerte bis zum Jahr 2007, ehe Ennio Morricone den längst fälligen Oscar erhielt. Ein Ehren-Oscar war es, für ein beachtliches Lebenswerk. Der Italiener komponierte die Musik zu mehr als 500 Filmen, erlangte seine Berühmtheit allerdings vor allem durch die legendären Melodien, die er zu den Italo-Western der 60er-Jahre komponierte. Einen von ihnen, "Zwei glorreiche Halunken" (1966), zeigt das Erste nun zu Ehren Morricones, der am 10. November sein 80. Lebensjahr vollendet.
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Diese letzten Szenen, von der markanten Musik begleitet, die vergisst man nie. Wenn Eli Wallach in der Rolle des mexikanischen Pistoleros Tuco wie angestochen über den riesigen Friedhof rennt, das Grab eines Namenlosen suchend, von der Kamera in wilder Fahrt beobachtet. Er wird es finden, doch Clint Eastwood wartet nur darauf und unterstützt mit einer Knarre seine Philosophie vom Leben: "Es gibt zwei Kategorien von Menschen. Die einen haben 'nen Revolver und die anderen buddeln. Und du buddelst ..." - Großes Kino ist das, eigentlich gar nicht tauglich für den kleinen Fernseher.
"Zwei glorreiche Halunken" heißt der Western-Klassiker. Ein deutscher Titel, der dem Film eigentlich nicht gerecht wird, klingt er doch eher nach Spencer / Hill-Komödie. Und: es sind nicht "zwei", es müsste "Drei glorreiche Halunken" heißen.
Sergio Leone gilt als Erfinder des "Spaghetti-Western" - eine Bezeichnung, über die sich Morricone übrigens bis zum heutigen Tage echauffieren kann. Leones Filme wurden berühmt und belobigt, obwohl ihn vor allem die Presse anfänglich für einen ebenso zynischen wie Gewalt liebenden Filmemacher hielt. Doch allen Unkenrufen zum Trotz machte Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod") den Italo-Western salonfähig und wurde zum Aushängeschild des "New Style", des makabren Realismus im Prärie-Genre. Mit seinem 1966 entstandenen Spielfilm "Zwei glorreiche Halunken" schaffte der italienische Querkopf auch den Durchbruch in Amerika. Allein in den USA spielten die pulverreichen Abenteuer seiner harten Outlaws für damalige Verhältnisse satte sechs Millionen Dollar ein.
Der englische Titel "The Good, the Bad and the Ugly" erwies sich für den beinharten Western als wesentlich treffender. Der Gute, das ist der Schnellschütze Joe (Clint Eastwood), der Schlechte sein Kumpel und Berufskiller Setenza (Lee Van Cleef), und den Hässlichen verkörpert Eli Wallach. Im amerikanischen Südwesten - zu Zeiten des Bürgerkrieges - trifft das skrupellose Trio aufeinander. Alle drei Männer sind auf der fieberhaften Suche nach einer Regimentskasse mit 200.000 Golddollar, die abtrünnige Soldaten geklaut und irgendwo verscharrt haben. Schließlich erfährt das kriminelle Dreigestirn das Versteck: ein Grab auf dem Friedhof von Sad Hill - der passende Ort für einen gnadenlosen Showdown.
"Zwei glorreiche Halunken" ist der letzte Teil von Sergio Leones so genannter Paella-Trilogie. Der Kassenerfolg der beiden Vorgänger "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr" führte dazu, dass United Artists Leone die Produktionsgelder geradezu aufdrängte, hatte doch seine eigentümliche Mischung aus Zynismus und Brutalität, aus atmosphärischer Prägnanz und einem Übermaß an Action-Szenen zu einem regelrechten Leone-Boom geführt.
Tom Ruder
So muss ein Westernheld aussehen ... - Clint Eastwood in "Zwei glorreiche Halunken". (ARD / Degeto)
Der mexikanische Galgenvogel Tuco (Eli Wallach, links) und der schweigsame Joe (Clint Eastwood) ergaunern gemeinsam Kopfgeldprämien, bis sie nach einer Meinungsverschiedenheit zu erbitterten Todfeinden werden. (ARD / Degeto)
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